Interoperabilität zwischen 3D-Welten

Multiverse NetworkSilcion.de berichtet in diesem sehr intressanten Artikel von einer Software, die in der Tat das Internet revolutionieren könnte – wie einst der HTML-Browser von Netscape. Das US-Unternehmen Multiverse Network entwickelt eine Software mit der es quasi möglich sei, einen Avatar durch eine Art Standard interoperabel zwischen verschiedenen Metaversen zu gestalten. Dies würde es ermöglichen, dass der Benutzer mit seinem Avatar zwischen verschiedenen Metaversen wie WoW, Second Life® und Unreal Tournament wechseln kann. Technisch sicherlich eine extrem anspruchsvolle Herausforderung, da es nicht nur gilt ein standardisiertes Format für Avatardaten zu entwickeln, sondern im Idealfall vielleicht auch einen Client für alle 3D-Welten, was zur Zeit schwierig sein dürfte, da die einzelnen Lösungen ja wirklich unterschiedliche 3D-Engines benutzen. Die Idee ist aber faszinierend und diese Entwicklung ist auf unser Zukunftsradar mit aufgenommen. Gleich auf der ersten Seite eine „Live demonstration“ angekündigt, lies mein Informatiker-Herz höher schlagen. In einer ersten Demo vernetzen die Jungs bereits zwei 3D-Welten, eine Fantasy-World und eine Social-World. Die Ernüchterung stellte sich jedoch schnell ein, nachdem es so aussieht, dass beide Welten von Multiverse Network selbst stammen. Der zweite Blick auf die Website von Multiverse Network lässt mich erkennen, dass es sich doch eher um eine Entwicklungsumgebung mit zahlreichen Tools für 3D-Welten handelt, welche dann untereinander kompatible Avatare haben. Also nichts anderes als das, was Linden Lab® mit Second Life® bereits realisiert – allerdings mit einem skalierenden Serverpark von 3000 Servern.

Naja, es bleibt zum einen abzuwarten, wie es weiter geht – die Idee des standardisierten 3D-Browsers für 3D-Welten ist auf jeden Fall ein Hammer. Ich empfehle den lieben Analysten, welche ein Auge auf Multiverse Network werfen, einen kompetenten technischen Berater, bevor sie investieren :-) Es ist doch immer wieder interessant was Informationen im Allgemeinen und insbesondere im Zusammenhang mit Aktienkursen für Auswirkungen haben können.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Die Vernetzung verschiedener Medienformate geht in großen Schritten weiter. Endemol und Electronic Arts arbeiten z.B. an virtuellen Versionen von Big Brother, Fear Factor und Deal or No Deal.
    http://www.golem.de/0704/51699.html

  2. In der Tat handelt es sich bei Multiverse eher im einen Metaverse-Baukasten, mit dem sich mehr oder weniger schnell virtuelle Welten erschaffen lassen. Ist wohl auch schon etwas länger am Markt.
    Schön wäre sicher ein 3D-Client für alle möglichen Spiele, aber da sehe ich doch sehr viele Probleme, wie z.B. die rasante Weiterentwicklung der Protokolle, die Geheimhalten derselben bei den meisten Welten (war ja auch bei Linden Lab lange Zeit so), Integration von unterschiedlichen Konzepten und natürlich politische Barrieren.
    Die 3D-Engine wäre evtl. sogar noch austauschbar, der Rest glaub ich schwieriger.

    Mit der Tatsache, dass SL jetzt Open Source ist und damit das Protokoll auch offen ist wäre es hier aber sicherlich möglich, dass daraus ein Standard entstehen könnte.

    Beim Web gab es ja zunächst auch den Standard HTML bzw. HTTP und dann kam der Browser dazu. Vielleicht wird’s ja hier auch irgendwann so sein.

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