Ein Rückblick

Rückblick Second Life®

Wie hat sich Second Life® in den letzten 10 Monaten entwickelt? Was ist geschehen, was ist passiert? Ein riesiger multimedialer Hype um Nichts oder ein neues Medium?

Anfang 2006 fing ich an auf www.lawsofform.de zu bloggen. Über meine Arbeit als Blogger wurde ich irgendwann einmal auf Corecon aufmerksam. MacherInnen dieses Blogs sind drei Frauen: Romy Golembiewski, Claudia Thiele und Irmela Benz. Durch den Kontrast, den Unterschied bin ich wach geworden. Die Diplom-Psychologin Romy Golembiewski in Second Life®? Trainings in Second Life®?

Das machte mich neugrierig.

2006

Obschon ich bereits seit 2004 virtuelle Welten wie Second Life® auf meinem „kybernethischen“ Radar hatte – so muss ich zugeben – dachte ich, Second Life® sei ein Spiel. Ich wurde eines Besseren belehrt!

Erste Gehversuche

Patrick Wunderland im CoreCon
Ich nahm also an einem der Trainings damals teil: InWorld, kostenlos, oder für ein paar Lindens – ich weiß es nicht mehr genau. Ich erinnere mich aber wo es stattfand: im CoreCon-Convention Center der drei Damen …. ja, wer war der Trainer? Es war Sebastian Küpers alias Pixelsebi, Macher des CoreCon Convention Centers.

Das war Oktober 2006, damals hatte Second Life® 1.198.147 Registrierungen und 778.465 eindeutige Accounts.

Ich saß also da im Corecon Convention Center, Sebastian versuchte damals verzweifelt eine Skype-Konferenz parallel zu Second Life® aufzubauen, was nicht wirklich gut klappte – heute haben wir die Anfänge der Voiceintegration in SL. Sebastian legte vorne ein paar Slides auf, ich – sorry mein Avatar Patrick Wunderland – saß in einem der roten, runden Corecon-Sesse.l


CoreCon

Bei meiner Selbstbeobachtung ertappte ich mich. Ich ertappte mich in dieser virtuellen E-Learning-Sitzung, dass ich alles andere Tat, als mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Anstatt Sebastian zu folgen, schaute ich auf die virtuellen Straßen und wer dort herum läuft, die Glaskonstruktion des CoreCon-Convention Centers lässt dies zu!

Web.3D Markt für Agenturen

Setzte man damals im deutschsprachigen Raum in Google die Suchabfrage „Second Life® Agentur“ ab, erhielt man 0 Hits. Heute: fast 1 Million Hits (!) Eine Landschaft aus kleineren und größeren Agenturen besetzen den Markt, nämlich die, die das Potential des Web.3D-Marktes längst erkannt haben. Der Markt ist zwar umkämpft, trotzdem hilft man sich hier und da, schließt Kooperationen, denn das Web.3D muß noch verteidigt werden gegenüber den Kritikern und Ungäubigen, wie damals zu den Anfangszeiten des Web.

Zeitschriften


Dann, im Dezember 2006 besetzte der Axel-Springer-Verlag das Feld, mit der AvaStar. Erst in Englisch dann auch in Deutsch.

Weitere Zeitschriften folgten wie die HelloSL, die Zweiseiten Online und die Touch. Der Wettbewerb für die AvaStar wurde stärker, im Februar 2007 erscheint die erste deutsche Ausgabe der AvaStar.

2007

Kinderpornographie in Second Life®

Im Februar erhielt der euphorische Second Life®-Hype einen Dämpfer. Findige Journalisten entdecken Kinderpornographie in Second Life®. Die Diskussion wird hochgespielt, doch dann flaut sie wieder ab, als man merkt, dass bereits sogar das „ganz normale Internet“ von dem Zeug vergiftet ist.

Wer war der Erste?

Wer ist das erste, zweite und dritte Radio in Second Life®? Das Potential bzgl. Streams wird schnell von Web-Radio-Sendern erkannt und man streitet sich um den ersten und zweiten Platz.

The first TV Magazine in Second Life®

Am 02. März kam der Knüller: Der erste TV-Sender in Second Life®. Und in der 10. Sendung berichtete Life 4U von dem erfolgreichen Opening unserer Insel KybernEthik 1. Lutz Deckwerth macht bis heute den erfolgreichen TV-Sender Life 4U! Die 27. Sendung präsentiert er nun. Am 22. April erreicht Deckwerth seinen vorläufigen Höhepunkt in Second Life®. Er bringt die Deutsche Band JULI in Second Life®. Doch im Mai übertrifft er sich selbst. Er bringt den Starpianist Lang Lang in Second Life®.

Second Life® öffnet den Web.3D-Markt

Second Life® öffnet den Web.3D-Markt für weitere Metaversen. Zwei Deutsche Player stellen sich im Markt auf: StageSpace und Metaversum mit Twinity, beide präsentieren noch in diesem Monat ihre Software.

Mehrwert virtueller Welten

Während die Großzahl an Kritikern immer noch an dem Begriff Immersion rätseln und der Schrei nach einem Mehrwert laut wird, nutzen erfolgreiche Firmen die Chancen und sammeln erste Erfsahrungen. Firmen wie die Deutsche Post, TUI oder Mercedes Benz nutzen das neue Medium vornehmlich als Kommunikationskanal.

Im Bereich des Absatzkanals gibt es noch keine nennenswerten Business-Anwendungen, es zeichnet sich jedoch ab, das die ersten ernstzunehmenden Anwendungen im Bereich E-Learning entstehen werden. Vorreiter ist die VHS Goslar, sowie andere Metaversen, wie beispielsweise SIMSpeak. SIMSpeak positioniert sich im Bereich des Sprachlernens .

Immer mehr Menschen beschäftigen ernsthaft mit dem Thema „virtuelle Welten“. So wird ein Durchbruch erwartet, sobald eine Interoperabilität durch Standards möglich wird. Ein großer Hoffnungsträger ist Linden Lab. Der Client von Second Life® ist bereits als OpenSource freigegeben. Die Freigabe der serverseitigen GRID-Software wird erwartet. Die ersten OpenSource-Projekte, wie beispielsweise OpenSIM existieren.

Architektur

Viele Städte wie Frankfurt, Berlin, NewBerlin und München lassen sich in Second Life® nieder. Jüngstes Projekt ist die Nachbildung des Kölner Doms der Dombauverwaltung Köln.

Zukunft

Was die Zukunft bringt wissen wir nicht. Es wird auch immer schwerer in die Zukunft zu blicken, da sich in der Gegenwart immer mehr Dinge tagtäglich ändern, die die Zukunft gestalten. Eines scheint sich jedoch abzuzeichenen – auch wenn es einige Kritiker immer noch wahr haben möchten – immer mehr virtuelle Welten gehen an den Start … und Second Life® wächst kontinuierlich. Heute, am Sonntag zählen wir 9,2 Millionen Anmeldungen und 40.000 User, die sich weltweit gleichzeitig im GRID aufhalten.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Ich kann mich an die ersten Verknüpfungen noch gut erinnern. Wir hatten die Diskussion auf http://kybernetik.germanblogs.de/ zum Thema Die „Gänsehaut-Emergenz“ des Networkings und dort hatte ich im letzten Kommentar auf die Memetik und das Viralmarketing verwiesen.
    http://kybernetik.germanblogs.de/archive/2006/10/28/v7zw028ar3uj.htm
    Auf http://www.viralmarketing.de las ich u.a. einen Kommentar von Katja Schwab die das http://www.psychologieblog.de führt. Dort fand ich wiederum die Verknüpfung zu http://www.corecon.de wo Katja wohl mittlerweile nicht mehr mit macht?

    Du hattest auf lawsofform einen Hinweis auf das aktuelle Nokia Handy gepostet worauf ich dich auf SL über das Corecon Conventioncenter aufmerksam machte
    http://www.lawsofform.de/index.php/2006/11/06/auf-dem-weg-zu-epic-2015/.

    Und dann nahm die Sache seinen Lauf.
    Wofür Blogs so alles gut sind ;-)

Ihre Meinung ist uns wichtig

*