Virtuelle Welten werden real

Virtuelle Welten werden real Andreas Lober

Am 15. September berichtete ich über das neue Telepolis-Buch.

Vorgestern flatterte das Amazon-Paket bei mir rein.

Also, um es kurz zu machen: Das Buch ist das Beste mir bekannte deutschsprachige Buch zum Thema „virtuelle Welten“ und ist ein MUST für jeden, den das Thema ernsthaft interessiert!

Andreas Lober als Herausgeber und Mitautor des Buches hat viele hochkarätige Autoren und Experten zusammenbekommen, wie Tobias Schmitz, Dr. Bert Theodor te Wildt, Thomas Richter, Dr. Wolf Siegert, Jochen Hummel, Maurizio Barucca uvm.

Der Fokus des Buches liegt nicht auf Second Life®, sondern auf virtuelle Welten. Lober und Thomas Schmitz führen in die geschichtlich Entwicklung virtueller Welten und Rollenspiele ein. Man liest, dass man es mit Experten zu tun hat, die wirklich Ahnung vom Fach haben. So gehen sie auf den Urknall der Multiplayer-Games ein, dem MUD1 (MUD=Multi User Dungeons), der ersten virtuellen Welt, von Richard A. Bartle. Dies waren noch textbasiert! Manche mögen sich noch an die ASCII-Schlachten errinnern :-)

Anschließend bearbeiten Sie im 4. Kapitel der von virtuellen Welten ausgehender Faszination und Gefahr. Dr. Bert Theodor te Widlt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotheraphie setzt sich kritisch mit dem Thema auseinander. Er zeigt sowohl Risiken als auch Chancen für neue theapheutische Ansätze auf. Die Essenz ist, dass eine nicht stofflich gebundene Sucht wie die schädliche und übertriebene Nutzung des Internet oder virtueller Welten nur Ausprägungen von tiefer liegenden Problemen sind. Auch der sehr anspruchsvolle Beitrag Grenzerfahrungen von Dr. Wolf Siegert ist sehr lesenswert. Der Untertitel „Skizzen zu einer Phänomenologie der Geister der virtualisierten Welten des XXI. Jahrhunderts weist bereits darauf hin, dass der Artikel nichts für den gewöhnlichen Bildzeitungs-Leser ist, sondern eine Leserschaft adressiert, die sich intensiver mit der Virtualisierung beschäftigt. So weist er ausdrücklich auf der zweiten Seite seines Beitrages hin:

„… Sollte also Ihnen, geneigte Leserin, geneigter Leser, dieser Ansatz nicht nachvollziehbar, ja unverständlich erscheinen, brechen Sie die Lektüre an diesem Punkt ab und wendet Sie Ihr Interesse den anderen lesenswerten Aufsätzen dieses Bandes zu. …“

Anschließend folgen im Buch zwei Interviews, mit dem Urvater virtueller Welten, Richard A. Bartle und Ginsu Yoon, verantwortlich für Recht und Internationales bei Linden Lab.

Letztes und sehr interessantes Kapitel behandelt Recht und Wirtschaft

Ein sehr gelungenes Buch. Ein Dankeschön an die Autoren, die sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*