Mixed Reality, Grenzen zwischen Virtualität & Realität

CSI NY Second Life® mixed TV / Fernsehen

neulich, kurz vor dem Geburtstag Deutschlands Internet-Visionäre passierte mir Folgendes.

Zunächst erhielt ich vor der veranstaltung Folgende Impressionen. Erst diese und dann diese.

Dann nahm ich als an der Geburtstagsfeier teil und in Second Life® rauschte folgender Chat-Schnipsel an mir vorbei:

… Mensch Bernd, das ist ja schlimm, was Dir da passiert ist ….

Meine Neuronen feuerten, Assoziationen von … schlimm … spannten Kontexte in meinem Hirn auf ….

Ich pingte Bernd direkt über die Instant Message an:

Was ist passiert?

Bernd: Bin gestern zweimal vom Bus erfasst bzw. überfahren worden, Knochenbrüche, Gipsbein, starke Verletzung am linken Auge …. ich bin Nebenkläger ….

Shit dachte ich nur kurz …. das ist wirklich schlimm …. dabei zoomte meine Kamera durch das ehemalige Bernd SchmitzCoreCon-Convention-Center und ich ich erfasste in diesem Moment den Avatar von Bernd, im Rollstuhl mit Gipsbein … Klick … Klack … machte es in meinem Hirn … Immersion … Kontextwechsel … Unterscheidung zwischen Realität und Virtualität … Haben die Bilder auf Bernd’s Blog etwas mit dem Unfall zu tun ???

Ich zu Bernd im IM: Unfall RL oder SL?

Bernd: SL

Ich: Puh … Gott sei Dank

Umso heftiger allerdings die Experimente, die gerade im amerikanischem Fernsehen laufen. Hierzu sind die Beiträge bei Michael bzw. Bernd weiter relevant.

Meines Erachtens liegt hierin auch ein entscheidender Unterschied zu einem 3D-Spiel. Der Bezugsrahmen der virtuellen Welt wird durch den „Link“ nach draußen gesprengt. Man hat Verbindungen nach draußen, nicht nur durch das gekoppelte Linden-Dollar-Währungssystem, sondern auch durch die Beziehung nach draußen. So manifestiert sich Bernd’s Artikel „Reales Marketing in virtuellen Welten“ im aktuellen Avameo-Printmagazin ja physikalisch als Folge unserer Interaktionen zwischen RL und SL!

In einem Spiel dagegen treffen wir uns für einen definierten Zeitraum und bewegen uns in einem definiertem Spielrahmen (z.B. Mensch-ärgere-Dich nicht). Innerhalb dieses zeitlichen begrenzten Spielrahmens darf man auch einmal „böse“ zueinander sein, d.h. man darf den Mitspieler rauswerfen. Wird der zeitlich begrenzte Spielrahmen wieder durch die Beendigung des Spieles aufgelöst, dann wird im Real-Life (mehr oder weniger) normal agiert. Obschon ich auch schon „Mensch-ärgere-Dich-Sessions“ erlebt habe, bei dem ein Mitspieler über den zeitlich begrenzten Spielrahmen hinaus nachhaltig verärgert war. In Second Life® ist das anders ! Es gibt gewollte Rückkoppelungen vom virtuellen Raum in den realen Raum, was auch immer der reale Raum ist :-) Und natürlich auch in die andere Richtung. Und das ist dann wieder Kybernetik als ein zirkulärer Prozess zwischen Wirklichkeitsräumen!

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Interessant in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen Virtualität und Realität.
    Als Fan von Serien wie CSI, CSI:Miami, CSI:NY kenn ich die hierfür produzierten Bilder recht gut. Dort werden eh schon computergenerierte Sequenzen (z.B. eine Kugel durchbohrt den halben Körper um in einem inneren Organ hängen zu bleiben ect.) mit Realaufnahmen gemischt. Extrem sind auch die Farbfilter z.B. bei CSI:Miami. Das ist so in RL nicht zu beobachten. Aber coole Bilder!

  2. Bernd says:

    Ich habe mir gerade die CSI-SL-Folge angesehen. Nun ja.. sehr.. auf die amerikanische Zielgruppe abgestimmt. Also wenn ich diese Darstellung von SL gesehen hätte, hätte mich das wohl nicht dazu bewegt, mich dort anzumelden.

    Fazit: SL ist ein Hort für Verückte, die sich an Kampfspielen belustigen und sowie für Leute, die dort virtuelle (sexuelle) Beziehungen pflegen, die ihrem Stand im RL nicht angemessen sind.

  3. TJ Ay says:

    Ohh, die dümliche Amerikanischen Zeilgruppe. Hmm, ich hab die Folge auch gesehen, ich fand sie Klasse, grins, also bin ich auch in der Zielgruppe. Das ein bisschen Action dabei ist, muss einfach sein.

    Wir müssen uns von dem hohen Ross der „nur für Personen mit einem IQ >140“ lösen.

    Die SL Welt braucht Besucher die wiederkommen, die unsere Gebiete Besuchen, dort etwas Erwerben, Erleben, Erfahren, so das die kleinen SIM Betreiber (die nicht eine Firma im Rücken haben) ihre Kosten decken können.

    Ich bin auf einer der CSI Inseln gewesen und habe dort den Newbies geholfen in unserer Welt sich zurecht zufinden. (Ja alles Amerikaner.)

    Mitterweile sind 5 von denen wiederkehrende Besucher auf meiner SIM.
    Und ich hoffe es werden noch mehr.

    Wir brauchen mehr Besucher, ohne eine entsprechende Werbung (und das war die CSi Folge, übrigends kommt im Februar die nächste) wird die Besucherzahl nur noch Stagnieren.

    TJ Ay
    Ebersberg und Kreiss

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