Pia Piaggio entdeckt Ibiza

Pia Piaggion in Second Life TeaserIn Spanien gefällt es Pia total gut. Dort sei ein total cooles Gridflair, wie sie sich ausdrückt. „Irgendwie so locker. Wahrscheinlich liegt das an den schönen Stränden und den meterhohen Palmen, die überall herumstehen. Das entspannt halt einfach“, vermutet sie.

Wie sie das so äußert, fällt mir zum ersten Mal etwas eigentlich sehr Gravierendes am Zweitleben auf: Es ist eine schattenlose Welt, in der sich die Avatare bewegen. Im Reallife sind es oftmals gerade jene dunklen Umrisse, aus denen die Objekte ihre ästhetische Wirkung entfalten oder durch die eine Landschaft lebendig wirkt. In einer 3D-Welt würde sich daran wohl bisweilen noch die Rechnerkapazität erschöpfen, so erkläre ich mir das als Laie jedenfalls.

„Können wir nicht noch eine Weile hier bleiben und einfach abhängen?“, reißt Pia mich aus meinen Gedanken. Die ist echt lustig. Ich kann die Leser wohl schlecht damit langweilen, wie Pia Piaggio am Mittelmeer abchillt; tagsüber in den Himmel schaut und sich abends mit Cocktails schwindelig trinkt. Hat wohl kaum jemand Bock drauf, so etwas zu lesen. Da sollte ich mir schon was Pfiffigeres ausdenken.


Palme

Hhmmm. Wie wäre es denn mit Ibiza? Nicht zuletzt ist ja gerade Urlaubszeit und ein virtueller Ausflug auf die beliebte Insel ist immerhin völlig gratis und vielleicht auch ganz nett. „Oh ja, Ibiza. Das hört sich klasse an!“, freut sich Pia und macht einen kleinen Luftsprung. Na dann mal los. Statt der Fähre von Barcelona aus, die immerhin eine ganze Nacht unterwegs wäre, nimmt Pia den Teleport und das Ganze dauert keine drei Sekunden, schon taucht das kleine Balearenschatzstück wie ein Juwel unter ihr auf.


Ibiza

Das virtuelle Ibiza ist aus den Köpfen des Unternehmens SecondMind entstanden. Es besteht aus einer Hauptinsel und einigen kleineren Nebeninseln, Ibiza Residencial genannt. „Kann man hier etwa so ein kleines Eiland kaufen?“


Public Ibiza

Ja, kann man. Aber billig ist sie sicher nicht, so eine Privatinsel vor der Küste des virtuellen Ibizas. „Da kann man es sich bestimmt recht nett machen“, mutmaßt Pia mit Blick auf die schon vergebenen Inselchen.


Privatinseln

Diese exklusiven Residenzen sind natürlich mit einer Bannmeile belegt und Pia kann sich dort nicht genauer umsehen. Die Tricks und Kniffe, solche Sperrzonen zu durchbrechen, hat sie nicht drauf. Macht aber nix. Das öffentliche Ibiza scheint auch ganz sehenswert zu sein.


Maria Las Bieves

Auf der Spitze prangt das Wahrzeichen der Hauptstadt Ciutat de Eivissa, die Kirche von Santa Maria De Las Nieves. Eivissa ist übrigens das katalanische Wort für Ibiza, denn immerhin gehören die Balearen zu Katalonien.


Altstadt

Pia schlendert durch die Gassen der Altstadt, in der um diese Uhrzeit nicht viel los ist. „Meinst du, hier ist gerade Siesta?“ Könnte gut möglich sein.


Wohnviertel

Auch das ibizenkische Wohnviertel liegt einsam und verlassen da. „Bin ich hier etwa wieder ganz alleine? Mach mal die Minikarte auf!“, verlangt sie von mir. Mit einem dumpfen Plöppen springt das Kartenfenster oben rechts auf. Pia Piaggio ist darauf ein gelber Punkt und gar nicht weit entfernt tummel sich lauter Grüne. „Aha. Ist also doch was los hier. Komm, Stephy, lass uns mal losfliegen und suchen, wo die alle sind.“


Shoppingcenter

Das Shoppingcenter wirkt von oben genauso tot wie alles Vorherige. Auch die Promenade liegt avatarleer und schattenlos in der prallen Mittagssonne. Am Strand jedoch scheint irgendetwas abzugehen.


Strand

„Da sind welche!“, brüllt Pia etwas zu laut, weil ihr der Flugwind in den Ohren braust. „Lan-den!!!“, kreischt sie ebenso laut hinterher.


Malatu Club

Ich reagiere sofort und lasse sie aus voller Höhe ohne vorherigen Senkflug landen. Sie knallt bäuchlings auf die schweren Holzbohlen, rappelt sich jedoch schnell auf, klopft sich den Staub von den Kleidern und wirft mir einen vorwurfsvollen Blick zu. „Wie kannst du mich so in den legendären Malatu Ibiza Club einfallen lassen?“ Sorry, Pia, passiert halt schon mal.


Tanzfläche 1

Hier sind tatsächlich mal einige Avatare. Und das am frühen Nachmittag mitten in der Woche. Der Chat ist in vollem Gange und se habla español. Einige schwingen vergnügt das Tanzbein auf dem schrill leuchtenden Boden. „Sag mal, wieso höre ich eigentlich mal wieder nichts? Du hast doch jetzt eine 3,5G-Verbindung. Das muss doch klappen!“, plappert Pia auf mich ein. Na klar klappt das. Unten rechts den Medienplayer eingeschaltet und schon rrrrummmst der Clubsound durch die Boxen.


Tanzfläche 2

„Hey, super!“, freut sich Pia. „Das ist ja wohl mal echt cool“, findet sie und fängt an zu wippen. Auf der Tanzfläche geht es mächtig zur Sache. Der Sound ist aber auch wirklich klasse. Mein Bürostuhl, dieser alte Hund, fängt bedenklich an zu knarren, und die beiden echten alten Hunde lugen besorgt um die Ecke in mein Büro, wo ich mithin in die Hände klatsche, ein „Yeah“ raune oder auch einfach nur im Takt mitschnippe. Dabei ist der Malatu Club nur die Spitze des Fiesta-Eisberges, den das virtuelle Ibiza zu bieten hat.


Gesamteindruck

Es wartet mit vier weiteren Dancefloors auf, die als Docks rund um die Insel verteilt liegen oder sogar über allem schweben. Neben den Special-Acts gibt es drei verschiedene Soundzonen, die 24 Stunden täglich allerfeinsten Stuff anbieten: Poprock, Dancefloor und Clubsound. Partymäßig steht das virtuelle Ibiza dem realen in nur wenig nach, wie es mir dünkt. Und auch sonst geht bei genauem Hinsehen viel mehr auf dieser kleinen Insel ab, als zunächst vermutet.
Auf gleiche


Lucky-Letter-Spiel

Beim Lucky-Letter-Gewinnspiel ergattert sich Pia Piaggio ein Outfitset von Eiko Carol, nur weil ihr Name mit P anfängt.


Outfitset

Auf gleiche Weise kann man sich einen Ferrari und sonst noch allerlei ins Inventar stopfen. „Was für ein lustiges Glücksspiel“, findet Pia und schlendert weiter.


Center innen

Einige der erlesenen Boutiquen des Shoppingcenters bieten ihren Kunden einen Rabatt bei Zahlung mit der Metatarjeta.


Beachwear 1

Im Angebot ist unter anderem die rechte Beachwear für jeden virtuellen Anlass.


Shirtkollektion

Oder auch eine reale Shirtkollektion, die frei Haus ins RL zugestellt wird. Selbstverständlich gibt‘s die gleiche Klamotte ebenfalls virtuell – damit man mit seinem Avatar im Partnerlook unterwegs sein kann. „9.200 Linden$ finde ich ganz schön happig für ein RL-Shirt. Dafür kann ich mir ja hier ein eigenes Haus kaufen“, nölt Pia. Mag sein. Aber ein knapper Dreißiger für ein feines Baumwollshirt ist eigentlich gar nicht so teuer. Das scheint nur so in Pias Augen.


Mr. Malatu

Sie zockelt weiter, vorbei an diversen Klamottenläden und trifft dann unvermittelt auf einen weiteren Avatarpulk. Einige Beaus und Beautys tummeln sich beim Voting. Gesucht werden Miss und Mister Malatu.


Voting Malatu

Zum Mitmachen sind noch reichlich Plätze frei. Derzeit liegt Chiuaua Pye bei den Männern ganz vorn. „Wenn du mir endlich mal ein gescheites Skin spendieren würdest, könnte ich da auch mitmachen“, mosert Pia. Okay, wohl wahr, aber wir können auch noch ganz andere Sachen machen, als an Miss-Wahlen teilzunehmen. Zum Beispiel ist da diese riesige schwarze Kugel.


Joan Gómez

„Do you believe“, liest Pia vor. „Virtuelle Ausstellung mit Bildern von Joan Gómez aus seinem Buch Fotos von Feen und anderen Schattenwesen, die einzig von den Legenden bezeugt werden.“ Pia ist skeptisch. „Meinst du, da gruselt es mich?“ Schauen wir mal. Treten wir doch einfach ein.


Fabelwelt 1

Zum Mitmachen sind noch reichlich Plätze frei. Derzeit liegt Chiuaua Pye bei den Männern ganz vorn. „Wenn du mir endlich mal ein gescheites Skin spendieren würdest, könnte ich da auch mitmachen“, mosert Pia. Okay, wohl wahr, aber wir können auch noch ganz andere Sachen machen, als an Miss-Wahlen teilzunehmen. Zum Beispiel ist da diese riesige schwarze Kugel.


Fabelwelt 2

„Do you believe“, liest Pia vor. „Virtuelle Ausstellung mit Bildern von Joan Gómez aus seinem Buch Fotos von Feen und anderen Schattenwesen, die einzig von den Legenden bezeugt werden.“ Pia ist skeptisch. „Meinst du, da gruselt es mich?“ Schauen wir mal. Treten wir doch einfach ein.


Eiko Ivory

Mit dem nächsten Schritt steht Pia Piaggio mitten in einer grasgrünen Fabelwelt. Allerlei Wunderliches steht dort herum. „Das ist ja ab-ge-fahren“, wispert sie andächtig.


Pia floatet

Dazwischen sind Joan Gómez` Fabelwesen postiert und beleben den saftigen Grasteppich. „Wer lässt sich so etwas nur einfallen?“, wundert sie sich.



Ich logge mich mal kurz ins www und finde Eiko Ivory, aus dessen Kreativität diese Installation entstanden ist.


Abendrot

Beherrscht wird das Ambiente von einem gleißenden Lichtstrahl, der von oben hereinfällt. Pia toucht den sich darunter drehenden Zauberbaum an und erhebt sich gleich darauf in die Lüfte.


DJ Pia

„Hey, total geil, Stephy, hier kann man floaten“, ruft sie mir noch zu, bevor sie der Strudel fortträgt uns sie in einen meditationsartigen Rausch fällt; wie ein Fisch im Wasser oder wie ein Vogel im Wind durch den Kuppelbau gleitet. Dazu läuft Softrock. „Das ist ja wohl die pure Grid-Entspannung“, säuselt Pia beim Vorbeifloaten. Mir sind die Hände in den Schoß gefallen, ich summe leise vor mich hin und die Hunde seufzen beruhigt. Eine wirklich irre Angelegenheit, diese Ausstellung „Do you believe“. Als Pia aus der Fabelwelt heraustritt, liegt Ibiza schon im Abendrot da.


Party

„Ich bin fit wie ein Turnschuh nach dieser ganzen Floaterei. Komm, lass uns jetzt so richtig auf die Rolle gehen“, schlägt Pia vor.


Discokugeln

Da ihr jedoch die richtigen Tanzanimationen fehlen, entscheidet sie kurzerhand, den anderen, damit bestens bestückten Avataren als DJ ordentlich einzuheizen.

Das funktioniert auch ganz gut. Man stampft und swingt im Rausch der Beats, die Pia auf den Plattenteller haut. Über allem schwebt dabei eine leuchtende Kugel, die ihre andauernd ihre Muster und Farben wechselt.

„Also echt, Stephy, dieses Ibiza, das ist bisher mein absoluter Lieblingsort“, schreit Pia Piaggio mir zwischen dem Mixen des Vinyls zu. „Wirklich wahr“, setzt sie noch hinterher und konzentriert sich dann wieder auf das Mischpult.


Berlin

Na prima. Ich weiß schon genau, was kommt. Pia will jetzt ganz bestimmt DJ werden. Aber zum Glück will sie immer so viel, dass sie das Meiste davon auch sofort wieder vergisst, wenn sie was anderes entdeckt. Da werde ich mir ganz schön was einfallen lassen müssen, um sie von ihrem derzeitigen Lieblingsort wegzubekommen.Vielleicht gibt mir ja jemand einen guten Tipp.

Kommentare

  1. Hi Pia,

    koole Entdeckung. Und das mit dem floaten in Second Life muss ich unbedingt ausprobieren.

  2. @Stephanie,

    da ist ja gar keine SURL zu dem geheimen Floating-Ort auf der Ibiza-Insel in Second Life. Kannst Du den noch nachliefern :-)

    Grüße, Andreas

  3. Stephanie says:

    Lieber Patrick,

    diesen magischen Ort soll man ja eigentlich suchen – aber für alle, die es eilig haben und DRINGEND ein Floating brauchen:

    http://slurl.com/secondlife/Second%20Mind%25201/214/22/22/

    Viel Spass, Pia

  4. Michael Wald says:

    Liebe Stephanie,
    mal wieder ein schöner Artikel!

    Das Floaten muss ich auch mal testen ;-).

    Übrigens ist dein berechtigter Hinweis auf die Schattenproblematik scheinbar schon in der Mache: Die Schattenseiten von Second Life

  5. Stephanie says:

    Hi Michael,

    Du findest immer die dollsten News! Habe mir die Schattenseiten angeschaut – das wirkt schon sehr viel lebendiger. Danke für den Tipp,

    herzlich Pia

  6. @Stephanie: Was macht eigentlich Dein Gravatar :-)

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