Immersion wird mehr und mehr ein Thema

Ich ahnte es ja schon. Aber langsam wird das Wort Immersion zum Thema, was die Diskussion um Virtuelle Welten antreiben könnte. Und vor allem eine wissenschaftlich, inhaltliche Auseinandersetzung mit dem was hinter Immersion steckt.

So berichtete ich bereits in der Erstausgabe Avameo PRINT über den Versuch einer Metrik, um immersives Verhalten zu messen. Zugegeben, ein trivialer Anfang, aber besser als gar kein Anfang :-)

So kommt das Thema Immersion auch in anderen Kreisen hoch, wie etwa in Sebastian’s letzten Podcast #28. Er startet mit einer Psychologin einen Versuch, Immersion zu messen. Weiter beschreibt Sebastian eine sechstufige Methode für das effektive, effiziente und kreative kollaborative Zusammenarbeiten. Die sechs Prozessschritte der Methodik besteht aus unkritischen, kritischen und kreativen Phasen. Scheint mir eine Verfeinerung der guten alten Walt-Disney-Methode nach Robert Dilts zu sein, die nur aus 3 Rollen besteht: Der Träumer, der Realist und der Kritiker. Entscheidend hierbei ist jedoch – und darauf geht Sebastian ebenfalls ein – das man Virtuelle Welten perfekt nutzen kann, um entsprechende „Environments“ aufzubauen, die für die Typen Kritiker, Realist und Träumer förderlich sind. Es ist offensichtlich, dass unterschiedliche gestaltete Umgebungen unterschiedliche Emotionen hervorrufen. Da gibt es ja in der Raumgestaltung auch Aussagen darüber, welche Farbe die Libido anregt und welche Farbe eher den Hunger.

Bzgl. der Immersion handelt es sich therapeutisch gesehen um tranceähnliche Zustände, die u. a. an der Hirnaktivität über ein EEG gemessen werden können. NLP– und Hypnotherapeuthen arbeiten schon Jahrzehnte mit Techniken, um Klienten in Trance zu führen und um somit besser mit den unbewußten Teilen des Menschen in Kontakt zu treten.

Aber auch im Lernen spielt die Trance eine bedeutende Rolle. So weiß man heute, dass das Lernen in tranceähnlichen Zuständen wesentlich effizienter und effektiver ist.

Eigentlich ist das auf kein neuer Hut, sondern alter Kram. Denn wer Kinder beim Spielen beobachtet, weiß, dass die Kinder in ihre selbst konstruierte Welt eintauchen, eben einen immersiven Zustand oder einen tranceähnlichen Zustand erreichen. Und es steht heute kaum zur Debatte, dass Kinder in den ersten Jahren wahnsinnig viel lernen und dann noch perfekt. Sie lernen beispielsweise unglaublich komplexe Körperbewegungen, um das Gleichgewicht zu halten und um laufen zu lernen. Ebenso erlernen Sie ihre Muttersprache, und zwar ohne Schule ! Das Ganze nebenbei und spielerisch.

Und nun meldet mir mein Internet-Radar auch noch folgende Meldung über die mehsprachige Betreuung in Kita’s:

Die Kinder werden in der Kita nicht unter Druck gesetzt», fügt die 36-Jährige hinzu. Im Zoo-Kindergarten würden sie nach dem Prinzip der Immersion betreut, das dem natürlichen Lernen sehr nah komme. «Englisch wird nebenbei gelernt, indem der Fokus auf Inhalten und Aktivitäten liegt», sagt Kersten.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

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