Erzdiözese Freiburg begibt sich in virtuelle Welten

„Second Life“ bekommt Kirche St. Georg / Projektstart am 1. November


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Freiburg (pef) Am Allerheiligentag 2008 stößt die Erzdiözese Freiburg in neue Dimensionen vor: Als erstes katholisches Bistum weltweit lotet sie Chancen und Grenzen kirchlichen Engagements in computergenerierten dreidimensionalen Welten aus. Im Rahmen des beim Erzbischöflichen Seelsorgeamt angesiedelten Projekts „Kirche in virtuellen Welten“ wird eine eigene kirchliche Präsenz in „Second Life“ aufgebaut mit Möglichkeiten zu Begegnung und Gespräch, mit Wortgottesdiensten und Gebetszeiten, mit Bildungs- und Informationsangeboten.

„Second Life“ ist eine Online-3D-Infrastruktur für von Benutzern gestaltete virtuelle Welten, in der Menschen durch so genannte Avatare interagieren, spielen, Handel betreiben und anderweitig kommunizieren können. Das seit 2003 online verfügbare System hat inzwischen mehr als elf Millionen registrierte Benutzerkonten, über die rund um die Uhr meist rund 60.000 Nutzer gleichzeitig in das System eingeloggt sind. Zur virtuellen Präsenz der Erzdiözese Freiburg in dieser Parellelwelt gelangt man über die Internetadresse kirche-in-virtuellen-welten.de.

Kernstück der „Parzelle“ der Erzdiözese Freiburg in „Second Life“ ist der vom Illustrator Peter Esser-Künzel realisierte virtuelle Nachbau der Kirche St. Georg auf der Bodenseeinsel Reichenau (Oberzell). Durch die Platzierung des über 1100 Jahre alten romanischen Gotteshauses in der Internetwelt werde, so der Projekteiter Dr. Norbert Kebekus, „die fruchtbare Spannung zwischen der jahrtausendealten kirchlichen Tradition und der modernen Medienwelt deutlich“. Zudem sei St. Georg zusammen mit den beiden anderen romanischen Kirchen St. Maria und Markus (Mittelzell) und St. Peter und Paul (Niederzell) Teil des UNESCO-Welterbes „Klosterinsel Reichenau“ und daher von überragender kultureller Bedeutung. In und neben der virtuellen Georgskirche können interessierte Second-Life-Nutzer an Gebetszeiten teilnehmen oder sich zu Gesprächen treffen.

Parallel zu den praktischen Erfahrungen im Blick auf künftiges kirchlich-seelsorgerliches Handeln sollen die psychosozialen Auswirkungen virtueller Welten ausgewertet werden. Zum Start des Projektes wird das Second-Life-Team der Erzdiözese Freiburg, das aus fünf leibhaftigen Personen besteht, am 1. November von 21.00 Uhr bis 24.00 Uhr bei der Georgskirche anwesend sein, Fragen zum Projekt beantworten und durch die virtuelle Kirche führen. Außerdem sind alle Besucher herzlich eingeladen, um 22.00 Uhr die Komplet, das kirchliche Nachtgebet, mitzubeten.



Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

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