Pia Piaggio auf Inouk

Viel zu selten widmet sich die Presse den gelungen Vorhaben in Second Life. Über virtuelle Pleiten, Pech und Pannen fallen Journalisten gerne her, wie ein Fliegenschwarm über ….na, kann sich jeder was zu denken. Ganz nach der Prämisse: „Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute“ funktioniert es also scheinbar auch mit virtuellen Sachverhalten.

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Viel zu wenig beachtet werden darum die vielen erfolgreichen Unternehmenspräsenzen. Erfolgreich meistens nicht im Sinne von sich erhöhenden Umsätzen, nein, so weit sind wir im Web3D noch nicht. Und von daher kann ein virtueller Erfolg derzeit auch nur in einem gelungen Auftritt bestehen, der dem jeweiligen Unternehmen Hinweise auf zukünftige Anforderungen in virtuellen Welten geben kann.Voraussetzung dafür sind Erfahrungen mit der Community, wie es so schön heißt.

Vielen gelingt selbst das nicht, oftmals, weil ein solcher Kontaktversuch zu halbherzig durchgeführt wird. Man versucht Residents mit billigem Schnickschnack anzulocken und wundert sich dann, warum die Sim keinen Traffic verzeichnet. Gespart wird an Ideen, Konzept, Design, Marketing und zuletzt auch noch an Scripts und Prims. Aber gar so in den Anfängen steckt das SL dann doch nicht mehr. Solche Projekte sind zum Scheitern verurteilt und es muss auch niemanden wundern.

Ein gelungener Auftritt

Aber was ist denn nun ein gelungener virtueller Auftritt? Worum geht es dabei? Was ist entscheidend dafür? Um dies herauszufinden, schicke ich Pia heute auf die Sim des schweizerischen Reiseveranstalters KUONI. Das Unternehmen eröffnete seine virtuelle Präsenz im April 2008. Die sorgfältige Konzeption und Realisierung wurde von dem Unternehmen v-worlds und der Agentur crealogix durchgeführt. Heute, ein halbes Jahr später, ist man zufrieden mit dieser Investition. Die Sim ist gut besucht und Kuoni sieht seine Zielsetzungen weitgehend erfüllt.

Als Ambiente wählte man eine Eis-und Schneelandschaft, die im Second Life bisweilen noch recht rar geprimt wird. Schon dies war der erste Schritt zum Erfolg: Man suchte nach dem, was die Community bereichern könnte; etwas, woran ein gewisser Mangel bestand.

„Eis und Schnee? Kenne ich nicht. Was soll das sein?“, fragt Pia Piaggio mich auch prompt, als ich ihr von unserem Vorhaben erzähle. Mein Blick fällt auf ihre bauchfreie dünne Hose und ihr leichtes Top mit kurzärmeliger Jacke. Das Mädel wird ganz schön frieren, wenn Avatare denn überhaupt Kälte empfinden können. Ich lasse es mal drauf ankommen und gebe ihr den Teleport nach INOUK.


INOUK

Eine funkelnde Eislandschaft gekrönt von einer sich drehenden Erdkugel taucht unter uns auf.


Schnee

Pia rutscht beim Landen mit ihren Sandalen über die glatten Holzbohlen, rudert mit den Armen, fängt sich dann jedoch und schnauzt: „Mein lieber Linden, ist das glitschig hier!“ Nein Pia, nicht glitschig sondern glatt. „Dann eben glatt. Das ist also Schnee und Eis“, stellt sie mit einem Rundblick fest.


Plan

Mit der Kamera zoomt sie sich in eines der Iglus und entdeckt eine Übersichtskarte der Sim. „Hier gibt es verschiedene Bereiche, schau mal. Eine Eisbar gibt’s und eine Schneeballschlacht und sogar ein Labyrinth“, ruft sie erfreut aus.


Teleports

„Und für alle Plätze wird ein Teleport angeboten. Super! Womit fangen wir an?“, will sie wissen. Hhhmmm. Aber Moment mal, was ist denn nur mit Pias Lippen los? Sie werden ganz dunkel, ja bläulich. Kalt sei ihr nicht, behauptet sie. Trotzdem. Pia braucht erst mal entsprechende Kleidung für das Vergnügen auf INOUK, entscheide ich und teleportiere sie zum IGLOON Shop – die erste Adresse für modische winterfeste Kleidung.


Wear

„Oh yeah, gegen ein paar neue Klamotten habe ich ja nie etwas“, jauchzt sie und stakst in das Iglu. Dort knistert ein züngelndes Ofenfeuer vor sich hin, was dem Raum mit seiner Eiskuppel ein wenig wärmer erscheinen lässt.


Kollektion

Präsentiert werden die neuesten Modelle der französischen Modedesignerin Leane Loon. Zu diesem Anlass wird es heute Abend auch eine kleine Eisparty geben, mit der ich Pia überraschen will.


Leane Look

So richtig wärmend muten die Kreationen allerdings nicht an, wie ich finde. Aber Pia freundet sich sofort mit dem teuersten Outfit an. Ich will sie wirklich nicht erfrieren lassen und spendiere ihr den warmen Ringelpullover mit Mütze, Hosen und Schuhen.


Hochhackiges

Ich schenke ihr noch ein Paar warm gefütterte Moonboots und bin froh, dass sie sich nicht für die hochhackigen, halsbrecherischen Winterpumps interessiert.


Handschuhe

Auch Mützen findet sie nicht so klasse. „Aber Handschuhe hätte ich noch gern. Für die Schneeballschlacht“, zwinkert sie mir zu. Tja, Pia, Handschuhe gibt’s leider nicht. Nicht ein einziges Paar.


Schneefertig

„Naja, sei’s drum. So bin ich doch schon mal gut ausgestattet für ein zünftiges Wintervergnügen“, findet sie. Die dicke Weste und die Ohrenschützer aus Fake Fur hat sie sich als Freebie abgrapschen können.


Brueckengang

Pia fühlt sich nun pudelwohl. Mutig stapft sie auf die geschwungene Brücke, die über den zugefrorenen See auf die andere Seite führt. „Hoffentlich falle ich nicht runter“, meint sie, von früheren solcher Erfahrungen ein wenig vorbelastet. Aber hier auf INOUK kann das nicht passieren. Hier waren schließlich echte Profis am Werk und haben die Brücke mit einer unsichtbaren Balustrade ausgestattet. Erleichtert tippelt Pia weiter.


Hirschkuh

„Schau mal dort, ein Elch mit seiner Hirschkuh auf einer Scholle“, ruft Pia aus. Ein nettes Detail, das einzubringen sich bei einem Schweizer Unternehmen wohl kaum vermeiden lässt.


Eisbär

Pia verweilt einen Moment auf einem der glasigen Barhocker an der Eisbar und baumelt mit den Beinen. „Das Ambiente hier ist ja wirklich cool“, verkündet sie. Treffender hätte sie es wohl kaum formulieren können. Dann gleitet ihr Blick zu der Erdkugel hinauf. „Da oben scheint irgendetwas zu sein“, mutmaßt sie und jumpt vom Eishocker.


Globe

„Nennt sich The Globe und man kommt mit dem Aufzug hoch. Da oben gibt es dann Landmarken zu sehenswerten Städten oder Ländern im SL“, erklärt sie mir.


Pia Piaggio

Mit dem Aufzug schwebt sie auf den rotierenden Globus. Dann stapft sie in ihren Schneestiefeln die freischwingende Treppe hinauf. Auch hier keine Absturzgefahr, weil unsichtbar gesichert.<7p>


Landmarken

Oben angekommen holt sie sich die Landmarken aller möglicher virtueller Reiseziele: Berlin, Rom, Hongkong und so fort. „Klasse, Stephy, da können wir ja ordentlich Reisen!“, droht sie an.


Dancefloor

Von dort oben hat sie auch einen guten Blick auf den Dancefloor, der an diesem eiskalten Nachmittag jedoch avatarleer daliegt. Sie schwingt sich in der durchsichtigen Kabine wieder gen Boden.


Travelbook

Gleich gegenüber wird das INOUK Travelbook als Freebie angeboten. Interessiert stapft Pia an der Schneewehe vorbei auf das überdimensionale THINC-Book zu.


Reiseziele

Abgebildet ist dort auf der linken Seite ein reales Reiseangebot und auf der rechten Seite der Teleport zum virtuellen Pendant. „Klasse“, findet Pia , „das hole ich mir. Ich bekomme dann – ganz von selbst – von Zeit zu Zeit Updates mit neuen Reisezielen. Und so habe ich immer einen aktuellen Reisekatalog“, freut sie sich.


Reisevideos

Gleich nebendran sind zwei große Videoscreens aufgebaut, wo Pia sich Reisefilme über Antigua oder Hongkong anschauen könnte. „Da habe ich jetzt keine Ruhe für. Vielleicht später“, beschließt sie und wendet sich von den Leinwänden ab.


Labyrinth

Ihr gelüstet mehr nach Abenteuern und so wagt sie sich in das steinerne graue Labyrinth. Eine Legende besagt, man könne dort einen Schatz von 30.000 Lindens heben. Auf dem Plakat steht davon allerdings nichts.


Code

Mutig schreitet Pia durch sieben dicke Türen, die sich mit Luftdruck öffnen und schließen und ihre Haare wehen lassen. Abgestandene Luft empfängt sie, die sich zu verdichten scheint. „Uuuch, das ist aber oll hier“, bemerkt sie und irrt durch die engen Gänge.


Schlüssel

Es geht darum, zehn Schlüssel aufzuspüren. Einen findet Pia recht schnell. „Aber weißt du, ich kriege hier Platzangst. Das ist nichts für mich, dieser Betonkörper.“ Damit spricht sie mir aus der Seele. Zum Glück stehen überall Teleports bereit, die einen aus diesem schauerlichen Gemäuer herausführen.


Paragliden

Der Teleport entführt sie aus den Tiefen des Labyrinths auf den höchsten Berg von INOUK. „Das nenne ich Kontrastprogramm“, stellt Pia fest und atmet die herrlich klare Bergluft tief ein. Abenteuerlustige Avis können sich dort einen Paraglider in ihr Inventar kopieren und sich von der Plattform in den Windkanal stürzen.


schweben

Schon wird Pia von der seichten Thermik des Gridwindes erfasst und segelt über die unschuldig weiße Landschaft.


Glühwein

Aus der Ferne erkennt sie eine Glühwein verheißende Hütte. So langsam komme ich hier vor dem Rechner um vor Sehnsucht – nach Eis, Schnee und heißem duftendem Glühwein. Aber egal. Um mich geht es nicht; es geht um Pia Piaggio.


Skating

Außer diesem betörendem Gesöff sind dort auch Schlittschuhe im Angebot.


Schlittschuhe

„Wau, das verspricht ja ein echtes Gleitvergnügen!“, jauchzt sie. Dann hält sie inne, klimpert mit ihren Äuglein und fragt: „Meinst du, die sind teuer?“ Schauen wir doch mal. Ein Touch und schon werden ihr die Schlittschuhe gratis angeboten. „Und die Animation, wo kriege ich die her? Ich möchte wie eine wahrhaftige Eisprinzessin Schlittschuh laufen“, wünscht sie sich.


Und los

Schon all zu oft hat sich Pia Freebies geholt, die sie erst rezzen musste oder wo die Animation dazu fehlte oder nicht funktionierte. Insofern ist ihre Sorge natürlich absolut berechtigt, aber nicht auf INOUK. Selbstverständlich kann Pia mit den Schlittschuhen laufen, nachdem sie sie angezogen hat. Sie muss einfach nur losgehen – dann gleitet sie fast wie eine echte Eisprinzessin über den zugefrorenen See.


Schneemann

In einer rasanten Schleife saust sie um den Schneemann herum, der sie mit einer Zuckerstange in der Hand anlächelt. „Hi“, grüßt sie ihn und dann zu mir gewandt: „Da kann ja durchaus ein Avi drinnen stecken.“ Ja, so gesehen schon. Wichtig ist jedenfalls, immer nett zu bleiben und lieber einmal zu viel, als zu wenig zu grüßen.


Igloos

Sie braust mit wehenden Haaren über Eis und Schnee, denn die Schlittschuhe laufen auch auf der fest gefrorenen Schneedecke. Vor den IGLOOS macht sie Halt. Sie studiert das Plakat. „Diese Iglus, die kann man kostenlos für Projekte oder passende Shopideen zu Verfügung gestellt bekommen“, staunt sie. Das ist ja ein Ding.


Sponsoring

„Hier zum Beispiel ist gerade eine Ausstellung von Reisefotos.“ Sie überlegt einen Moment. „Und man könnte hier sicher auch einen Handschuh-Shop aufmachen, was hältst du davon?“ Ich? Gar nichts. Aber andere vielleicht. Achselzuckend gleitet Pia wieder los.


Schnee

Total begeistert ist sie vom Schnee-Engel machen. Immer wieder wirft sie sich in das Quadrat aus Pulverschnee und begutachtet danach ihren Engelsabdruck. Wir kriegen uns ein wenig in die Haare, weil ich schon nach dem dritten Mal peile, dass immer die gleiche Form dabei rauskommt. Aber Pia behauptet, der Engel sei jedes Mal anders – immer heiliger. Na gut. Nach ungefähr dem zehnten Schnee-Engel vergeht auch ihr die Lust.


Store

„Und jetzt? Was machen wir noch?“, will sie wissen. Ich zeige ihr das Plakat von der Eröffnung des IGLOON Stores. Ab 20.00 Uhr soll es eine eisige Party geben mit Sonderpreisen für die neue Kollektion von Leane Loon. „Ja geil, da gehen wir hin“, nickt sie.


Töne

Bis zum Beginn der Party klemmt sich Pia hinter den Eisflügel und klimpert versonnen vor sich hin. Dabei wird es ruck zuck dunkel.


Eisparty

An der Glühweinbude versammeln sich schon die ersten Partygäste. Pia schlittert auf die kleine Versammlung zu, dreht noch eine betörende Pirouette auf dem See und gesellt sich dann dazu.


Aurel Furse

„Das ist Aurel Furse, die Projektleiterin von Kuoni“, flüstert sie mir aufgeregt zu. „Nicht zuletzt ist ihr der Erfolg dieser Sim zu verdanken. Sie ist immer für die Residents da und ihre INOUK-Gruppe zählt schon um die achtzig Mitglieder!“


Leane Loone

„Und sie hier, die mit den eisweißen Haaren, das ist Leane Loone, die französische Designerin, h-ö-c-h-s-t-p-e-r-s-ö-n-l-i-c-h“, zischelt sie.

„Und er dort, das ist wahrscheinlich einer vom Kreateursteam“, wispert sie, „also von der Agentur, die hinter dem Schicksal von INOUK steht“, spricht sie feierlich. Na prima,dann kenne ich ja das who-is-who der heutigen Party, die mit einem zauberhaften Feuerwerk enden soll, wie man im Chat munkelt. Ich überlasse Pia den zahlreichen Gästen und logge mich unbemerkt aus.

Mir ist total nach Eis und Schnee und ich bin kurz davor, mal bei Kuoni zu schauen, was diesbezüglich so im Angebot ist. Der Aufenthalt in INOUK hat besonders deshalb sehr viel Spaß gemacht, weil dort das Konzept stimmt und die Angebote technisch reibungslos ablaufen. Ein gutes Image, dass sich dadurch transportiert und für den schweizerischen Reiseveranstalter eventuell die Kunden von übermorgen hervorbringen wird.

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