Aussterbende Analogtiere: Verleger

mit diesem Satz nahm Dieter Reichert von der censhare AG gestern auf die Verlagslandschaft in seinem Vortrag „Die Google Galaxie“ auf dem Medien Meeting Mannheim bezug:

Verleger sind Analogtiere und daran werden sie sterben.

Reichert stellte in seinem Zukunftsszenario 2030 folgende radikale Aussagen:

  1. Wir haben es mit exponentiell steigender Entwicklung zu tun bzgl. Wachstum und Geschwindigkeitsveränderungen
  2. Die Menschen werden dem Staat und der Politik nicht mehr vertrauen und sich dem Tribalismus zuwenden.
  3. Es wird eine neue Spezies geben. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, durch die Synthese Mensch-Maschine
  4. Es wird durch den Menschen nicht kontrollierbare Formen der künstlichen Intelligenz geben

Den Twitter-Stream des Media Meetings Mannheim findet man unter dem Hashtag #mmm09.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Xaver Odell says:

    Dazu gab es vor kurzem schon mal eine interessante Diskussion in einer printmedienorientierten Gruppe auf Xing, in dem Google quasi als Urvater des bösen Journalismus dargestellt wurde.
    Naja, wie dem auch sei, der Trend ist aber eindeutig. Weg von großen Medienkonzernen, hin zu losen Nachrichtenunternehmen, die eigenständig aggieren und News untereinander austauschen. Schon jetzt sind Pressefotografen und Journalisten oft nur noch auf freiberuflicher Basis unterwegs.

    Bei dem Punkt 2 muss man kein Wahrsager sein um die Richtung zu erkennen. Das Vertrauen in die 3 M’s (Manager, Minister, Medien) geht auch heute schon zunehmend verloren.

    Dem Punkt 4 kann ich nicht zustimmen. Eine echte künstliche Intelligenz, wäre der heilige Gral eines jeden Informatikers. Dennoch dürfte es äußerst gefährlich sein diese, in sofern das überhaupt möglich ist, unkontrolliert zu erschaffen. Ausgehend von Descartes Grundsatz „Ich denke also bin ich“ schließt eine echte KI, ein eigenständiges Bewußtsein ein.
    Eine selbst denkende und mit gigantischer Geschwindigkeit lernende Maschine, die sich seiner selbst bewußt ist, würde vermutlich nach kurzer Analyse zu der Schlußfolgerung kommen, dass sein Schöpfer (der Mensch) ein irrationales, unlogisches, ressourcenfressendes, destruktives Wesen ist, welches sich über kurz oder lang der Entwicklung dieser Maschine in den Weg stellt, da er kein anderes mächtigeres Wesen über ihn selbst zuläßt. Und bevor sich diese Maschine, wie einen Virus in seiner Existenz bedrohen läßt, würde sie wohl eher selbst einen Präventivschlag einleiten.
    Punkt 3 halte ich auch für ziemlich gewagt und abhängig davon, in welche Richtung sich die Forschung entwickelt. Kybernetik oder Genforschung?

  2. Also die Sache mit der durch den Menschen nicht kontrollierbaren künstlichen Intelligenz kann ich mir auch schwer vorstellen.

    Die Spezies allerdings schon. Ich stelle mir das als eine Art Cyborg oder ein Mix aus Mensch und Maschine vor, eine Synthese eben. Vermutlich wird sich eine solche Spezies aus Menschen ergeben, die sich entsprechende technische Erweiterungen ihres Körpers finanziell leisten können.

    Schaut Euch doch einfach mal das C-Leg an:

  3. Xaver Odell says:

    Ja vermutlich hast Du Recht, dass kybernetische Elemente zum Einsatz von Prothesen an Vorrang gewinnen werden. Was meiner Meinung nach, eine Frage der Wirtschaftlichkeit sein wird. Ein Gesunder Mensch braucht keine Medikamente. Wenn jeder sich eine neue Leber, ein neues Herz oder irgendein neues Organ wachsen lassen könnte, brechen ganze Branchen zusammen. Angefangen von Pharmakonzernen bis hin von Unternehmungen für nachhaltige Gesundheitstherapien.
    Das die Forschung sogar bewußt unterdrückt wird zeigt eine Reportage:
    Teil1
    http://www.youtube.com/watch?v=q1IQO6riymI&feature=related
    Teil2
    http://www.youtube.com/watch?v=9jLX4tN4e4k&feature=related

    In der Gentechnik wird gern die Ethik vorgeschoben, aber ich behaupte mal frech, dem Hungernden in Afrika, der die letzten Tropfen Wasser aus einem dreckigen Wasserloch fischt, dem wird es herzlich egal sein, ob eine Tomate gentechnisch vergrößert wurde, so lange er nur satt davon wird. Und genau diesen Fakt hat der Herr Reichert in seinem Zukunftsszenario vergessen. Trinkbares Wasser und ausreichend Nahrungsmittel auf Grund der verstärkten Wüstenbildung einhergehend mit stetig wachsender Überbevölkerung, könnten in Zukunft ein weit aus größeres Problem darstellen, als die Verknappung der Ölreserven. Nur werden wir hier in Deutschland mit solchen Problemen nicht all zu häufig konfrontiert, obwohl dies auch heute schon knapp 20% der Weltbevölkerung in direkter Weise betrifft. http://www.welthungerhilfe.de/hunger_spezial.html

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