Lehrer aller Länder… vernetzt Euch!

Es war schon ein komisches Gefühl, nach genau 18 Jahren das erste Mal meine „geliebte“ Turnhalle, die mittlerweile in eine Aula umgestaltet wurde, an der Gutenbergschule Wiesbaden zu betreten.

Anlass war ein Elternabend zum Thema „Gefahren der neuen Medien – Computer und Handy im Griff“, bei dem ich mir, ergänzend zu meiner zukunftsorientierten Tätigkeit bei Avameo, einen Überblick über das verschaffen wollte, was hier und heute die Eltern, Lehrer und Schüler bewegt.

Der Webmaster der Gutenbergschule, Herr Steppich, hat für diesen Informationsabend über 1000 Einladungen an die Eltern verschickt, ca. 30 von ihnen sind schließlich erschienen…

Wenn man davon ausgeht, dass es hier um aufgeschlossene Eltern geht, die bereit sind, sich mit neuen Medien auseinander zu setzen, war es erstaunlich anzusehen, mit welch einfachen Mitteln Herr Steppich hier für „AAH`s“ und „OOH`s“ sorgte. Leider haben die „OOH`s“ überwogen.

Für mich war es ein Ausflug auf den Boden der Realität, denn wenn wir hier von virtuellen Welten, Emergenzen, Immersion und Augmented Reality reden, neige ich dazu, zu vergessen, dass es Menschen gibt, die keine Ahnung davon haben, in welchem Umfang ihre Kinder welche Informationen der Öffentlichkeit preisgeben, ohne sich möglicher Folgen bewusst zu sein.

Herr Steppich hat viele seiner Statistiken, mit denen er die Eltern sensibilisiert hat, selbst im Netzt recherchiert, und sich dabei hauptsächlich auf Wiesbadener Schulen konzentriert. Die Maßnahmen zur Abwendung der erkannten Gefahren hat er auf seiner Seite www.medien-sicher.de für Lehrer, Eltern und Schüler zugänglich gemacht.

Ohne Zweifel wird das Thema Medienkompetenz eines der entscheidenden Themen der Zukunft werden, doch gestern musste ich mich fragen, wer das bewerkstelligen soll….

Diese Aufgabe an die Eltern zu übertragen erscheint mir genauso wenig erfolgsversprechend wie geeignet, da die wenigsten Eltern selbst über Medienkompetez verfügen. Woher sollen sie das auch? Die neuen Medien der 60-er und 70-er Jahren waren der Fernseher und der Kasettenrekorder.


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Aber für Bildung sind ja die Schulen verantwortlich. Schulen, an denen das Alter der Lehrer dem Alter der Eltern entspricht, die dementsprechend viel Ahnung von den neuen Medien haben, und die so schon kaum wissen, wie sie ihre Überstunden handhaben sollen.

Glücklicher Weise gibt es unter der Lehrerschaft aber noch ein paar Idealisten. Menschen, wie Herrn Steppich, die schon fast ehrenamtlich dafür sorgen, dass Inhalte vermittelt werden, die im normalen Unterricht noch keinen Patz gefunden haben, aber für eine zukunftsorientierte Erziehung ebenso wichtig sind, wie das kleine 1 X 1.

Solange dieses Thema aber nicht publik wird, werden sich weitere Idealisten verheizen, und nur ein kleiner Teil der künftigen Akademiker, auf deren Entwicklung unsere Regierung ja so hofft, wird die der Lage sein, die Chancen und Möglichkeiten des WEB 2.0 sinnvoll und kompetent nutzen.

Deshalb kann ich nur hoffen, dass sich Lehrer und interessierte Eltern der Stärken des WEB2.0 bewusst werden, sich vernetzten, und selbst er- und vorleben, wie eine sinnvoll genutze Community der allgemeinen Bereicherung dienen kann!

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Kommentare

  1. Langenstein Petra says:

    Danke,
    für den Artikel, Ihr Kommen und die wohl schon länger bestehende Aufmerksamkeit.
    Viellecht können wir sie mit Ihrer Kompetenz an unsere Seite holen wenn wir erneut einen Versuch starten die verantwortlichen Bildungspolitiker aufzurütteln.
    lieben Gruß Petra Langenstein Schulelternbeirat
    Gutenbergschule

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