Linden Lab Preispolitik in der Krise

Nach Anhebung der Preise für OpenSpace-Simulatoren im letzten Jahr verabschiedeten sich zahlreiche Landbesitzer von Linden Lab. Viele ehemalige Second Life Residents schwenkten auf die einizige wirkliche Alternative zu Second Life um, auf OpenSimulator. OpenSimulator ist eine zu Second Life kompatible Lösung auf Basis von OpenSource, die wir auf unserem Technologie-Konvergenz-Radar mit aufgenommen haben. Zahlreiche GRIDs, wie das OSGRID oder das OpenLife-Grid bieten kostengünstigere Alternativen zu Second Life. Zwar kommen die auf OpenSimulator basierenden GRIDs derzeit an die Stabilität und Performance des Second Life-GRIDs nicht heran, es ist aber zu erwarten, dass dieses vielversprechende OpenSource-Projekt, den Grundstein für ein echtes 3D-Internet legt. Insofern könnte OpenSimulator das Pendant zum bekanntesten Webserver des 2D-Internets werden. OpenSimulator wird in Insiderkreisen als der Apache des 3D-Internets gehandelt.

Auf die Abwanderung scheint Linden Lab nun mit einer Preiskorrektzur zu reagieren. Via Pallo Petrov sind wir heute auf den Blogeintrag bei Linden Lab bzgl. der OpenSpace (Homestead)-Simulatoren aufmerksam geworden.

Am 28.10.2008 berichteten wir über die Anhebung der Preise von 75 USD auf 125 USD pro OpenSpace-Simulator und Monat. In der bisherigen Preis- und Produktstrukturstruktur unterscheidet Linden Lab zwischen drei Stufen für Simulatoren:

  1. OpenSpace / Homestead Simulationen/Regionen
  2. FullPrim-Simulationen/Regionen
  3. Preisreduzierte FullPrim-Simulationen für Bildungszwecke

Zu den hochpreisigen FullPrim-Simulatoren für 295 USD pro Monat, die für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen, sind die OpenSpace/Homestead-Simulatoren, eine von den Residents (Community) beliebte Alternative für kleinere Projekte.

Alle ehemaligen (abgesprungenen) OpenSpace-Simulator-Landbesitzer, die ihren OpenSpace- bzw. Homestead-Simulator vor dem 01. Juli 2009 erwerben gilt ein reduzierter Preis von 95 USD.

Von daher bleibt abzuwarten, ob Linden Lab in Zeiten der Krise, die enttäuschte Community wieder froh stimmt?

Aktuell ist die Ökonomie in Second Life vergleichsweise stabil zur Ökonomie der physischen Welt. Bzgl. der Bedeutung des OpenSimulator-Projektes werden wir in der Zukunft allerdings interessante Zeiten erwarten dürfen. :-)

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Yistin says:

    Es wird auch Zeit.
    Bislang kann Linden Labs in vielen Dingen machen, was es will – und tut das auch. Manches gemahnt schon an die Willkür eines Sonnenkönigs. Ob da durch Regeländerungen z.B. regelrecht Geld vernichtet wird, ist Linden ziemlich egal – ist ja nur Spielgeld, die echten Dollars bleiben ja – in LindenLab’s Tasche. Rechtlich kaum zu umgehen, auch wenn die TOS nach deutschem Recht ziemlich fragwürdig ist – das dürfte in den USA kaum interessieren. Das Einzige, was LindenLabs da einbremsen kann, ist der Markt, ist ein massiver Kundenabfluß zur Konkurrenz. Das kostet Geld, das tut weh!

    Auch wenn mir ein „OpenSimulator wird in Insiderkreisen als der Apache des 3D-Internets gehandelt.“ zum heutigen Zeitpunkt (noch!) zu hoch gegriffen scheint – es könnte so werden.

    Dann ist der Punkt gekommen, an dem LindenLabs wieder auf User und deren Wünsche hören muss, statt sie als kostenlose Contentproducer und Kulissenschieber für eine Industrielle Schulungs- und Produktwelt zu betrachten, wie es jetzt oft der Fall ist.

    Bleibt zu hoffen, dass LindenLabs dann nicht versucht, das OpenSIM-Projekt auf dem Weg der Patentklage zu Fall zu bringen – genug Rechte dafür dürften Sie besitzen.

    Yistin

  2. Das mit der Patentklage habe ich so noch gar nicht gesehen !

    Zum Sonnenkönig: Es wäre nicht das erste Mal das Sonnenkönige abstürzen. Ich erinnere mich da an Firmen wie Netscape und AOL, die versuchten im Internet erfolgreich zu sein (ich weiß, AOL gibt es immer noch, aber Sie sind, soweit ich weiß lange nicht mehr so stark, oder?) ….

  3. Xaver Odell says:

    „Bleibt zu hoffen, dass LindenLabs dann nicht versucht, das OpenSIM-Projekt auf dem Weg der Patentklage zu Fall zu bringen – genug Rechte dafür dürften Sie besitzen.“
    Genau das ist auch meine Befürchtung und sehe daher das OpenSim Projekt derzeit noch nicht als echte Alternative. LindenLab hat wenigstens einen Fuß in der Tür bei dem Projekt, von dem sie derzeit noch profitieren. Wo sonst bekommt man neue Ideen und Bugfixes kostenlos programmiert? Aber wenn es dahin gehen sollte, dass die Investoren lieber Geld in ein OpenSim Projekt, anstatt in die LL kontrollierten Plattformen stecken, könnte auch mal eine Klagewelle losgetreten werden.
    Und genau der Fuß in der Tür ist der störende Faktor bei vielen von Kundengesprächen. Das Interesse an einem 3D Internet ist vorhanden, allerdings ist die Vielzahl der Unternehmer, die letztes Jahr sprichwörtlich „rausgeekelt“ wurden nicht mehr bereit, sich einer TOS und deren Rechtsunsicherheiten eines Serviceproviders im fernen Amerika zu beugen.
    Zur Zeit kann man aber nicht viel tun, als die Entwicklungen abzuwarten, neben OpenSim wird noch eine ganze Menge mehr im verborgenen Kämmerlein gebastelt und ich denke die Zukunft wird noch eine ganze Menge Überraschungen und Wenden bereit halten.

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