Pia Piaggio geht fremd

Manchmal drängen die äußeren Umstände dazu, aus dem Gewohnten auszubrechen; alles Bekannte hinter sich zu lassen und in neue Gefilde aufzubrechen. So passiert es heute auch Pia Piaggio. Gewöhnlich lebt sie ihr virtuelles Dasein im guten alten Second Life TM und erkundet dort interessante Orte oder schaut sich spannende Projekte an. Aber die Konkurrenz schläft nicht und so kommt es, dass sie sich heute per HippoOpenSimViewer in eine andere virtuelle Welt einloggen wird.

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Auf ins Open Neuland

Es geht ins Open Neuland, das deutsche Grid vom Betreiber TalenRaspel virtual worlds Ltd. Erst im April dieses Jahres eröffnet, mausert es sich augenscheinlich zu einem Schmelztiegel von Baukunst, Kultur und Vergnügen. Unter der technischen Obhut von Kai Ludwig aka Internet Engineer (kurz I.E.) und Bayram Kansu aka Friendly Riddler, die das Kernteam von TalentRaspel bilden, geraten die Guglmänner und diverse andere Kunstschaffende so richtig in Fahrt. Das Open Neuland scheint derzeit ein Paradies für die Verwirklichung virtueller Projekte zu sein.

Date mit Yoster Allen

So jedenfalls sieht das Werner Clasen aka Yoster Allen, der dort seinen größten Traum realisieren kann. Im Second Life TM bereits hat er ein Zentrum für Zinnfiguren geschaffen, das die offizielle Repräsentanz des Historischen Zinnfigurenmuseums Goslar, des Deutschen Zinnfigurenmuseums Kulmbach/Plassenburg und der KLIO (Deutsche Gesellschaft der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren e.V.) darstellt. Dieses eigenfinanzierte Projekt geriet dort jedoch aus Platz- und Geldmangel ins Stocken. Im Open Neuland will er es nun gemäß seines Gedankens einer ars cultura ausweiten.

Wahre Leidenschaften

Denn mindestens zwei Leidenschaften treiben Yoster Allen an: die Welt der in Zinn gegossenen Figuren und die großartige Epoche des Jugendstils. Was im ersten Moment als Gegensatz wirkt, will Yoster zu einer Einheit aus Kunst und Kunsthandwerk zusammenfügen. Heute nun feiert man im Open Neuland die Fertigstellung der Yosterburg, einer Nachbildung der realen Plassenburg , die nur mit der baufachlichen Hilfe von Roko Johin entstehen konnte. Pia ist dazu eingeladen. Und nicht nur das. Vorher bekommt sie sogar noch eine exklusive Führung über die Sim ars cultura respektive der Yosterburg.


Burganalage

Im Landeanflug steuert Pia Piaggio auf das Kernstück, die Burganlage Plassenburg zu.


Innenhof

Sie landet im kopfsteingepflasterten Innenhof dieser beeindruckenden Festung. „Da hat Roko aber an Arbeit nicht gegeizt“, meint sie, nachdem sie sich staunend umgeschaut hat. Ja, toll hat sie das gemacht. Einfach spitze!


Yoster Allen

Da schlendert auch schon Yoster auf sie zu. „Hi Pia“, begrüßt er sie, „bist du bereit zu einer kleinen Führung?“ Pia nickt. „Ja klar, immer nur zu“, und schon zockeln die beiden los.


Zinnfigueren I

„Also, hier in der Burganlage an sich befindet sich das Deutsche Zinnfiguren Museum. Thematisch gegliedert werden hier Abbildungen der realen Figuren gezeigt.“


Geisha Samurai

„Fangen wir mal mit Bauern-Geisha-Samurai an.“ Knarrend öffnet sich die schwere Holztür des Eingang B und Pia tippelt hinter Yoster her.


Dioramen

Es ist herrlich kühl in dem steinigen Gemäuer. An den Wänden hängen Dioramen hinter Glas. Pia schaut sich ehrfürchtig um.


Zinnfiguren II

„Das sind alles echte Zinnfiguren. Im Hintergrund werden die entsprechenden Szenarien dargestellt“, erklärt Yoster und seine Stimme hallt in den großzügigen Räumen, die sie durchschreiten.


Plassenburg

Yoster ist recht flott unterwegs und Pia kommt bisweilen kaum dazu, sich die Figürchen genauer zu betrachten. Leicht außer Atem eilt sie ihm die Treppe hinterher, die zum nächsten Ausstellungsteil führt.


Kriegsgeschehen

Dort ist eine große Ecke dem ehrenwerten Napoleon respektive seiner Epoche gewidmet. „Hier sind lauter Krieger, teilweise beritten, ausgestellt“, resümiert Pia ihren Rundblick.


Grossdiorama

„Ja, richtig, hier geht es um Krieg. Dies hier ist übrigens das größte Diorama mit über 19.000 Figuren. Es nennt sich Großdiorama Konraditag“, erläutert Yoster das imposante Arrangement.


Einzelfiguren

Durch einen schmalen Gang von Dioramen und Einzelfiguren gelangen die beiden in den zauberhaftesten Teil der Ausstellung in der Plassenburg.


Märchenfiguren

Im oberen Geschoss werden Märchen aus Zinn gezeigt. „Oh wie hübsch!“, findet Pia das. „Toll wäre es jetzt noch, wenn man die Märchen dazu anhören könnte“, wünscht sie sich, sagt zu Yoster aber nichts, denn wahrlich steckt hier schon genügend Arbeit drin.


Internet Engineer

Dann geht es über den Burghof in den gegenüberliegenden Gebäudeteil. Dort treffen die beiden auf I.E., der sich gerne zu ihnen gesellt.


Klio

„Hier seht ihr jetzt einige Zinnfiguren der Arbeitsgruppe KLIO zum Thema Fantasy. Diese Arbeiten sind dazu entstanden.“


Neuzeit

„Es gibt also immer noch einige Menschen, die sich dieser Kunst widmen?“, fragt Pia. „Ja, wobei es mit dem Nachwuchs etwas mager bestellt ist. Die meisten unserer Mitglieder sind schon etwas älter“, verrät er.


Innenhof

Wieder geht es über den ausladenden Innenhof in einen nächsten Ausstellungsteil. Draußen wird es schon langsam dämmrig.


Goldmedallie

„Da sehen wir jetzt Goldmedaillengewinner“, belehrt mich Pia mit einem Blick auf das Schild am Eingang.


Wettbewerb

„Ja, wir veranstalten alle zwei Jahre eine Zinnfigurenbörse in Kulmbach. Hier sind die Gewinnerfiguren dieses Jahres“, erklärt Yoster.


Zinnfiguren III

Endlich gelingt Pia mal ein eingehender Blick auf die Figuren. Nach einigem Überlegen fragt sie mich dann leicht verstohlen: „Hast du auch Zinnfiguren?“ Nein, nicht eine. Eigentlich schade, wenn ich das hier so sehe. Ich habe Bilder, Skulpturen und Objekte, aber dass es so schöne Zinnfiguren gibt, war mir ehrlich gesagt gar nicht klar. Naja, Weihnachten steht ja quasi vor der Tür, aber jetzt darf ich hier nicht abschweifen.


Schloss Liebenau

Denn Pia und Yoster sind schon auf dem Weg ins Schloss Liebenau, einem Nebengebäude der Plassenburg, das von Makiso Daviau gebaut wurde.


ausruhen

Die beiden verweilen ein Momentchen auf der Bank vor dem Eingang. „Das Schloss Liebenau ist eine der Erweiterungen, die im Second Life so nicht möglich war. Hier haben wir jetzt endlich genügend Platz, die Arbeiten von KLIO vorzustellen“, seufzt er erleichtert.


Klio

Im Foyer stellt sich zunächst die KLIO selbst vor, eine Gesellschaft von interessierten und fachkundigen Liebhabern von Zinnfiguren.


Arbeitsgemeinschaft

Eine Arbeitsgruppe widmet sich zum Beispiel dem Thema Wikinger und geht in Nachbildungen der Geschichte dieses Volkes auf die Spur.


Galeere

„Ist diese Galeere dort auch aus Zinn?“, fragt Pia, die offenbar noch keinen rechten Blick für dieses Material entwickelt hat. Yoster muss schmunzeln und zieht sie weiter.


Schwertkunst

Im Folgenden geht es dann um das Thema Shogun, wo es von Schwertern nur so wimmelt. „Meine guter Linden“, murmelt Pia, „gibt es eigentlich irgendwelche Figuren, die nicht in Zinn gegossen wurden?“ Yoster lacht. „Das sind jetzt die letzten, die du hier siehst. Gleich geht es um Anderes“, verspricht er.


Weltkulturerbe

Man zockelt in den zweiten Stock des Schloss Liebenaus, wo eine temporäre Ausstellung stattfindet. Gezeigt wird eine Sammlung aller Stätten des Weltkulturerbes in Deutschland.


Kölner Dom

Dazu gehört natürlich auch der Kölner Dom. „Den habe ich im SL schon besichtigt“, freut sich Pia. Naja, von außen angeschaut hat sie ihn, mehr war nicht drin. Aber egal. „Komm Pia, jetzt zeige ich dir noch die Mathildenhöhe“, fordert Yoster sie auf.


Mathildenhöhe

„Hier kann ich endlich meine große Liebe zum Jugendstil ausleben. Makiso hat mir den Hochzeitsturm, das Wahrzeichen Darmstadts nachgebaut“, erläutert er das hoch aufragende Gebäude. „Na, da sind die Darmstädter sicher sehr stolz auf ihr virtuelles Pendant“, mutmaßt Pia. „Nein, leider nein. Ich habe dort nach Unterstützung gefragt, aber man war daran nicht interessiert“, antwortet Yoster ein wenig desillusioniert. „Aber ohne die geht es auch. In dem Gebäude hinter dem Hochzeitsturm ist ein herrlicher Ausstellungssaal entstanden.“


Schlitzfenster

„Momentan zeigen wir dort Arbeiten von Gustav Klimt, einem wichtigen Vertreter des Jugendstils in der Malerei.“ „Also von außen sieht das jedenfalls schon mal ganz klasse aus“, frohlockt Pia. „Diese irre hohen Schlitzfenster werfen garantiert das rechte Licht auf die Bilder im Saal.“ Yeep, das vermute ich auch.


Gustav Klimt I

Und wahrlich. Im Inneren tut sich ein lichter Raum auf, klassische Musik blendet sich ein und von jetzt auf gleich fühlt sich Pia in die Epoche des Jugendstils zurückversetzt. Nicht zuletzt trägt dazu die Wanddekoration entscheidend bei.


Bildbetrachtung

Auf einem großen Display werden die einzelnen Bilder der Ausstellung nochmals gezeigt. „Das hat eine tolle Wirkung. So kann man die Bilder ganz entspannt betrachten“, säuselt Pia in dem Sessel, in den sie sich gepflanzt hat. Dann äußert sie laut und vernehmlich: „Diesem Gustav, dem haben es wohl die Frauen sehr angetan.


Nackter Mann

Prompt folgt darauf die Aktzeichnung eines männlichen Körpers. Pia wird leicht verlegen, meint dann jedoch vorlaut: „Also, auf dem Rücken liegend wäre diese Darstellung ja auch nicht uninteressant“, was nicht weiter kommentiert wird. Die drei plauschen noch ein Weilchen über dies und das, während ich mich durch die Bilder zoome und schließlich einen weiteren Knaller entdecke.


Jugendstil

In einem Nebenraum, wie er jugendstylisher gar nicht sein könnte, wird der Schaffenshintergrund des Malers aufgearbeitet.


Gustav Klimt II

Dazu gehören allerlei Erklärungen, die einen Zugang zu seinem Werk verschaffen. Ein sehr schönes und gut ausgearbeitetes Ausstellungskonzept, wie es im übrigen bei allen Ausstellungsteilen der ars cultura der Fall war.


Arc Cultura

Aber jetzt drängt Yoster zur Eile. „Wir müssen los, sonst kommen wir zu spät auf die Einweihungsparty der Yosterburg!“, mahnt er. Also geben sie sich den Teleport.


DJ Vandyke

Im Burghof legt sich DJ JohnWinston Vandyke schon mächtig ins Zeug.


Party

Es hagelt Gratulationen und Glückwünsche, von allen an alle, denn jeder der Gäste hat irgendetwas zum Gelingen dieses Projektes beigetragen.


Yosterburg

Stimmungsvoll nimmt die Eröffnungsfeier der Yosterburg respektive der Sim ars cultura im Open Neuland ihren Lauf. Auch wir von Avameo gratulieren sehr herzlich und wünschen jede Menge gute Resonanz!

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  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Frank-M. Fischer erwähnt. Frank-M. Fischer sagte: RT @amertens frisch gebloggt: Second Life, Open Source, OpenSimulator: Pia Piaggio geht fremd: http://tinyurl.com/yhjq845 […]

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