Eine Netzkünstlerin verrennt sich

Warum die „Expedition ins Accountleichenland“ mit Second Life nichts zu tun hat

Dora Quar für Avameo

Auf den Europäischen Literaturtagen vom 9. – 12. Oktober 2009 im Schloss Hainfeld (Österreich) präsentierte die Autorin Susanne Berkenheger ihr aktuelles Kunstprojekt „Expedition ins Accountleichenland“ im Rahmen der Bremer Netzresidenz – und hat damit unter vielen, die Second Life als 3D-Plattform zurzeit beruflich wie auch künstlerisch aktiv nutzen, für große Verärgerung gesorgt.

Wieso?

Darf und soll Kunst nicht durchaus polarisieren? Muss denn jeder Second Life „gut“ finden? Und darf nicht jeder seine Meinung über Second Life laut äußern? Ja, aber… Genau diesem „aber“, das sich bei der Auseinandersetzung mit Berkenhegers Kunstaktion regt, möchte ich einmal nachgehen.

Die Vorannahme der Künstlerin: Second Life ist tot!

Eigentlich lässt sich mit ein paar Klicks schnell herausfinden, welche Grundhaltung zu Second Life die Künstlerin einnimmt – es steht ja schließlich im Ankündigungstext ihrer Lesung auf den Europäischen Literaturtagen: Berkenheger befindet sich demnach

„auf den Spuren einer untergegangenen Kultur. […] Endlos leere Straßen, ausgestorbene Gärten, übrig gebliebene Bauwerke – was hat die Zivilisation in Second Life ausgelöscht? Dieser Frage widmet sich die diesjährige Preisträgerin der Bremer Netzresidenz Susanne Berkenheger.“

Damit steht das Ergebnis also schon vor Beginn der so genannten Forschungsreise fest – und führt den Ansatz des Prinzips Forschung ad absurdum, dem sich die Künstlerin ja eigentlich verschreiben will.

Das Prinzip „Forschung“ wird ad absurdum geführt – oder war es gar nicht beabsichtigt?

Susanne Berkenheger beschreibt das Ganze selbst als „ internationales fiktionales Forschungsprojekt“. Nun versteht sich Forschung ja als „die methodische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren systematische Dokumentation und Veröffentlichung in Form von wissenschaftlichen Arbeiten“.

Auch Berkenheger will ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen, und zwar in einem eigens dafür eingerichteten Blog: www.accountleichenbewegung.de Und sie will dies nicht alleine tun, sondern startet einen öffentlichen Aufruf: „Die dreimonatige Expedition ist offen für alle Interessierten, jeder ist eingeladen, sich dem Forschungsteam anzuschließen.“. Diesem Aufruf bin übrigens auch ich, Dora Quar, gefolgt…


accountleichen_foto_1

Wer wie ich – als noch blutjunge, unerfahrene, aber hochengagierte SL-Avatarin – inworld vor dem Bauzaun der Forschungsstation von Muji Zapedzki (SL-Name von Susanne Berkenheger) steht, denkt vielleicht als erstes, hier eine gewitzt inszenierte Aktion vorzufinden, die sich das aktuelle Totsagen von Second Life in den Medien zunutze macht, um den wahren Zustand der virtuellen Welt herauszufinden und zu verkünden. Auch hier im Avameo-Blog wurde in dieser Annahme auf die Aktion hingewiesen. Die Beteiligung von in Second Life aktiven und durchaus bekannten Avataren wie BukTom Bloch von „PEGASUS – Freie Bücher für Second Life“, Pia Piaggio berichtete darüber hier auf Avameo, ließ mich vermuten, dass Meinungsvielfalt unter den Forschungsteammitgliedern gewünscht und eine Offenheit der Ergebnisse in Richtung „Second Life lebt“ möglich sind.

Um es vorwegzunehmen:

Mittlerweile sind BukTom Bloch und ich in hohem Bogen aus dem Forschungsteam und damit aus dem Kunstprojekt geflogen…

Die Begründung:

Wir verhalten uns nicht projektkonform, weil wir dem Ansatz „SL ist tot“ zu kritisch gegenüber stehen und dies auch noch öffentlich sagen.

Tja, vielleicht ist das das Risiko, wenn man zu einer öffentlichen Aktion einlädt. Die SL-Öffentlichkeit (einschlägige Blogs oder SL-Foren) wurde übrigens seitens der Künstlerin nicht weiter informiert.

Eine Expedition, deren Ende zu Beginn schon feststeht, eine Hypothese, die nicht widerlegt werden darf, und die Offenheit für alle, die bei ersten Differenzen im Ausschluss mündet – das alles führt das Prinzip Forschung ad absurdum – oder war „Forschung“ hier nur der fiktionale Rahmen, um den Erzählungen Halt zu geben?

Ein offenes Ergebnis gar nicht beabsichtigt?

BukTom Bloch betont denn auch:

„Die auf der Lesung vorgetragenen Forschungsberichte thematisierten wieder nur die bekannten Klischees Sex und Gewalt. Ich hatte der arrivierten, neuen Literatur-Netzavantgarde thematisch viel mehr zugetraut. Klischees haben ja einen Grund. Es gibt dergleichen in der virtuellen, der zweiten Welt. Aber: Das ist nicht SL. Nicht mal ein wesentlicher Teil davon.“

BukTom hat sich mittlerweile u. a. im Forum von SLinside von dem Kunstprojekt distanziert.

Die Reaktionen: Gegendemo ohne Öffentlichkeit


accountleichen_foto_2

Das Forschungsteam wartet also am 11. Oktober kurz vor 14 Uhr auf virtuelles Publikum und die Verbindung nach Hainfeld – allen Voran Muji Zapedzki im roten Kleid… Dass die Lesung auf den Europäischen Literaturtagen lediglich eine Audio-Übertragung via Skype war und keine Live- Streaming aus Second Life heraus, kann man der Künstlerin nicht wirklich vorwerfen.

Hier war Schloss Hainfeld wohl nicht in der Lage, für die notwendigen technischen Voraussetzungen zu sorgen. Allerdings kann eine erklärte Netzkünstlerin mit einer solchen Performance auch nicht zufrieden sein.

Ich wage mal zu behaupten:

Eine Künstlerin, der es wirklich um die Vermittlung des Mediums Second Life geht, hätte unter diesen Umständen die Veranstaltung abgesagt.

So drängte sich mir im Nachhinein erst Recht der Eindruck auf, dass hier die virtuelle Welt lediglich benutzt wurde, um eine Projektionsfläche für literarische Figuren und Geschichten zu haben.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann die vorgetragenen Texte im Blog
nachlesen.

Sehenswert – und zwar unbedingt bis zum Ende!! – ist übrigens der Filmbeitrag von BukTom Bloch, der zu diesem Zeitpunkt, genau wie ich, noch zum Forschungsteam gehörte.



Der Film deutet am Ende wenigstens eine andere Sichtweise auf Second Life an – mehr war an Abweichung von dem vorab festgelegten Forschungsergebnis = der künstlerischer Aussage nicht möglich, was BukTom Bloch selbst bedauert.


accountleichen_foto_3

Durch die technischen Einschränkungen wurde verhindert, dass die Lesung mit Verbindung zwischen SL und RL – und als solche war sie angekündigt (siehe Foto) – von Avataren in Second Life dafür genutzt werden konnte, ihre Positionen in einer Gegendemo kund zu tun. Von Beginn der Lesung an versuchten zunächst ein paar Avatare die Veranstaltung zu stören – nicht wissend, dass sie weder zu sehen noch zu hören waren, allerdings auch etliche Regeln des Anstands missachtend, so dass sie vom unbeteiligten SL-Publikum für Trolle gehalten wurden.

Die sich an die Lesung anknüpfende Accountleichenbewegung-Demo – inklusive der Gegendemo sehr lebendiger (!) SL-User – war für eine Live-Übertragung nach Hainfeld von der Künstlerin schon gar nicht mehr vorgesehen.

Dies war mir und den anderen im Vorwege gar nicht bekannt und ist insbesondere deshalb schade, weil sich Jan Northoff von YOUin3D.com GmbH die Mühe machte, persönlich mit seinem Avatar January Lightfoot zu erscheinen und eine flammende Rede zu halten.


accountleichen_foto_4

Hier ist er im Gespräch mit Muji Zapedzki aka Susanne Berkenheger zu sehen.

Er betonte, dass Aktionen wie die Accountleichenbewegung von Susanne Berkenheger sich zwar im Moment wieder leicht an die reißerische Presse verkaufen lassen, aber leider Fakten und neuen Errungenschaften ignorieren und sich unnötigerweise sogar für unbeteiligte Dritte geschäftsschädigend auswirken. Potenzielle Kunden lassen sich durch die daran anknüpfende Medienberichterstattung – zum Beispiel hier in einem Interview im Radio Bremen verunsichern, die aktuellen Möglichkeiten und auch die aktuell florierenden Projekte in Second Life werden durch derartige Kunstaktionen völlig missachtet.

Mit Rückblick auf die Diskussionen am 11. Oktober sagt Jan Northoff:

„Da ich selbst aus der Bildenden Kunst komme und auch nichts gegen künstlerische Kritik habe, finde ich es besonders traurig mit einem Kunstwerk konfrontiert zu sein, welches sich anscheinend nur oberflächlich mit dem Medium auseinandersetzt.

Für die Kunst sind virtuelle Welten ein neues und unvergleichlich interessantes Medium, welches zunehmend interdisziplinär, weltweit, ernsthaft sowie liebevoll eingesetzt wird.

Alleine die sozialen Komponenten und Entwicklungen sind ein von der Kunst fast unberührtes experimentelles Feld. Leider wird nun mit Hilfe von gut dotierten Preisen und angesehenen Förderungen ein von der deutschen Boulevardpresse sowieso schon ein stark lädiertes Image von Second Life zu Unrecht untermauert und somit eine gerade neugeborene Kultur zu Grabe getragen.

Die ‚Lüge’, Second Life sei am Aussterben, wird von den Meisten sicherlich nicht als Ironie wahrgenommen, auch wenn es so gemeint war.“

Und jetzt?

Jetzt geht das fiktive Forschungsprojekt von Susanne Berkenheger weiter und findet einen weiteren Höhepunkt am 25. November 2009 um 19 Uhr in einer Literarischen Multi-Media-Pressekonferenz in der Standbibliothek Bremen. Abzuwarten bleibt, was das Forschungsteam um Muji Zapedzki bis dahin herausfindet. Es steht jedoch – aus Perspektive einer engagierten Avatarin, die an das Potenzial von Second Life glaubt – zu befürchten, dass Second Life im Rahmen dieses Projektes „totgeforscht“ wird.

Mein Eindruck: Das Forschungsteam will gar nicht auf lebendige Avatare treffen, diese stören nur ihre eigenen Phantasien…


accountleichen_foto_5

Das eigentlich Bedauerliche ist jedoch nicht, dass Susanne Berkenheger ihre ganz eigene Meinung zu Second Life hat, sondern dass Kunstaktionen wie diese, weil sie zur aktuellen Medienmeinung passen, größeres öffentliches Interesse bekommen, als jede noch so lebendige und technisch wirklich durchdachte und ausgereifte Kunstaktion in und mit Second Life.

Es grüßt

Dora Quar

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Kommentare

  1. BukTom Bloch says:

    Guten Tag,
    ja, Dora. Bei aller Komplexität des Themas ist das auch aus meiner Sicht eine völlig korrekte Darstellung der Sachverhalte, ergänzt durch einen Komentar aus Deiner Sicht- die meiner weitestgehend ähnlich ist.
    Für mich persönlich galt es nun sehr selbstkritisch Bilanz zu ziehen -und ich denke das habe ich auch für mich bereits getan.
    (Details dazu sind an dieser Stelle entbehrlich, denke ich.)
    Manches ließe sich zu Deinem Bericht verstärken, ergänzen, belegen und illustrieren. -Aber: Der Gradmesser, ob etwas wert ist, an dieser Stelle geäußert zu werden, soll für mich die potenteielle Nützlichkeit für Second Life, für seine BewohnerInnen, sein.
    Dass ich der virtuellen Welt absolut positiv gegenüber stehe, brauche ich als mehrjähriger, aktiver Bewohner hoffentlich nicht mehr betonen.
    Dazu kann aber auch konstruktive Kritik gehören. Vielleicht sollte sie es sogar.
    Oder sagen wir es anders: es gibt Eigenheiten von SL, die derartigen, eher oberflächlichen „Irrläufer- Aktionen“ einen Ansatzpunkt bieten.
    Leere, Unbenutztheit, Accountleichen … ja, das Alles gibt es. Aber das ist nicht EIN Thema. Zwei bis drei sind es, meiner Ansicht nach.
    Und diese Themen könnte man nutzen. Man kann sie teilweise -so meine These- ganz sachlich aufklären. (Verhältnis aktive Nutzer zu realer Flächen im weiteren Verhältnis zu zeitlichen Streuung gesetzt = dies ein Teil der entsprechenden Stichworte.)
    Und man kann sie -auch- für literarische Diskussionen nutzen, oder für künstlerische Aktionen. Dies mit einer sozialen, positiven Attitüde, die aber Raum für konstruktiv- kritische Aspekte läßt. Wenn dies gründlich, transparent und ohne Zeitdruck geschieht, wäre auch späterhin der Schritt in die Öffentlichkeit keineswegs verkehrt, so meine Meinung.
    „Second Leer ? – Second Life !!“
    … ob das ein Arbeitstitel wäre?
    Ava wird sehen ! Und Avin natürlich auch!

    MfG
    BukTom Bloch
    aka
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    -Freie Bibliothek Pegasus-

    P.S.: Wer sich für meinen seinerzeit zur Diskussion gestellten Gesamtbeitrag interessiert- ich füge den Link einmal an.
    Diskutiert wurde er von Seiten der Leiterin nicht, allerdings mit Ausnahme des Filmclips auch nicht in das offizielle Programm mit aufgenommen.
    http://www.youtube.com/watch?v=GYSZzuTNccw

  2. BukTom Bloch says:

    Hallo,
    da nachträgliches Editieren hier nicht möglich ist- ein neuer Post. Es sind oben ca. 3 Schreibfehler enthalten- Entschuldigung!
    Wichtiger:
    Der Link führt nur zum Film- nicht zum Gesamtbeitrag. Hier der richtige Link:
    http://www.omniavincitamor.de/42869/43802.html

    MfG
    BukTom

  3. Ich möchte den Bericht von Dora und den Kommentar von BukTom ergänzen, weil auch ich zunächst an dem Projekt beteiligt war. Mit Neugier und Offenheit stand ich dem Kunstprojekt gegenüber, hatte ich es doch so verstanden, dass Second Life einmal kritisch betrachtet, doch mit Humor und mit satirischer Feder beschrieben werden sollte.

    Von Anfang an fand ich es allerdings sehr schwierig, mit der Künstlerin Frau Berkenheger zu kommunizieren. Unzählige Terminfindungsprobleme zum Treffen innerhalb von Second Life machten es schon schwierig, einen direkten Austausch zu realisieren. Termine wurden immer wieder (oft mehrfach an einem Tag) angesetzt, wieder gestrichen, verschoben usw.

    Das erste Treffen in Second Life, an dem ich dann teilnahm, gestaltete sich problematisch. Frau Berkengheger hatte die Gruppe zusammengerufen, um die ersten „Forschungsberichte“ zu sammeln. Sie war aber nicht in der Lage, einen Chat zu moderieren. Endlose Versuche mit dem Mikrofon und endloses „hallo hallo … könnt ihr mich hören?“ machten das Ganze zu einer Nervenprobe. Unvorbereitet und ohne Ton-Check ein solches Treffen zu leiten zeugt von höchster Unprofessionalität. Auch in der geschrieben Form konnte Frau Berkenheger nicht den Chat moderieren. Sie verließ beim Gespräch mit den Anwesenden nicht die satirische Ebene des Kunstprojekts, war nicht in der Lage, konkrete Fragen nach dem Sinn und Ziel des Projekts zu beantworten, sodass die Verwirrung auf Seiten der Beteiligten eher größer als kleiner wurde. Von jemand, der sich professionell mit Sprache beschäftigt, ist zu erwarten, dass er einen Chat moderieren seine Projekte verständlich erklären kann!

    Bereits der E-Mail-Kontakt vor den ersten Treffen war ähnlich unprofessionell und unverständlich. Auch hier kommunizierte Frau Berkenheger lediglich auf der sarkastischen Ebene der Avatarin muji Zapedzki. Keine ausreichende Beschreibung des Projekts oder der dahinter liegenden Idee, keine Beleuchtung der Rollen der teilnehmenden „Forschungsmitglieder“.

    Alles in allem trat Frau Berkenheger nicht wie jemand auf, der sich mit der Plattform Second Life wirklich auskennt. Das macht sie meiner Meinung nach für ein solches Kunstprojekt allerdings ungeeignet. Nach diesem Treffen habe ich mich aus dem Projekt ausgeklinkt.

  4. Sameja Lomba says:

    Habe gerade von dieser Aktion erfahren und mir die Postings durchgelesen. So etwas nennt sich also Forschung? Fiktive Forschung? Vorsicht Satire! hätte überall stehen müssen. Nur gut, dass es genügend andere „Künstler“ gibt, die SL nutzen und es zu dem machen, was es ist: Eine grandiose Plattform für die Kreativität. Ich arbeite jedenfalls daran und werde berichten. Zurzeit prüft der Realisator eines Fernsehsenders die Lizenzfrage – danach gibt es auch positive Presse. In der Zwischenzeit empfehle ich meinen RL-Roman „2 Leben – 1 Tod“, der auch in SL spielt.;-)
    http://www.amazon.de/2-Leben-Tod-Ingrid-Schmitz/dp/3770013352/ref=sr_1_9?ie=UTF8&s=books&qid=1228404665&sr=8-9

  5. vroni Vendetta says:

    Da sieht man wie wichtig SL geworden ist und tragisch das es Menschen zerstörten wollen den ich erlebe SL jeden tag und es ist nicht Tod es lebt und gedeiht immer wieder man muss nur wissen wo.Den auch in RL muss man es wissen
    wo man hingeht also kommt und schaut es zahlt sich aus. Vroni Vendetta ein Lebender AVatar

  6. Renate says:

    Da mir mindestens ein weiteres zur Förderung beim Literaturhaus Bremen eingegangenes SL-Projekt bekannt ist, hoffe ich inständig, dass Frau Berkenheger mit dieser missglückten Aktion nicht allzu verbrannte Erde hinterlässt. Danke für den Bericht.

  7. BukTom Bloch says:

    Hallo Renate,
    ja, Du deutest da hinsichtlich des Literaturhauses Bremen einen Punkt an, der auch bei mir anfangs mitspielte… Literaturhaus Bremen, Netzresidentin, Europäische Literaturtage in einem Schloß in Österreich- das klang erst einmal nach etwas.
    Seriösität, Kompetenz – oder doch zumindest Offenheit, … diese Dinge. Berkenheger / muji ist laut inworld- Profil seit über 800 Tagen in SL. Das kam dazu.
    Das führte zu verschiedenen Dingen. Das führt, so ehrlich bin ich, zu dem Wunsch mitzutun. Das erzeugte, zumindest bei mir, ein wenig Respekt und auch einen gewissen Vetrauensvorschuß.
    Ich habe da nun anhand der Geschehnisse einiges gelernt, direkt und indirekt. Über’s Filmemachen und -Vorführen, über Veranstaltungsvorbereitung und -Durchführung. Und über -zumindest einen Teil- der arrivierten Literaten … -nun, vielleicht immer noch zu hart und zu allgemein formuliert: über mögliche Risiken und Nebenwirkungen, sagen wir.
    Und über mich, mich selbst.
    Das soll nun meine Offenheit nicht beeinträchtigen, aber mehr Vorsicht und Hinterfragen im Vorfeld wird mir ganz sicher gut tun. Mir -und der Sache.
    MfG
    BukTom

  8. Kurt says:

    …Hülfe, kann mir gar nicht vorstellen, daß es wirklich Leute gibt, die diesen SL-Kram tatsächlich ernsthaft leben. Oh je, wie kann denen denn allen geholfen werden, daß sie wieder vom Computer wegkommen, richtige Menschen treffen und mit diesen nicht nur solchen Computerkack bereden…

  9. Kurtilein says:

    …Hülfe, kann mir gar nicht vorstellen, daß es wirklich Leute gibt, die diesen SL-Kram tatsächlich ernsthaft leben. Oh je, wie kann denen denn allen geholfen werden, daß sie wieder vom Computer wegkommen, richtige Menschen treffen und mit diesen nicht nur solchen Computerkack bereden…

  10. BukTom Bloch says:

    Sehr geehrter Herr Kurtilien,

    Sie können es sich „gar nicht vorstellen, daß es wirklich Leute gibt, die diesen SL-Kram tatsächlich ernsthaft leben. “ Nun ja. Das ist ja nicht so schlimm.
    Sehen Sie- jedeR hat ja so seine Fehler und Schwächen. Darum ist er nicht weniger wert als andere Menschen. Wenn Sie also über ein deutlich unterdurchschnittliches Vorstellungsvermögen verfügen … sicherlich haben sie da irgendwie anderweitige Stärken, die das dann ein wenig ausgleichen.
    Oder sollte es daran liegen, daß Sie sich nicht wirklich und nicht auch nur halbwegs gründlich mit dem Objekt ihrer Meinungsbildung beschäftigt haben? Nein, das kann ja nicht sein: schließlich posten sie hier öffentlich diese, Ihre Meinung.
    Ich persönlich habe in SL etliche bundesweite und internationale Kontakte und Kommunikation. Zwei Kunstaktionen in RL sind bereits ausschließlich aus SL heraus entstanden. Auch bei RL- Treffen, wie z.B. in Frankfurt und demnächst in Stuttgart findet ein reger Austausch statt.
    Wohltätigkeitsaktionen (Angehörige von Krebskranken, Tierheim, Spenden-Events für eine Kinderkrebsstation, u.ä.) helfen weiterhin dabei, mir vorzustellen, wie Menschen „SL leben“. Nicht zuletzt meine Bibliothek mit Werken von Klassikern und NachwuchsautorInnen und die Zusammenarbeit mit Universitäten wie der Justus- Liebig- Uni Giessen, oder dem Mikrosoziologischen Institut der Uni Mannheim helfen ebenfalls. Und wenn mal nichts zu tun ist, trifft man interessante Menschen auch schon mal im Dresdner Zwinger, in einem Museum oder einer Galerie in SL …
    Hm, vom Computer wegkommen – richtige Menschen treffen…. Sie meine so im Fußball-Stadion, z.B., mit Jägermeister und Tröte ?
    Oder lieber in einer Disco mit 200 db beschallen lassen? Oder einfach mit jemand vor dem „TV“ (Minimum 1 Meter Diagonale, klar, versteht sich) gemeinsam „glotzen und abhängen“ ?
    Ja. Ja, ja- da haben Sie schon recht. Da geht eine ungeheuere Faszination davon aus. Wie schal dagegen das Computerleben- es kann schon sein … vielleicht mache ich da ja wirklich etwas falsch … !!
    Gruß
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    aka
    BukTom Bloch
    -Freie Bibliothek Pegasusd in SL-

Trackbacks

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von avameo, Tobias Würtz erwähnt. Tobias Würtz sagte: RT @avameo: Blogpost:: Eine Netzkünstlerin verrennt sich http://bit.ly/zWoAO #accountleichen #kunst @dora quar @diegoerelebt […]

Ihre Meinung ist uns wichtig

*