8. Arbeitskreis, Ulrike Arndt: “Bachelorarbeit Prozessvisualisierung”

Der Arbeitskreis E-Learning in virtuellen Welten vom 22.10. sorgte wieder einmal für Erstaunen. Erstaunen darüber, wie es jemand schaffen konnte, in nur zwei Monaten eine Produktionssimulation zu bauen, ohne vorher auch nur einen Fuß in Second Life gesetzt zu haben.


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Ulrike Arndt, unsere Referentin, hat das geschafft, und zwar im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der dualen Hochschule Baden-Württemberg für den studiengang Digitale Medien.
Ziel der Arbeit war es, das Manufacturing Execution System (MES) der Firma EDS an HP company, auf eine innovative und anschauliche Weise innerhalb einer virtuellen Fabrik zu visualisieren.

Erst bei der Analyse, welche virtuelle Welt sich für eine solche Demonstration eignete, begann Ulrike Arndt, sich mit Second Life auseinander zu setzen.
Sie lernte LSL Scripten, Builden und implementierte noch fast nebenbei die entsprechenden Steuerungsprozesse.


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In der Visualisierung wird die Montage eines Mobiltelefons dargestellt. Es besteht aus den Teilen obere- und untere Gehäuseschale, Elektronik mit Akku und Antenne, sowie Tastatur mit Display. Die jeweiligen Teile gibt es dabei in mehreren Farben. Zum Start der Produktion werden die einzelnen Teile aus ihren Lagern entnommen, und an einem Fließband von Robotern zusammengesetzt, bevor das Mobiltelefon die Qualitätsprüfung durchläuft. Wird hier ein Mangel erkannt, wird das defekte Teil auf einer Bypass-Strecke ausgetauscht, und das funktionierende Telefon wieder auf in den Produktionsablauf integriert.

Nachdem Ulrike Arndt diesen Ablauf erst ein Mal theoretisch erläutert hat, teleportieren wir uns in die EDS-Plant, ihre virtuelle Fabrikhalle. Hier hing ein Hauch von Fraunhofer IPA in der Luft. Ein virtueller Mitarbeiter im blauen Overall, Rollenbänder, Roboterarme in steriler Industrieatmosphäre.


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Die Reibungslose Demonstration der Anlage versetze die Zuschauer in bewunderndes Staunen. Dann kamen erste zögerliche Fragen: “Wie lange hast du daran gebaut?“ „Etwas über zwei Monate.“ „Und die Scripte? Alles selbst geschrieben?“ „Jede einzelne Zeile.“

Allmählich kam dann doch Fahrt auf. Eignet sich eine solche Anlage zur Einweisung neuer Mitarbeiter in die Funktionsweise einer realen Anlage? Können mit Hilfe von virtuellen Simulationen schon Fragen zum Arbeits- und Unfallschutz vor einer Baumaßnahme besser geklärt, und unnötige Nachbesserungskosten minimieren werden? Erhalten Simulationen in virtuellen Welten eine gesellschaftliche und fachliche Anerkennung, um sich als Präsentationsplattform wissenschaftlicher Studien und Forschungsergebnisse zu etablieren? Können Universitäten in SL ihre Reputation durch das Ausstellen solcher Bachelorarbeiten positiv beeinflussen?

Das alles waren Fragen und Ideen, auf die keine umfassenden Antworten gefunden wurden, denn dafür ist der Erfahrungsschatz in SL noch zu gering. Aber es sind Gedanken, die sich von innovativen Institutionen mit geringem Aufwand umsetzen lassen.

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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