Pia Piaggio auf dem Münchner Christkindlmarkt

Es war Domians Gespräch mit Andrea, was mich auf den Boden der Tatsachen zurückbrachte. Nachdem Andrea ihr Problem kurz geschildert hatte, fragte er völlig überrascht, ob es das Second Life denn überhaupt noch geben würde. Er habe vor etwa einem Jahr mal was davon gehört, jedoch kenne er niemanden, der damit etwas zu tun habe, und schlussfolgerte wohl zunächst, das virtuelle Leben sei schlichtweg im Mediendschungel untergegangen.

Pro Web 3D

Diese Bemerkung traf meinen betriebsblinden Sehnerv mächtig. Gibt es denn wirklich noch Menschen, die keine Ahnung vom virtuellen Leben haben? Auch wenn nicht ausnahmslos alle meine Sozialkontakte im Web 3D stattfinden, es eher die wenigsten sind, so kann ich mir mein Leben ohne eine virtuelle Plattform kaum noch vorstellen. Nicht, weil mich eine Sucht treibt oder die Immersion meinen realen Alltag verdrängt, sondern weil ich dort einiges gefunden habe, auf das ich nicht mehr verzichten möchte.

Persönlicher Nutzen

Zum Beispiel kann ich mich dort als Autorin verwirklichen. Allein der virtuellen Pia Piaggio habe ich es zu verdanken, dass ich mein Geschick als Erzählerin in Form von Bildergeschichten regelmäßig beweisen kann. Das verschafft mir eine Menge an Erlebnissen, Begegnungen, Erkenntnissen gepaart mit der wichtigsten Übung für Autoren, der Praxis des Schreibens. Gleichwohl vermittelt mir der routinierte Umgang mit meiner Avatarin in einem virtuellen Leben eine Art von beruhigender Orientierung in unserer computertechnisierten Welt.

Genereller Nutzen

Was nun ist generell sinnvoll oder irrsinnig, wertvoll oder billig, wichtig oder bedeutungslos, richtig oder falsch? Einiges verweist darauf, dass schon die Fragestellung zumindest verkehrt ist; dass es darum nicht geht, es nie darum gehen kann, zu beurteilen sondern immer nur das Urteilen für sich selbst wichtig ist. Beispielsweise kann man sich fragen, was der folgende Streifzug von Pia Piaggio eigentlich soll. Da wird sie auf dem Christkindlmarkt im virtuellen München einfallen und sofort brennen dem Kritiker mindestens zwei Fragen auf den Lippen. Warum muss es auch noch ein virtueller Weihnachtsmarkt sein, wo doch der reale Weihnachtsterror schon nervig genug ist? Und was soll bitteschön an einem virtuellen München toll sein?

Virtuelle Weihnachtsstimmung

Nach allem vordem Geschriebenen können die Antworten nur individuell sein. Hier auf der Finca in Spanien bekomme ich vom Weihnachtsterror rein gar nichts mit. Draußen sind etwa 15 Grad, keine Schneeflocke ist in Sicht, kein Weihnachtsbaum, selbst der Nikolaus oder der Weihnachtsmann kommen hier nicht vorbei. Und dennoch naht Weihnachten – ein Fest, mit dem ich persönlich noch nie auf Kriegsfuß stand. Da nutze ich doch gerne die modernen Möglichkeiten und tauche mithilfe von Pia in eine virtuelle Weihnachtsstimmung ein. Das ist immerhin besser als die reine Sehnsucht. Und was München angeht, so ist diese Stadt eben einfach toll – ob nun in echt oder in 3D.


001_Germany in 3D

Gänzlich anders als in der realen Welt ist jedoch die Lage des virtuellen Münchens. Wie die Karte zeigt, liegt es in unmittelbarer Anreinerschaft zu den deutsche Großstädten Berlin, Frankfurt und Köln.


002_Pia kommt per S-Bahn

Pia Piaggio reist heute mal mir der S-Bahn an und steigt an der Haltestelle Marienplatz aus. „Bisschen fröstelig hier“, meint sie. Ja, die städtischen Schneeräumer kommen auch kaum noch hinterher. Die ganze Fußgängerzone ist weiß bedeckt und Pias Schuhe knirschen vor sich hin.


003_Verstreuter Adventskalender

Die Geschäfte sind weihnachtlich geschmückt und ein virtueller Adventskalender ist quer durch München SL verteilt. „Schade, heute ist erst der Vierzehnte“, murmelt Pia. Darum gibt der Kranz auch noch nichts her, öffnet sein Türchen einfach nicht.


004_Konzert von Laralette Lane

Der Marienplatz selbst ist mit einer Bühne bestückt. Für das Wochenende wird die Sängerin Laralette Lane angekündigt. Dies interessiert Pia jedoch sehr viel weniger als der ausladende Sessel im Hintergrund rechts neben der Bühne.


005_Angebot zum Stadtrundflug

„Schau mal, damit kann man einen Stadtrundflug machen!“, jauchzt sie und fläzt sich in das gelbe Polster. Und dann geht es auch schon los.


006_Hoch die Fassade der Frauenkirche

Behäbig schwebt sie an der Fassade der Frauenkirche empor.


007_Sightseeing superfeist

Wie von Zauberhand geleitet, geht es hoch und immer höher. „Echt cool“, findet sie das und lehnt sich entspannt zurück.


008_Muenchens Gassen

So segelt sie mitten die Gassen und Straßen von München. An den jeweiligen Sehenswürdigkeiten hält der fliegende Sessel einen Moment inne, dreht sich so, dass Pia die Gebäude genau betrachten kann, und schwebt dann weiter.


009_Christkindlmarkt in Sicht

Nach einer Weile taucht unter ihr auch der Christkindlmarkt auf. „Wie süß! Da freue ich mich gleich schon drauf“, ruft sie mir vergnügt zu.


010_Senkflug auf den Marienplatz

Im zaghaften Senkflug schwebt der Sessel wieder auf den Marienplatz zu. „Wirklich toll gemacht“, meint Pia. Eigentümer dieses Fluggerätes ist übrigens Ralphie Beaumont, ein Name, dem Pia hier in München noch öfters begegnen wird.


011_Der Sternschnuppe folgen

Wieder heil gelandet quengelt Pia: „Jetzt will ich aber endlich zum Christkindlmarkt.“ Eine Sternschnuppe weist ihr glücklicherweise den Weg dorthin.


012_Tolle Innenstadt

Er führt durch die Shoppingmeile in Richtung Marienhof. Anders als vielerorts stehen die prächtigen Ladenlokale hier nicht leer, sondern werden von allerlei exquisiten Shops belegt.


013_Virtueller Blumenladen

Darum dauert es auch ewig, bis die Pia auf dem Weihnachtsmarkt eintrifft. Über ihre Bummelei ist es schon dunkel geworden. Zu guter Letzt verweilt sie noch in dem Blumenladen und überlegt hin und her, wem sie welche Blume irgendwann einmal schenken könnte. „Na ja“, schließt sie ihre Grübeleien, „immerhin weiß ich jetzt, wo ich Blumen kaufen kann“, und schlendert aus dem wohlriechenden Laden.


014_Weinhnachtliche Lichterpracht

Jetzt sind es wirklich nur noch ein paar Meter und die Chancen stehen nicht schlecht, dass Pia noch dort ankommt, bevor es wieder hell wird.


015_Weihnachtsmarkt-Hopping

Aber schon stoppt sie wieder, diesmal vor dem Nikolaus, der auf weitere Weihnachtsmärkte im Germany in 3D hinweist. Aus den Päckchen kann man sich den Teleport zur jeweiligen Location schenken lassen. „Toll. Christkindlmarkt-Hopping – das ist ja auch ´ne saugute Idee“, findet Pia und ist kurz davor, sich wegzumachen. Aber nichts da. Es soll doch um München gehen!


016_Weihnachtsprogramm

Sehr genau studiert sie dann auch noch die Event-Tafel. „Du“, meint sie, „die machen hier ganz schön was los. Ist wohl so eine Art Weihnachtsprogramm, das hier angeboten wird“, mutmaßt sie und tippelt dann endlich weiter.


017_Plausch mit dem Weihnachtsmann

Aufgehalten wird sie dann noch vom Weihnachtsmann höchstpersönlich. Mit tiefer und ernster Stimme brummt er sie an: „Na, Pia Piaggio, sag mir doch, warst gutes Kind, warst böses Kind?“ Pia schaut mich verunsichert an und antwortet dann recht schlagfertig: „War gar kein Kind. Bin Avatarin.“


018_Weihnachtsmann ratlos

Dies wiederum bringt den Weihnachtsmann aus seinem Konzept. Nach einem kurzen Blick in sein schlaues Buch schüttelt er den Kopf und schlurft von dannen. Ein Geschenk gab es für die vorlaute Pia natürlich nicht.


019_Der Christkindlmarkt

Schließlich schafft sie es dann tatsächlich, auf dem Christkindlmarkt im Marienhof anzukommen.


020_Erstmal einen Gluehwein

Als erstes wärmt sie sich an einem heißen dampfenden Glühwein auf. Dabei plappert sie aufgeregt auf mich ein. „Also, Geschenke brauche ich für …… na ja, mal überlegen, ….und dann will ich auch noch irgendwas Nettes für mich kaufen, also, nein, das sollst du mir natürlich schenken und dann noch …..“.


021_Weihnachtsschuhe

Für Pia gibt es also einiges zu tun. Sie schlendert los, an den großzügigen Holzbuden vorbei, wo allerlei Weihnachtliches feilgeboten wird.


022_Weihnachtsoutfits

Im Trend liegen ganz offensichtlich weihnachtliche Outfits im Geschenkkarton verpackt.


023_Die chice Variante

Das geht von nikolausinspirierten Ensembles bis hin zu Kleidern mit schlichtem festlichen Chic. Pias Äuglein glänzen bei so vielen modischen Fummeln.


024_Geschenksets

Manche Kleider werden als Weihnachtsgeschenkset angeboten. So erhält man beispielsweise zu der Kleidung noch Pinguin, Schneemann und Weihnachtsdeko. „Schöne Ideen“, findet Pia und tippelt frohgemut weiter.


025_Manns-Bilder

„Wow, hier kann man Manns-Bilder kaufen“, frohlockt sie gleich darauf mit Blick auf eine Bude, die Avatare für starke Männer anbietet. „Meinst du, das wäre ein Geschenk für van Zadark?“, will sie wissen. Klares nein. „Aha“, erwidert sie ein wenig zickig, wohl, weil ich das nicht weiter begründe. Also schiebe ich hinterher, dass van Zadark doch schon einen starken Avatar hat, was Pia wohl ebenfalls in den falschen Hals bekommt und jetzt ist alles so verdreht, dass ich das Thema einfach fallen lasse.


026_Eisbaeren als Geschenk

„Wie wäre es denn dann mit einem flauschigen Eisbären für Vany?“, schlägt Pia vor. Hhhmmmm. Weiss nicht. Ist das ein Skin oder ein Bär, den man als Begleiter rezzen kann? Pia weiß darauf keine Antwort und verwirft zunächst auch diese Geschenkidee.


027_Gediegene Animationen

Also da fände ich wirklich eine witzige Animation besser. Damit kann man ihm sicher eine Freude machen. Jedoch hauen Pia die Angebote nicht gerade um, was den Spaßfaktor angeht. Das Angebot ist eher gediegen.


028_Geschenktipp Orthotics

„Dann vielleicht die Krücken!“ ruft sie aus und steuert geradewegs auf eine Bude zu, die irgendwie einen orthopädischen Charakter vermittelt. „Hier, die Orthotics. Das sind Krücken mit Beinschiene und Humpel-Animation“, begeistert sie sich. „Und das zum recht moderaten Preis.“ Das stimmt allerdings. Alle Angebote hier sind erstaunlich günstig für so ein teures Pflaster wie München.


029_Vorsicht rasender Schlitten

„Hier in dieser tollen Stadt werden wir mal ausgiebig shoppen gehen“, droht Pia an. „Wenn dann der Winterschlussverkauf stattfindet“, konkretisiert sie das noch. Oh je. An dem Tag bin ich auf jeden Fall krank. „Aber jetzt lass uns weiter nach Geschenken gucken“, drängelt sie und rennt fast dem Weihnachtsmann in den Schlitten.


030_Weihnachtsdeko

„Wie wäre es denn mit ein wenig Weihnachtsdeko?“, schlägt sie vor. „Für Steward zum Beispiel. Meinst du, der haut mich, wenn ich ihm einen bunt geschmückten Tannenbaum schenke?“ Ja, allerdings. Der haut dich nicht nur, der bannt dich am Ende noch. Pia grinst verschmitzt und ist kurz davor, die Probe aufs Exempel zu machen. Dann jedoch wird sie von lautem Lachen abgelenkt.


031_Eine Gruppe junger Avis

Tatsächlich steht dort vor dem Karussell ein Grüppchen junger Avis, die sich an ihrer Glühweintasse wärmen und lebhaft miteinander plaudern, lachen, scherzen.


032_Schoenes Muenchen

Pia gesellt sich fröhlich zu ihnen und merkt gar nicht, wie ich mich auslogge und sie alleine im schönen virtuellen München zurücklasse. Es wird wohl nächstes Jahr werden, bevor ich sie wiedertreffe. Ihr und allen Lesern von Avameo wünsche ich trotz aller Krise ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010. Auf dass alles Reale und Virtuelle besser werde ;-)

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Trackbacks

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von avameo, van Zadark erwähnt. van Zadark sagte: RT @avameo: Blogpost:: Pia Piaggio auf dem Münchner Christkindlmarkt http://bit.ly/920fKB […]

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