Virtuelle Steinzeit: Stadt Çatal Höyük in Second Life

Ein Artikel im Spiegel online hat mich heute neugierig gemacht. Endlich ist das eingetreten, worauf ich schon seit Jahren warte, nämlich das Modell einer dreidimensionalen antiken Stadt, auf einer Plattform, die öffentlich zugänglich ist! Und dazu nicht von Amateuren erstellt, sondern von Profis, die sich mit dem Realen Ort auseinandergesetzt haben.

So begab sich meine Hi-Tech-Reise in das Megalithikum, ca. 9000 Jahre in die Vergangenheit.

Mein Ziel lag in der heutigen Türkei auf der anatolischen Hochebene, ca 40 Km. von der heutigen Stadt Konya entfernt… auf real gesagt….

Ich allerdings sah mir das reproduzierte Modell von Çatalhöyük in der Welt von Secondlife auf Okapi an.


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Nach dem Teleport, muss ich gestehen, fiel mir als erstes auf, wie detailliert und realistisch die Welt dargestellt ist! Ein orangefarbener VW-Bus, Stacheldraht, haufenweise Schilder, ein Eisstand und ein Kiosk mit Sitzgelegenheiten unter Schirmen. Die hattens gut, die Steinzeitleute…


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Der Zoom meiner Kamerafunktion hat mich dann eines Besseren belehrt: Ich stand im Ankunftsbereich des Besucherzentrums.
Also auf ins Getümmel!

So liebevoll, wie der Ankunftsbereich, ist auch die antike Siedlung an sich gestaltet. Schweine und Ziegen laufen herum, und auch die repräsentativen Innenräume, hier vom Haus 77, sind sehr schön gemacht. Und prompt fand ich auch alte Bekannt aus dem Arbeitskreis E-LEarning, Dia Diqui und Gianpiero Laval… immer diese Bildungsforscher….


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Ein Teil der Siedlung, das Haus 77, stellt einen Hausbrand in 3 Phasen dar, wobei die Nordwand des Gebäudes auf Grund der besseren Ansicht vernachlässigt wurde. Mit Hilfe blauer Schilder in englischer Sprache werden die einzelnen Phasen beschrieben.


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Aber auch Bilder von Fundstücken, Grundrisse und Artefakte sind als Fotografien ausgestellt, teilweise ergänzt durch Videos. Ganz wie in einer realen Ausstellung.

Beeindruckt hat mich das ganze schon, aber hauptsächlich, weil hier die Archäologen und Medienwissenschaftler von der University of California in Berkeley ihre detaillierten Messungen genutzt haben, und doch keine sterile 3D Welt entstanden ist, wie wir sie aus Dokumentationen kennen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass solche Orte noch ein Bisschen „erlebbarer“ werden.

Deshalb werde ich mir mal den virtuellen Rundgang geben. Jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr – nach deutscher Ortszeit zwischen fünf und sechs Uhr am Donnerstagmorgen… grmf! :-S

Aber immerhin habe ich den Brandstifter gefunden ;-)


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Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Kommentare

  1. Kai Ludwig says:

    „Endlich“ ist gut. :-)

    Dieses Konzept hat mit Virtual Annelöv (http://www.reflex.lth.se/culture/annelov/) vor 5 Jahren schon jemand auf einer anderen Plattform erfolgreich umgesetzt.

    http://www.reflex.lth.se zeigt, das hier im Bereich der digitalen Archäologie schon länger erfolgreich gearbeitet wird. Aber natürlich auch in Second Life z. b. mit Malmö 1692.

  2. twuertz says:

    Liebes Tagebuch!
    Es ist Donnerstag, 05:00 Uhr. Seit einer viertel Stunde warte ich auf die Leute, die die Führung auf Okapi Island übernehmen. Da keiner hier ist habe ich mir aus langeweile noch mal die offizielle Webseite angesehen.
    http://okapiisland.pbworks.com/FrontPage#events
    Die Besuchszeiten sind dort mit 3:00 – 06:00 Angegeben, also im Winter von 01:00 bis 03:00 Donnerstags morgens.
    Leider sind die aktuellsten Events der Seite von 2007, womit ich gar nicht mehr sicher bin, ob es überhaupt noch betreut wird.
    Ich bleib dran,
    Tobias

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