Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

Es gibt etwa eine Handvoll Locations im Second Life™, die sich mit dem Klima der Erde beschäftigen. Pia Piaggio landet heute auf einer Sim von NOAA, der National Oceanic and Atmospheric Administration in den USA.


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Sie wurde bereits im April 2006 eröffnet und gehört zur Inselgruppe Virtual Island in SciLands , die sich aus diversen Sims zum Thema Forschung und Wissenschaft zusammensetzt.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel


„Wow, Stephy, hier gibt es wohl eine Menge zu sehen!“, jubelt sie beim Anblick der Übersichtskarte. Yeep, so wie das rüberkommt, ist diese Sim pickepacke voll mit lauter Simulationen. „Cooool“, zischt Pia, „so ähnlich wie dieser Küchenbrand? Das war ja eine echte Gaudi“, frohlockt sie.


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Um den Platz herum verteilen sich verschiedene Gebäude. Es gibt eine Konferenzhalle, die jedoch heute unbenutzt in die Höhe ragt.


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Allerdings lässt ein angenehm gestalteter Hörsaal darauf schließen, dass hier von Zeit zu Zeit so manche Umweltbotschaft verkündet wird.


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Gleich daneben öffnet sich das überdimensionale Tor zu einem Hangar, in welchem eine virtuelle Echtzeitwetterstation untergebracht ist.


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Eine dreidimensionale Wetterkarte informiert über die momentanen Himmelsformationen der gesamten USA. „An der Küste über Houston regnet es“, bemerkt Pia scharfsichtig. „Aber im überwiegenden Rest der USA zeigt sich der Himmel weitgehend wolkenlos.“ Mithilfe der Funktionen auf dem Display lassen sich ebenso die Temperaturen erfragen oder auch genauere Auskünfte einholen.


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Quasi gegenüber der Wetterstation fordern die weiten Rundbögen eines gewagten Kugelgebäudes zum Eintreten auf.


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Dort ist die Installation Science on a Sphere aufgebaut. Das Konzept ist aus dem realen Leben in den virtuellen Raum übernommen worden. Real befindet sich diese Installation in zahlreichen wissenschaftlichen Museen der USA. Der Globus wird dabei als Projektionsfläche für visuelles Material zum Thema Klima und Klimawandel benutzt.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

„Also da kann ich mir jetzt ein Thema aussuchen und dann läuft dazu ein Film auf diesem Globus ab?“, hakt sie nach. Ja genau. Und falls ich der Pia zwischendurch etwas erklären will, kann ich mich sogar der Tasten Start, Stopp und Pause bedienen. Derzeit sind fünf verschiedene Themen in Bezug auf den Klimagipfel von Kopenhagen im Angebot.


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Dies hier ist zum Beispiel die Projektion zum Thema Frozen. „Sieht so aus, als würde es immer wärmer werden, bei euch da auf der Erde“, mutmaßt Pia. Völlig richtig. Dazu soll es hier eine sehr eindruckvolle Simulation geben. „Na, dann nix wie hin“, meint sie, und segelt knapp an dem Globus vorbei aus der Halle.


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Okay. Da müssen wir nur den Schildern zur Gletscherausstellung folgen. Demnach immer hoch den Hügel.


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„Weia, ist das kalt und zugig hier oben“, mosert Pia. Also mache ich ihr kurzerhand einen Rollkragen an den Pullover und verlängere die Ärmel, wofür sie mich dankbar anlächelt.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

Ein Steg führt hinaus zu einem Display, mit dem sich die Simulation steuern lässt. „Hoffentlich ist es nicht eingefroren“, bringt Pia zähneklappernd hervor.


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Mitnichten. Das Ding ist robust und funzt einwandfrei. Es gibt die Möglichkeit, die Simulation im Gesamtdurchlauf oder in Einzelschritten ablaufen zu lassen. „Also, der erste Schritt ist wohl in einer gewissen Fadenscheinigkeit der Eisflächen wahrzunehmen“, referiert Pia leicht wichtigtuerisch.


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„Dann kommt immer mehr vom Berg zum Vorschein. Fast scheint es so, als würde sich das Eis förmlich auflösen“, schwafelt sie weiter.


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Genau so sieht das aus. Und parallel dazu passiert ja dann noch etwas. „IIIhhhh, ich habe plötzlich total nasse und eiskalte Füße. Ich stehe hier voll im Nassen!“, beschwert sie sich, während das Gletscherwasser ihre Waden umspült.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

Einem Hinweisschild kann Pia entnehmen, wie weit der Meeresspiegel aufgrund dieses Phänomens bei der Gletscherschmelze bisweilen schon angestiegen ist. Anbei bemerkt zeichnet sich die Sim von NOAA durchweg durch ein hervorragendes Angebot an Zusatzinformationen aus. Vielfach sind es Links auf informative Websites zu dem jeweiligen Thema. „Sauber gemacht“, findet auch Pia den didaktischen Aufbau von NOAA.


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Das geht hin bis zu solch liebevollen Details, dass ein Einsiedlerkrebs den Link zu einer lustigen und lehrreichen Website mit dem Namen beachcombers companion mit sich herumschleppt.


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Und auch an den noch so abgelegensten Stellen steht die charakteristische NOAA-Box mit Infos bereit.


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Simuliert wird weiterhin ein Hurrican sowie ein Ausflug mit dem Wetterballon hoch in die atmosphärischen Schichten, welche die Erde umgeben.


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„Ich persönlich hab’ mehr Bock auf einen Tsunami“, flötet Pia recht unbedarft und steuert auf die kleine, am Meer gelegene Ansiedlung zu.


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Sie knallt sich in den Liegestuhl und bedient von da aus den Simulationsablauf.


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Dieser beginnt unterhalb einer Messboje, die ein Tsunameter markiert. Zunächst bebt der Meeresboden und stößt dabei schauerliche Laute aus.


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„Schau mal, da geht plötzlich das Wasser zurück, als hätte jemand den Stopfen einer Badewanne geöffnet“, meint Pia und blinzelt gleichwohl in die herrliche Sonne.


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Und dann werden ihre Äuglein plötzlich ganz schön groß. „Huuch, da kommt ja eine riesige Welle auf mich zu“, ruft sie aufgeschreckt.


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Und ehe sie noch richtig Luft holen kann, sitzt sie auch schon so richtig in der Patsche.


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Ebenfalls geflutet ist die kleine Ansiedlung, wo nun nur noch die Spitzen der Dächer herausragen.


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Eilig klickt Pia den nächsten Schritt der Simulation an und das Wasser weicht zurück; zerrt Liegestuhl und Rettungsring mit sich auf hohe See und nur die Pia, die steht da wie ein Fels in der Brandung.


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„Oh je, Stephy, nach so einem Tsunami bleibt außer echten Avis wohl nicht mehr viel übrig“, seufzt sie teilnahmsvoll. „Die Häuser sind Bruch, alles ist ein Schlammfeld voller Müll. Ist ja echt nicht besonders prickelnd“, schickt sie noch hinterher. Tja. Und jetzt stelle man sich vor, so einen Tsunami könne man wie eine Waffe gebrauchen. Pia sieht mich entsetzt an. „Du willst damit doch nicht sagen, dass es so etwas wie einen …… Wettermacher geben könnte?“, brüskiert sie sich. Nun ja, weiß man’s?


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

Wie auch immer. Pia stapft durch den Schlamm den Hügel hinauf, wo sich der Blick auf eine malerische Bucht öffnet, in die ein Steg hinausführt. Fröhlich gleiten die Delfine durch das klare Wasser und weiter hinten treibt ein Wal seine ausgelassenen Spielchen.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

An dem von der Sonne ausgeblichenen Holzsteg ist ein kleines Unterwassergefährt angedockt, das zu einem Ausflug in die Tiefen des Gridmeers einlädt.


Pia Piaggio unterwegs im Klimawandel

Eskortiert von dem gutmütigen Wal gleitet Pia mit dem Butterblumengelben Habour Beach Tauchgefährt hinab.


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Und falls sie sich Sorgen machen sollte wegen der Klimaerwärmung oder der Tsunamis, dann zerstreuen sich ihre trüben Gedanken dort unten im salzigen Wasser. Sie ersticken schlichtweg in einem Schwarm von silbrigen Fischen, die durch die Seegrasfelder jagen und in gekonnten Schwüngen den scharfkantigen Felsen ausweichen. Wie herrlich diese Natur doch ist! „Aber Moment mal“, wendet Pia Piaggio ein, „das hier ist doch gar keine Natur! Das ist die virtuelle Abbildung von eurer Natur, das hast du mir doch anfangs immer gepredigt“, gemahnt sie mich. Ja, ist ja gut. Und manchmal befürchte ich, eines Tages wird es nur noch diese virtuelle Natur geben; ein interaktives Abbild in High Density von dem, was die Generation Mensch vernichtet hat. „Ach Pillepalle“, beschwichtigt mich Pia, „wird schon noch irgendwas übrig bleiben von eurer natürlichen Pracht auf Erden“, und zwinkert mir aufmunternd zu.

Landmarke zur Sim Meteora

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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