Pia Piaggio im Auge des Sturms


001_StormEye

Im Second Life® gibt es eine Menge an Kunst, angefangen bei Museen über Galerien und Ausstellungen bis hin zu einzelnen, mitunter temporären Projekten. Vielfach suchen die Künstler nach rein virtuellen Ausdrucksformen, das heißt also, sie experimentieren mit Werken, die allein im virtuellen Raum entstehen können und in der wirklichen Welt nicht realisierbar wären. Begriffe wie Interaktivität und Immersion spielen dabei eine wichtige Rolle, sind dies doch letztendlich die fundamentalen Merkmale einer virtuellen Welt. Die Installation StormEye ist dafür ein sehr gutes Beispiel.


002_Besichtigung in vier Schritten

„Wieso meinst du?“, hakt Pia bei dieser meiner Behauptung nach. Naja, ich sage mal, das wird die Pia gleich schon selbst erleben. Einleitend möchte ich noch herausstellen, wie überaus angenehm eindeutig und klar die gesamte Projektgestaltung ist. Auf der Sim von StormEye ist nichts überflüssig und gleichzeitig werden die Notwendigkeiten, dem Besucher ein eindrückliches Erlebnis zu verschaffen, mit großem Respekt beachtet. „Du meinst zum Beispiel diese Anweisung zur Ausstellungsbesichtigung in vier Schritten“, mutmaßt Pia und damit liegt sie genau richtig. Der Eingangsbereich ist so hervorragend gestaltet, wie ich es bisher noch nirgendwo gesehen habe. Er ist absolut reduziert und dennoch mit allem Wichtigen ausgestattet. „Das stimmt. Und tatsächlich lenkt hier mal nichts von dem ab, worum es eigentlich geht“, fügt Pia Piaggio hinzu und lässt ihren Blick über die rote weiche Weite schweifen, die übrigens ursprünglich eine Makro-Blütenfotografie ist.



003_Regenschirm nicht vergessen

„Okay, also Audio hast du ja sicher schon auf grobb gestellt. Jetzt Schritt 2: den Regenschirm greifen“, instruiert Pia und toucht ihn sich ins Inventar. Die Anordnung oder Darbietung dieses Besichtigungsaccessoires erscheint gelungen; sie hätte wohl kaum besser beziehungsweise greifbarer sein können.


004_Die Installation StormEye

Gewappnet mit dem Schirm erklimmt Pia die Rampe, die sie ins Auge des Sturms führen wird. Dabei ist sie gut gelaunt und völlig entspannt, wird es doch ihr erstes Unwetter sein, das sie in ihrem Avatardasein erlebt. Von Furcht noch keine Spur.


005_Pia Piaggio geht los

Sie trippelt in den Windkanal, der sich aus etwa 1.000 Prims zusammensetzt, auf denen gleichzeitig ein Video abgespielt wird.


006_Herrliches Sommerwetter

Der Wind rauscht sanft, die Vögel zwitschern fröhlich, ganz so, als würde die Pia unter blauem Sommerhimmel wandern.


007_Erste Wolken ziehen auf

Dann jedoch färben sich die weißen Schäfchenwolken leicht grau. Das Himmelsblau wird dunkler, intensiver, und der Wind frischt ein wenig auf.


008_Es kommt Wind auf

Die nunmehr grauen Wolken verlieren ihre anmutige Form, fransen an den Rändern aus und werden flächig.


009_Die Wolken verdichten sich

Langsam aber sicher breitet sich eine geschlossene Wolkendecke aus, der Wind zischt und jault nun bedrohlich.


010_Der Himmel wird finster

„Weia, das wird aber recht ungemütlich hier“, ruft Pia mir durch das Brausen des Windes zu. Die Vogelstimmen sind schon lange verstummt. Stattdessen grollt es in der Ferne.


011_Es regnet und gewittert

Mit einem kräftigen Blitz entlädt sich der finstere Himmel und gibt den Regen frei, der nun auf Pias Schirm prasselt. Es wird noch ein wenig dunkler, ein paar weitere Blitze zucken und auch der Donner mischt kräftig mit.


012_Der Sturm ebbt ab

Dann jedoch tauchen schon wieder die ersten blauen Tupfen hinter den Regenwolken auf.


013_Es klart wieder auf

Der nunmehr säuselnde Wind verpustet sie; lässt immer mehr Blau durchschimmern. Auch erste Vogelrufe ertönen wieder. Das Unwetter verzieht sich.


014_Pia fand das Unwetter toll

„Wow, das war ja mal ein Spektakel!“, freut sich Pia, die dank des Regenschirms gänzlich unversehrt und trocken davongekommen ist. „Sollen wir gleich nochmal?“, drängelt sie. Oh ja. Seit Wochen sehne ich mich nach einem kräftigen Gewitter und kann dieser künstlerischen Simulation von Douglas Story und Desdemona Enfield also echt was abgewinnen.


015_Das Projekt Ripple

Dieses Künstlerduo präsentiert auch noch ein zweites Projekt im Second Life® namens Ripple. Es verspricht eine Meditation auf wogenden Wellen und ist das neueste Werk der beiden.


016_Unverwechselbare Handschrift

Den Besucher erwartet dort die gleiche Klarheit, mit der bisweilen schon eine unverkennbare künstlerische CI erreicht ist, wenn auch das Ripple-Erlebnis verglichen mit StormEye von kontrastierend unspektakulärer Natur ist.


017_Landschaft nach Wahl

Bei diesem Projekt steht die Interaktion des Besuchers im Vordergrund. So kann zum Beispiel die Optik der Landschaft verändert werden, die Pia Piaggio durchwandert, um zum Meditations-Ripple zu gelangen.


018_Das Meditations-Ripple

Wieder sind es etliche Prims, die den Körper bilden und miteinander verknüpft sind – nicht nur optisch sondern auch programmiertechnisch.


019_Interaktive Fassade

Das Anklicken einer Fläche ändert Prim für Prim die Textur des gesamten Körpers.


020_Innenraum im Wandel

Im Inneren angelangt, kann Pia dies sogar noch steuern, indem sie Optionen zur Geschwindigkeit, der Drehung, dem Glanz und der Bewegung auswählen kann. All dies ist untermalt von meditativen Klängen, die das Erleben noch steigern. „Also echt stark“, findet Pia das. „Aber sag mal, wo sind wir hier denn jetzt schlussendlich?“, will sie jetzt genau wissen. Wir sind noch immer auf Ars Simulacra und dies wiederum ist ein Teil von NMC´s SL Artist Showcase Island. NMC steht dabei für das New Media Consortium, welches diese Sim hier betreibt. „Dann lass uns da doch auch noch mal gerade vorbeischauen“, regt Pia, offenbar im totalen Kunstrausch gelandet, an. Hhhmmmm, so was mache ich ja ungern. Das verwirrt die Leser doch nur, wenn wir hier fröhlich die Locations wechseln. „Aber so ´ne kleine Ausnahme, die können wir doch mal machen. Weil August ist“, flötet Pia mit allerliebster Stimme. Nun, ich habe zwar keine Ahnung, was der August damit zu tun haben soll, aber gut. Es ist immer mal wichtig, aus den Gewohnheiten auszubrechen. Das kann ganz neue Horizonte eröffnen.


021_Pia entdeckt neue Horizonte

Also verfrachte ich die Pia auf den Teleportsessel zur Hauptsim des NMC.


022_Ars Simulacra vom NMC

Was von oben betrachtet recht gewöhnlich aussieht, hat es bei näherer Erkundung ganz schön in sich.


023_Deutliche Hinweise

Überall sind virtuelle Kunstwerke postiert, auf welche höchst wirksam und anregend hingewiesen wird.


024_Viele Wege der Kunst

Und auch der Gefahr des sich Verlierens wird eindeutig entgegengewirkt.


025_Magische Bruecke

Zu entdecken gibt es Etliches an hochkarätiger virtueller Kunst.


026_Das AHO-Museum

Die Sammlung gipfelt schließlich im AHO Museum, einem riesigen Gebäude randvoll mit – na was wohl? „Oh yeah, da komme ich ja heute wirklich mal auf meine Kosten“, jauchzt Pia und schreitet stramm in Richtung Eingang. Was sie dort zu sehen bekommt, würde den Rahmen dieses Streifzugs nun wirklich sprengen. Darum schließt er hier mit einem Video von RU CITL, das einen kompakten Eindruck, von dem, was Pia Piaggio noch zu sehen bekommt, vermittelt.


Second Life and the Visual Arts: The NMC Aho Museum from RU CITL on Vimeo.

Landmarke StormEye

Homepage StormEye

Landmarke Ripple

Homepage Ripple

Landmarke Ars Simulacra / NMC´s SL Artist Showcase Island

Homepage New Media Consortium (NMC)

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