Von virtuellen Mietnomaden, Baunomaden und blinden Passagieren

Ja, es gibt sie wirklich! In Second life! Und diesmal sind wir betroffen! Unsere regeläßige Arbeitskreissitzung „Lernen in virtuellen Welten“ konnten wir gestern aufgrund von Mietnomaden und „blinden Passagieren“ nicht reibungslos durchführen. In diesem Artikel möchte ich diverse Problematiken und „virtuelle Naturgesetzte“, sowie potentielle Schäden und Kosten im Zusammenhang mit virtuellen Mietnomaden, Baunomaden und „blinden Passagieren“ erörtern.

Virtueller Raum ist nicht kostenlos! Der erste Gedanke ist oft, dass der virtuelle Raum, der physischen Raum repräsentieren soll, keinen echten physischen Raum in Anspruch nimmt. Das stimmt so nicht ganz! Für jede sogenannte virtuelle Region oder Simulation in Second Life, wird mindestens der physische Raum der Hardware in Anspruch genommen, der für die Rechenleistung benötigt wird. Und hier kommen wir zum Knackpunkt! Neben der Hardware wird Rechenleistung in Anspruch genommen, die keineswegs unbegrenzt ist.

Im virtuellen Raum von Second Life, dem sog. Grid, gibt es verschiedene Raumkonzepte für die Gebiets- bzw. Raumverwaltung. Das Grid ist ein Verbund von sogenannten Simulatoren oder Regionen, die wiederrum in beliebig große Parzellen aufgeteilt und untervermietet werden können. Die Basiseinheit ist aber die Region, mit einer Fläche von 256m x 256m und einer Höhe von 4096m. Diese Regionen können mit unterschiedlicher Rechenleistung ausgestattet werden. Die volle Ausbaustufe kostet bei Linden Lab pro Monat derzeit 295 USD.

Übersicht der Arbeitskreisinsel

Mit einer Region in voller Ausbaustufe (Rechenkapazität) kann man schon Einiges anfangen. 256 Meter im Quadrat ergeben immerhin eine Gesamtfläche von 65536 Quadratmetern und mit einer Höhe von 4096 Metern ein Volumen von 268.435.456 Kubikmeter. Dass sind immerhin 268 Mio Kubikmeter oder 0,268 Kubikkilometer. Auch wenn 0,268 km3 nicht so viel klingt, wer es zu verwalten hat, der weiß, wovon ich rede. Der reibungslose Betrieb einer solchen Region ist maßgeblich davon abhängig, wie viele virtuelle Objekte und Scripte man innerhalb dieses Raumes betreibt. Oder Anders ausgedrückt, sprechen wir von Softwareprogrammen pro Regions-Hardware und deren Rechenleistung.

Um den relativ hohen Mietpreis von 295 USD einer vollwertigen Region in Second Life bezogen auf die Fläche auszulasten, ist es, entgegengestzt zum physischen Raum, möglich, mehrere Ebenen zu betreiben. Es ist also möglich auf 20 Metern über den Meeresspiegel eine Fläche von 65536 Quadratmetern zu betreiben und das Selbe auf 1000 Metern, 2000 Metern und 4000 Metern zu wiederholen. Das Problem bei der Sache ist der „Verbrauch von Softwareprogrammen“, in der Fachsprache der 3D-Welt als Scripte oder Prims (primitive Objekts) bezeichnet. Je mehr Gebäude, Flugzeuge oder Pflanzen gebaut werden, desto mehr Prims und Scripte müssen ausgeführt werden und desto mehr Rechenleistung wird verbraucht. Die Folge von „unsichtbaren“ Mietnomaden ist, das der reibungslose Betrieb einer Region dadurch gestört wird, dass die Simulation sehr langsam wird. Der Simulator stößt an seine Grenzen und wird letztlich unbenutzbar.

Um den reibungslosen Betrieb einer Region in Second Life zu gewährleisten, nutzen wir für Projekte in der Grundlast maximal 60% der Gesamtleistung aus. Damit halten wir eine Restkapazität von 40% in Reserve, um Veranstaltungen, Konferenzen und Avatare auf einer Region zu simulieren.

Das Problem bei virtuellen Mietnomaden bzw. blinden Passagieren ist nun, dass sich diese auf 4096 Meter Höhe geschickt tarnen bzw. verstecken! Blickt man in Second Life vom Boden in den Himmel, so hat man mit dem Standard-Viewer eine maximale Sichtweite von 512 Metern. Mietnomaden oder „blinde Passagiere“ verstecken sich deshalb gern oberhalb dieser Grenze in sogenannten Sky-Boxen!

getarnter Miet- und Baunomade in 3000 Meter

Mietnomaden oder „blinde Passagiere“ in Second Life sind eigentlich eher „Baunomaden“! Sie können, sofern die Berechtigungsfreigaben existieren, eigene Objekte auf fremdes Land bauen. Da wir prinzipiell das Bauen auf unserem Land für Jedermann erlauben, ist dies möglich. Bei der Inspektion der rechenintensivsten Skripten und bei einem „virtuellen Rundgang“ auf 3000 Meter Höhe traf mich dann fast der Schlag!

Analyse Parasitenprogramme

Eine Avin namens KptLadyJane DeSantis hat sich nett eingerichtet. Und zwar beeindruckend! Sie hat gleiche eine ganze Weltkugel auf 3500 Meter Höhe gebaut und eine mehrstöckige aufwendig gebaute Einrichtung.

Bauobjekt des Baunomaden

Neben Ihr fanden sich dann auf verschiedenen Höhenmetern weitere „Baunomaden“. Zu allem Ärgernis beanspruchten die Aufräumarbeiten mehrere Stunden arbeit, da die Nomaden mitunder auch vielen digitalen, virtuellen Müll herumliegen lassen.



Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Hoppla. Da werde ich wohl auch mal was prüfen müssen. Unschön.

  2. Michael Wald says:

    ich hab bisher die entsprechenden leute immer angefunkt und wenn ich keine oder freche antworten bekam sofort gebannt. sehr ärgerlich

  3. Crodak says:

    Hallo,

    auch ich betreibe eine Sim (Region) und das überprüfen von den Ländern ist eine Routine Sache.

    Allerdings muss man dafür nicht im All herumreisen undsuchen, da alle Objekte auch auf dem Boden angezeigt werden, im Estate manager Tool… Da kann man sich anzeigen lassen wer was gebaut hat auf dem Land das man angewählt hat.
    Ist das aber mehr als meine Mietbox, also ein Prim, dann schicke ich den anderen Kram dem Besitzter ins Lost and Found Verzeichnis… mit einem Klick…
    Alternativ habe ich auf den meisten Ländern eine Automatische Return Funktion aktiviert.
    Das stelle ich dann auf 5 oder 10 minuten, so das jemand seine Sachen zeigen kann, oder etwas auspacken kann, aber wenn er es dann stehen lässt kehrt das Zeug automatisch zu ihm zurück…

  4. Patrick says:

    @Crodak

    leider gestaltet sich das bei uns nich so einfach. Aus historischen Gründen (gweachsene SIM seit Mai 2007) und dem gegenwärtigen „Berechtigungskonzept“ arbeiten wir auf der betroffenen SIM mit einer sehr offenen Policy, u.a. auch wegen diversen Forschungsprojekten und Projektpartnern bzw. Projektmanagern, deren Teammitglieder-Avatare wir nicht kennen müssen (Universitäten, Vorlesungsveranstaltungen, Studenten, rotierende Gruppen, …). Aus diesem Grunde nutzen wir auch kein Autoreturn-System. Bei neuen Projekten versuchen wir ein Berechtigungskonzept zu entwickeln, sofern der Auftraggeber bereit ist, hierfür Geld auszugeben.

    Bei der betroffenen SIM müssten wir prinzipiell ein komplett neues Berechtigungssystem entwickeln und umsetzten, leider fehlt uns dazu gegenwärtig die Zeit & Ressourcen, da wir gerade sehr viel Zeit in das neue Kleid von SLTalk bzw. avameo stecken, wie Du sicherlich gesehen hast :-)

    Das ist aber sicher ein Thema, welches wir in der Zukunft angehen werden.

  5. Daemonika Nightfire says:

    @ Patrick

    Da hat wohl jemand vergessen den Autoreturn fuer nicht Gruppenmitglieder einzuschalten.
    Ich habe mich jedenfalls Koestlich ueber diesen Artikel amuesiert.

    Zitat:
    „Zu allem Ärgernis beanspruchten die Aufräumarbeiten mehrere Stunden arbeit, da die Nomaden mitunder auch vielen digitalen, virtuellen Müll herumliegen lassen.“

    Das sind doch nur ein paar klicks und dauert wenige sekunden.
    OK, mit einem 56K Modem natuerlich dementsprechend laenger :)

    LG
    Dae

  6. Patrick says:

    @Nightfire

    Wenn man die Sache genauer analysieren möchte, wer wann was wo warum gebaut hat, ist es eben nicht mit ein paar Klicks getan! Das reine Entfernen ist natürlich ein Klick (Return to Owner). Zudem muss man mit dem Autoreturn höllisch aufpassen. Das kann auch gewaltig in die „Hose“ gehen. Wir mussten schon einmal ein Backup zurückspielen, weil wir vergessen hatten, einen Builder in die Gruppe aufzunehmen. Und schwups war mit dem Autoreturn die halbe SIM weg :-) Also Vorsicht !!! Zu schnelles klicken kann auch schnelle ungewollte Effekte haben :-) Man muss schon genau wissen, was man tut, vor allem wie die Objekte verteilt sind auf welche Gruppen/Avatare etc. etc.

  7. Daemonika Nightfire says:

    @ Patrick

    Interessiert es denn keinen wie es „alle“ anderen machen?
    Es ist generell kein Problem, saemtlichen Leuten bescheit zu sagen sie sollen der Gruppe Beitreten und ihre Items auf dem Land entsprechend zu aendern.
    Einen Stichtag ausmachen ab wann die Sim auf Gruppe umgestellt und den Autoreturn eingeschaltet wird.

    Wer nach dem Stichtag nichts geaendert hat, darfs gern wieder neu aufstellen, sofern er zur Gruppe gehoert.
    Ich wuerde deswegen aber NIEMANDEN hinterher rennen und die „Mietnormaden“ haben ganz plump einfach pech gehabt.
    Abgesehen davon sind es nur Prims, meine guete, wenn was weg is rez es neu.

    LG
    Dae

  8. Patrick says:

    @Daemonika

    Gut, dass Du „alle“ in „“ gesetzt hast. Ich halte nämlich nichts von Aussagen wie : „So, UND nur so ist es richtig und nur ich habe die „Wahrheit“ im Kasten :-) Ich schaue mir die Dinge immer im Einzelfall individuell an. So habe ich das „Kunstwerk“ der Mietnomadin z.B. immer noch nicht gelöscht. Ich brauchte es ja u.a. auch für diesen Artikel (Screenshot) :-)

    Hätte ich diese Aktion außer ein paar Klicks nicht mehr investiert, so wäre z.B. auch nie dieser Artikel entstanden.

  9. Danziel Lane says:

    Hmmmm …. Patrick,

    ein wenig muss ich da Daemonika Recht geben. Es gibt Hundertausende von Landbesitzern in SL und Tausende ( Zig-Tausende? ) von Sim-Besitzern in SL, dennoch hört man nur wenig solche klagenden Berichte über diese von euch neu benannten Gruppen von Residents, die woanders nur Griefer heißen. Nur bisweilen kommen Berichte, wie man denen mal wieder das Handwerk gelegt hat.

    Vor allem wundert mich, dass hier Leute beteiligt sind, die eine E-Learning-Konferenz machen wollten. Leute also, die anderen zeigen wollen, wie man in SL lernen kann, die Trainings anbieten, die vielleicht sogar Projektmanagement unterrichten. Und genau diese Vorbilder und Lehrer sollen so enorme Schwierigkeiten haben mit einem Alltagsproblem von SL?

    Daemonika hat Recht: einfach mal umschauen, wie es die anderen machen. Oder es woanders lernen.

    Ich meine … wie man mit Griefern oder mit den Landeinstellungen und Gruppeneinstellungen umgeht, das unterrichten viele viele Schulen in SL, da erfährt man innerhalb einer Stunde eine ganze Menge … denn SL ist ja nun wirklich eine wunderbare E-Learning-Plattform.

    Mir hätte der Artikel wesentlich besser gefallen, wenn er nicht so ausgesprochen weinerlich daherkäme. Wenn er als Tippsammlung gekommen wäre, was man mit solchen Leuten machen kann.
    Aber zu schreiben, dass man für eine ordentliche Gruppen- und Landeinstellung keine Zeit hat, weil es der Auftraggeber nicht bezahlt, dann aber Stunden einsetzt, um aufzuräumen … das ist doch kein Beispiel für gute Projektplanung, gutes Projektmanagement oder ein gutes für das E-Learning in SL wertvolles Beispiel, oder?

  10. Patrick says:

    @Danziel

    mit Baunomaden meine ich nicht Griefer, die Veranstaltungen oder Personen belästigen! Beim Schreiben ist mir auch klar geworden, dass es in unserem Fall nicht Mietnomaden sind, obschon es die in SL gibt.

    Auf ein Kompetenzgerangel bzw. eine Kompetenzprofilierung gehe ich hier nicht weiter ein! Ich denke, Du urteilst, ohne die gesamten Umstände zu kennen, die ich an dieser Stelle auch nicht vertiefen will.

    LG, Andreas

  11. Danziel Lane says:

    Klar urteile ich ohne die gesamten Umstände zu kennen, denn ich habe ja nur diesen Artikel zum urteilen.

    Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, die SL dem E-Learning bietet und hätte mir daher eher einen Artikel gewünscht, der einlädt es auszuprobieren als einen der die „Gefahren“ so plastisch schildert, die eine einfache Freigabe von Land zum Bauen nach sich ziehen.

    Auch ich betreibe eine Sim und habe einen Teil davon freigegeben zum Bauen, praktisch als Sandbox. Es kommen sehr kreative Menschen, bauen wunderschöne Dinge (auch Kugeln mit fantastischen Wohnlandschaften darin) … aber sie respektieren alle ohne Absprache und ohne Schilder, dass ich bisweilen Schulungen mache auf der Sim oder Skripte ausprobiere.

    Das läuft nun schon über ein Jahr, und sie haben immer sehr gut aufgeräumt. In dem ganzen Jahr musste ich nicht mehr als 10 Prims zurückschicken.

    Natürlich gibt es Bau- und Mietnomaden, die fühlen sich aber viel wohler auf Abandoned Land, dort sind sie ungestörter.

    Aber wie gesagt: ich mag die Möglichkeiten von SL und ich sehe auf Konferenzen immer wieder, dass andere mit anderen Lösungen noch weit weg sind von dem, was man in SL machen kann.

  12. Daemonika Nightfire says:

    @ Patrick

    Warum ich das wort „alle“ im zusammenhang mit Landrechten in Gaensefuesse gesetzt habe, liegt ganz einfach daran das uns allen schon einmal dieser Anfaengerfehler passiert ist.
    Aber wir haben daraus gelernt und entsprechnende Massnahmen getroffen.

    Im Grossen Ganzen sehe ich das auch so wie Danziel, egal ob Mietnormaden oder Griefer oder was auch immer, es ist in SL ganz normaler Alltag dem wir uns immer wieder stellen.
    Solche Fehler mit der Landeseinstellungen passieren den meisten naemlich nur einmal, denn so etwas kann unter umstaenden auch verdamt teuer werden.
    Mit verdamt teuer spreche ich von Landownern fuer die es einfach zu viel ist, wegen Landesmissbrauch und dadurch resultierende unannehmlichkeiten diverse Objecte ersetzen zu muessen.

    Amuesant ist der Artikel fuer erfahrene SL-User allemal, genau genommen lachen sich sogar einige ueber dieses eigenverschulden kaputt.

    Schade ist dieser Artikel so einseitig ist und wirklich nur gejammert und auf kosten hingewiesen wird, nicht einen einzigen Loesungsvorschlag wie man mit so einer Situation umgeht.
    Mit anderen Worten unerfahrene User profitieren in keinster weise von diesem Artikel, da er keine hilfestellung gibt.

    Das einzige was damit ereicht wird, wie in diversen Antworten hier heraus zu lesen ist, das selbst erfahrene User nun eine Hexenjagt veranstalten und Mietnormaden suchen.
    Unerfahrene User hingegen verlieren von vornherein ihren Optimismus in Second Life ueberhaupt etwas aufzubauen, weil sie immer solche Negativberichte im Hinterkopf haben.

    LG
    Dae

  13. Daemonika Nightfire says:

    Was ich noch vergessen habe…

    …mal abgesehen davon das es eh nicht die feine Englishe war das Profil des angeblichen Mietnormaden, dem noch nicht einmal nachgewiesen wurde, das es um dauerhaftes wohnen handelt, zu veroeffentlichen.

    Ich glaube nicht das die Person auf dem Bild und die erkennbaren Gruppen damit einverstanden waren hier namentlich erwaehnt zu werden.
    Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, ob es nicht sogar rechtlich bedenklich ist.
    Manche wuerden sogar glatt sagen, dies ist eine oeffentliche diffamierung.
    Im schlimmsten Fall koennte diese Person sogar eine Beschwerde bei Linden Lab gegen den Landowner und/oder den Autor dieses Artikels einreichen.

  14. Patrick says:

    Ich muss auch immer mehr *schmunzeln* :-) Leider werde ich den Verdacht immer noch nicht los, dass es sich hier unterschwellig um einen Profilierungsdialog handelt.

    Na gut! Wie auch immer, hier ein paar weitere Infos.

    Die SIM betreiben wir seit 2007 und spätestens seit April 2007 kennen wir Gruppenberechtigungen und was passiert, wenn man in „ungünstigen“ Konstellationen Autoreturn einschaltet (siehe auch Artikel über Rollback nach Autoreturn)!

    Da wir diese „Anfängerfehler“ (schönes Wort :-)) bereits 2007 gemacht haben, entwickeln wir je nach Bedarf unterschiedliche Konzepte, also mit und ohne Gruppenberechtigungen, Parzellierung mit und ohne Autoreturn, Rezzrechte, Flugrechte, Scriptrechte, public SIMs und non-public SIMs. Wie ihr wisst, gibt es dort zahlreiche Einstellungen. All diese Einstellungen kennen wir :-)

    Das heißt konkret, dass wir jede SIM, die wir eröffnen, Unterschiedlich abwickeln. Um etwas „über“ den Tellerrand zu schauen, wenn ich von einem Berechtigungskonzept spreche, hier ein paar weitere Ausführungen. Bei einem Berechtigungskonzept geht es im Kundenverhältniss nicht nur um die technischen Einstellungen, vielmehr ist auch das „technische-organisatorische“ Mapping von Relevanz. In der Regel kommen Kunden mit keinem Vorwissen zu uns, insbesondere was die kollaborativen Eigenschaften von Second Life angeht. Bevor wir jedoch Projekte mit Kunden abwickeln, ist es uns wichtig, dass er Second Life als Virtuelle Welt versteht und abgrenzen kann von Spielen wie WoW etc. Erfahrungsgemäß entsteht auf Kundenseite schnell der Wunsch kollaborativ mitzuwirken, was ja durch die Immersion und durch das Medium gefördert wird. Vertraglich/Organisatorisch gibt es im Projekt verschiedene Phasen *individuell* zu gestalten:

    – Konzeptionsphase
    – Entwicklungsphase
    – Testphase
    – Übergabephase (Transition)
    – Betriebsphase

    Wir fahren hier projektmanagementtechnisch ein Mixmodell aus Agile XP (Extreme Programming) und RUP (Rational Unified Process). Spätestens in der Übergabephase entsteht folgendes Problem: Wir als Dienstleister nutzen unsere Builder-Avatare, die Creator und Owner auf einer SIM sind, sowie RealEstate-Manager. Der RealEstate-Manager stellt kein Problem dar, da dieser eine komplette SIM transferieren kann an einen anderen Avatar für einen fixen Geldbetrag, der an Linden Lab geht. In der Übergabephase stellt sich nun die Frage, ob die gebauten Objekte bzgl. der Rechten an die Kunden-Avatare transferiert werden, oder ob die Builder-Avatare an den Kunden übertragen werden. Ihr seht jetzt vielleicht, dass dies nicht immer so trivial ist, auch bezogen auf die Rechte und AGBs gegenüber Linden Lab. Viel detaillierter möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da ja auch, wie gesagt, die einzelne Lösung eine Individuallösung ist.

    Wichtig ist mit nur aufzuzeigen, dass es neben der technischen „Klick-Lösung“ auch organisatorische, vertragliche Regelungen geben muss. Und genau die machen die Arbeit, weniger die Umsetzung bzw. der „einzelne“ Klick.

    Die relativ offene Policy von der betroffenen SIM im Artikel ist bewusst und gewollt so implementiert und sie wird es auch bleiben! Es ging mir auch nicht darum, Leute von SL abzuschrecken, schließlich arugumentieren wir seit 2007 zu 90% pro Virtuelle Welten bzw. Second Life. Dennoch ist es mir wichtig, an geeigneter Stelle darauf hinzuweisen, dass die Dinge doch nicht so einfach sind, wie sie zunächst aussehen!

    @Daemonika
    Wie ja bereits gesagt, habe ich die Objekte von unserer Baunomadin noch nicht gelöscht. D.h. ich habe den „Prim-Beweis“ dafür, dass Sie „unberechtigterweise“ und „getarnt“ gebaut hat (Ich habe den Prim-Beweis, weil ich eben kein „Schnellklicker“ bin, manchmal hilft: „Erst denken, dann klicken“ :-)). Hier tut sich in der Tat eine interessante rechtliche Frage auf:

    Darf ein fremder Avatar komplexere („versteckte“) Objekte auf einer SIM ohne das Wissen des SIM-Owners bauen, wenn es die technischen Einstellungen ermöglichen?

    Dazu bin ich, ehrlich gesagt, zu wenig Jurist. Vom Gefühl würde ich aber sagen dass sich das verhält wie mit einem nicht verschlossenen Haus oder Auto und Diebstahl, oder einer Webseite, die mehr oder weniger stark technisch gegen Fremdeintritt gesichert ist. Übertragen auf die physische Realität heißt das:

    Darf ich ohne Besitz bzw. Eigentumsrechte auf einem Grundstück bauen, dessen Zutritt nicht gesichtert ist, beispielsweise durch das fehlen eines Zaunes?

    Aus diesem Verständnis heraus überlege ich, ob ich den Fall nicht bei Linden Lab als LandOwner melden sollte. Zugegebenermaßen muss ich jetzt noch einmal die TOS von Linden Lab im Detail studieren. Soweit ich allerdings weiß, sind diese Art rechtlicher Fragen, wie die oben aufgespannt, in den AGBs nicht dediziert thematisiert, oder?

  15. Daemonika Nightfire says:

    @ Patrick

    Erstens ist nicht jeder der in hoeheren ebenen baut oder wohnt gleich ein Mietnormade, im vordergrund steht dabei lediglich die vermeidung von Viewer-Lag.
    Weil in diesen hoehen weniger gerezzt und kein animiertes Wasser ist, hat man dort oben gefuehlsmaessig weniger Lag.

    Zweitens steht immer noch ausschliesslich deine behauptung des Mietnormaden im Raum.
    Sie koennte diese Sim wirklich fuer eine Sandbox gehalten haben und es lediglich dazu verwendet haben um die menge der Prims und die groesse des Bauwerkes abzuschaetzen.
    „OK, bei 2346 Prims haette ich ihr auch gleich sagen koennen das sie dafuer eine viertel Sim benoetigt.“
    Das machen aber sehr viele, sich erst einmal eine Sim mit einem ueberschuss an freien Prims suchen und dort erst mal testen was sie ueberhaupt fuer eine Groesse dafuer benoetigen.

    Auf deine Frage ob man sowas darf ohne den Sim-Owner danach zu fragen, wuerde ich mit „jain“ beantworten.
    Generell werden im allgemeinen Sims mit offenen Baurechten als Sandbox angesehen, die wenigsten sind ausdruecklich dafuer gekennzeichnet.
    Selbst ich erlaube jedem bei mir zu bauen, na gut ich habe Autoreturn :)
    Aber wer Tuer und Tor offen laesst, muss sich nicht wundern das sowas passiert.

    Wenn du mir jetzt noch sagst das auf der Sim Terraforming nicht abgeschaltet ist, hast du mich unterm schreibtisch liegen vor lachen.

    Da die meisten den Autoreturn kennen, verlassen sich viele auch drauf und raeumen nicht auf.
    Vermutlich hatte sie den gleichen gedankengang und nicht weiter drueber nachgedacht.
    Wozu soll sie denn dann noch zurueck kommen um aufzuraeumen?
    Vermutlich weiss sie nicht mal das die Sim noch existiert.

    Im uebrigen wirst bei Linden Lab wegen soetwas wohl ehr auf taube Ohren stossen, da sie nichts verbotenes getan hat.
    Ich glaube sie haben da hoechstens ein muedes laecheln fuer uebrig.
    Aber das veroeffentlichen des Namens, Bildes und der Gruppen deinerseits, ist expliziet in der TOS geregelt und grundsaetzlich ohne erlaubniss betreffender Person untersagt.
    Daher koennte Sie eine Beschwerde wegen diffamierung einreichen.
    In wie weit Linden Lab dem dann nachgeht, liegt in deren ermessen.

    LG
    Dae

  16. Jan Draken says:

    @Daemonika

    Es ist nur verboten innerhalb SL oder in LL-Foren/Blogs Namen, Gruppen, Fotos etc. zu veröffentlichen.

    Was außerhalb passiert, interessiert LL nicht die Bohne.
    So steht es in den Community Standards.

    Da kannst du Beschwerden wegen Diffamierung einreichen bis dir die Finger bluten.
    Da passiert gar nichts.

  17. Patrick says:

    Der Ruhe willen, habe ich jetzt das Profil von der Dame rausgenommen und den Text oben „entschärft“! Letzlich liegt mir nix daran, jemanden ein Gefühl der Diffamierung zu vermitteln. Mein Ziel war und ist auf die Problematiken hinzuweisen, obschon ich natürlich etwas „angeschossen“ war an dem Tag der „Entdeckung“.

  18. Daemonika Nightfire says:

    @ Jan Draken

    Wenn das Foto in dem Profil evtl. sogar noch ihrem eigenen entspricht kann es ziemlich haarig werden, bezueglich Urheberrecht und em Recht am eigenen Bild das sie in Second Life ausschliesslich Linden Lab uebertragen hat es zu zeigen.
    Da sie augenscheinlich auch noch deutsche ist und warscheinlich auch in Deutschland lebt, greifen auch deutsche Gesetze.

    Aber egal, das interessiert mich jetzt weniger, es ist ja raus.

    Viel mehr wuerde mich interessieren ob angeschlossen zu diesem Artikel auch ein Tutorial, bezueglich der oben angesprochenen Problematik erscheint.
    Second Life kann doch nicht immer nur Schlagzeilen machen wenn was Negatives passiert.

    Jammern kann jeder, aber wer liefert Problemloesungen?

    LG
    Dae

  19. Kpt (Schneewittchen) says:

    EI-WER HAT VON MEINEM LÖFFELCHEN GEGESSEN,HINTER DEN SIEBEN BERGEN ,BEI DEN SIEBEN ZWERGEN

    zunächstmal möcht ich mich bei allen betroffenen für eventuelle unannehmlichkeiten entschuldigen!
    bin mir aber keiner übergrossen schuld bewust,da ich wohl keinen schaden angerichtet habe.
    ich persöhnlich bezeichne mich als hobo-ok triffts auch nich ganz aber mit griefern und mietnomaden hab ich nichts am hut.hab leider den unzensierten text nicht gelesen-aber so wie er ist,find ichs ok-die fotos hätt ich nicht besser machen können!endlich mal ein interressanter artikel der offensichtlich auf resonanz stöst.
    rein moralisch ist nicht alles erlaubt nur weil es nicht verboten ist,aber wir sind keine richter und wollen doch keinen präzidenzfall heraufbeschwöhren. in erster linie ist sl ein spiel und soll doch allen spass bereiten(wie auch ein blog)
    patrik ich weis gar nich was du gegen provilieren hast-tut doch jeder der öffentlich schreibt-nicht nur propagieren.währ übrigens sehr nett von dir , wenn du mir die chance geben würdest meine heissgeliebten sachen selbst abzuholen(teilweise no copy).vielleicht sogarkönntest du mir einen teil lassen und meinen bann aufheben?
    hab übrigens vor zeiten mit einem deiner bediensteten gesprochen der mich quasiteillegalisiert hat-weil ich soo ein nettes „mädel“ bin hihi
    ich liebe euch alle-machts gut bis zum nächstenmal
    KptLadyJane DeSantis

  20. Patrick says:

    Liebstes Schneewittchen,

    19 lange Kommentare musste ich nun abwarten, bis Du von meinen süßen Apfel kostest. Natürlich sollst Du auch deine kostbaren Schätze zurückbekommen. Vielleicht treffen wir uns einmal und machen einen Deal? Vielleicht lohnt es sich dann endlich für mich, dass ich nicht den „Schnell-Klick-Lösungen“ so einiger Kompetenzträger (…) gefolgt bin :-)

    Nein, keine Angst, mein Businessmodell besteht (zum Glück) nicht aus Mieteinnahmen in SL, und Du kannst gerne Deine Objekte wieder haben.

    Ich habe übrigens gar nichts gegen Profilierung, solange sie konstruktiv und wertschätzend geschieht, ganz im Gegenteil! Leider ist Profilierung nicht immer gleich Profilierung (*seufz*). Zweitere hat Ihre Wurzeln meist in negativen Erfahrungen und ich wünsche aufrichtig, dass die Rezipienten daran wachsen mögen !

  21. KptLadyJane DeSantis says:

    wuste ich doch,das selbst der „böse“ wolf ein gutes herz hat-und schlau ist er auch noch wie ein fuchs,denn er spricht wahre worte.freut mich das ernicht NUR an das eine denkt(fressen nämlich)
    War sehr erfreut über deine nette antwort und die aufmerksamkeit die mir zuteil wurde.
    wünsche Dir viel erfolg und ne menge spass bei deinen unterfangen.
    pass immer gut auf dich auf und lass dir keine wackersteine in den bauch legen !
    auf ein treffen bin ich sehr gespannt!

    GRÜSSE Kpt

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