Pia Piaggio in friedlicher Mission

Pia Piaggio in friedlicher Mission

Immer wieder bewegt die Frage nach dem sinnvollen Nutzen virtueller Welten die Gemüter. Die technischen Möglichkeiten des Web 3D sind jung; als Gesellschaft stehen wir ihnen insgesamt ein wenig ratlos gegenüber – ein normales Gefühl, wenn etwas gerade erst entsteht. In einer solchen Zeit gilt es, die möglichen Anwendungen zu entdecken und auszuloten.

Pia Piaggio in friedlicher Mission

„Und was schauen wir uns heute dazu an?“, will Pia Piaggio wissen. Also hier sind wir im Herzen des Projekts Four Bridges gelandet. Wie man der Website entnehmen kann, ist es eine virtuelle Gemeinschaft, die auf vier Prinzipien fußt: Respekt vor der Natur, universelle Menschenrechte, ökonomische und soziale Gerechtigkeit.


Pia Piaggio in friedlicher Mission

Es ist ein Projekt von Siri Vita, die hier verschiedene Menschenrechts- und Friedensinitiativen aus dem RL mit virtuellem Leben ausgestattet hat. „Amnesty International, Invisible Children, Bill of Right Defense Committee, Veterans for Peace, Stop Violence against Women…….”, liest Pia laut vom Teleporter ab.

Pia Piaggio in friedlicher Mission

Jede dieser Gruppen hat eine eigene Region auf der SIM. Daneben steht ein Event-Center mit drei Streams für Vorträge, Konferenzen und Projekte zu Verfügung. Bei Four Bridges scheint also eine geballte virtuelle Front entstanden zu sein für den harten Kampf um Recht und Gerechtigkeit. „Dabei wirkt das hier total friedlich“, kommentiert Pia meine Vermutung und schaut sich in der anmutigen Parklandschaft, deren Flusslauf von vier Brücken überspannt wird, um.

Pia Piaggio in friedlicher Mission

Diese augenscheinlich harmonische Umgebung mit ihrer angenehmen Architektur steht allerdings im krassen Gegensatz zu den dargestellten Inhalten.

Problematik Gazasgtreifen

So widmet sich beispielsweise die Coalition of Women for Peace der weiten Problematik im Gazastreifen.

Kriegsgebiete

Sehr anschaulich werden hier die Motive für die unaufhörlichen Kriegshandlungen in diesem umstrittenen Gebiet erläutert.

Ausbreitung Israel

Ein Flächenvergleich des palästinensischen Gebietes seit 1946 verdeutlicht die Situation erheblich besser als tausend Worte. „Weia, da hat sich dieses Israel ja ganz schön viel einverleibt“, bemerkt Pia mit gerunzelter Stirn.

Ausstellung Gazastreifen

Dann tippelt sie in den Pavillon, wo die Sachlage noch detaillierter erläutert wird. „Diese Ausstellung ist wirklich voll informativ und dabei total übersichtlich. Für Avis, die das Thema interessiert ein echtes Muss!“, verordnet Pia begeistert. Ja, rein bildungstechnisch handelt es sich um ein kleines Juwel und ist durchaus geeignet für einen virtuellen Klassenausflug im Politikunterricht.

Asia Institute

Gleich nebenan, im Central Asia Institute, geht es um einen weiteren Brandherd.

Bücher für Frieden

Dort wird eine Initiative vorgestellt, die durch gescheite Schulbücher den Frieden in Afghanistan und Pakistan fördern will.

Spende Schulgeld

Das Spendenkonzept ist neuartig: Mit dem Kauf einer Himalaya-Outfit-Box bestätigt Avin gleichzeitig die Bereitschaft, 200 L$ pro Monat zu spenden. Das reicht nämlich in diesen Ländern für einen Monat Schule pro Kind. „Ich denke, das Recht auf Bildung ist uneingeschränkt und kostenlos?“, wirft Pia ein. Aber in Wirklichkeit ist es das eben nicht, auch wenn es so sein sollte.

Resolution

Im Gebäude von Bill of Rights gibt es dezidierte Informationen zu Gesetzen, die eigentlich existieren und dennoch ständig missachtet werden. Der formelle Akt für die Einforderung dieser übergangenen Rechte nennt sich Resolution und hier liegt unter anderem ein Dokument aus, indem man Einsicht in einige davon nehmen kann.

Macht

„Recht scheint demnach keine Frage von Gesetzen in Textform zu sein. Hier weist einiges darauf hin, dass es eher um die Macht des Stärkeren geht“, mutmaßt Pia scharfsichtig beim Blick auf die Plakate im Pavillon von Social Justice. Klar, und die Stärke liegt im Kapital. Darum sollte man immer sehr genau überlegen, für was man seine Euro ausgibt.

Coca Cola

Beispielsweise unterstützt man mit dem Kauf einer Coca-Cola, dem weltweit beliebtesten Erfrischungsgetränk, einige fragwürdige Dinge, von denen man nichts ahnt.

Wasserrechte

So bedarf es zur Herstellung von einem Liter Coca-Cola fünf Liter Wasser. In Anbetracht der Wasserknappheit eine echte Sünde.

Coca Cola Menschenrechte

Frevelhaft wird das Ganze jedoch erst, wo es am Produktionsort um Wasserrechte geht, die von der Coke-Company einfach aufgekauft werden und damit für die mittellose Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Killer Coke

Sogar mit Morden wird die Fun-Company in Zusammenhang gebracht. „Aber dafür kann doch niemand was, der ab und zu mal eine eiskalte Coke abpumpt!“, entrüstet sich Pia. Dafür kann man sicher nichts, aber mit dabei ist man eben doch.

Pia Piaggio in friedlicher Mission

Von der Mitschuld geht es zur Sprachschuld. Natürlich ist es eine Initiative der Frauenbewegung, die sich dieses Schuldsegments annimmt. Schließlich hat Frau einige Routine im Hinblick auf wortimmanente Diskriminierung. Bei dieser Ausstellung geht es um die Sprache der Pornografie und am Eingang wird vor der sehr grafischen Sprache gewarnt.

Sprache der Pornographie

Pia tritt mutig ein und sieht sich die Bilder schweigend an. Dann meint sie zögerlich: „Die Wörter wirken irgendwie erniedrigend zu den abgebildeten Frauen.“ Yeep. Genau darum geht’s.

Amnesty International

Auch im Gebäude von Amnesty International geht es vielfach um die Rechte der Frauen. Ein großes Auditorium steht für dieses und andere Themen bereit.

Guantanamo

Natürlich kann es dort nicht am Verweis auf Guantanamo mangeln, das zweifellos derzeit eines der frechsten Exempel für die permanente und ungestrafte, ja sogar legitimierte, Verletzung von Menschenrechten darstellt. Pia seufzt schwer. „Was kann man denn nur dagegen tun?“, fragt sie mit einiger Verzweiflung in der Stimme.

Peace against War

Tja, schwierig ist das. Eine mögliche Antwort auf Gewalt findet sich im Blockhaus der Veterans of Peace. Pia starrt auf das Bild. Dann meint sie knapp: „Schön wär’s, wenn das so einfach wäre.“ Stimmt. Denn beileibe ist es dies nicht. Besonders wenn man den aktuellen globalen Stand der Dinge betrachtet. „Der da wäre?“, will sie wissen.

George Orweel 1984

Das können wir uns in der Ausstellung State of Mind von Miso Susanowa anschauen. Es ist eine Installation zum Thema 1984 – 26 Jahre später. Vielleicht ist es der rechte Abschluss für diesen Streifzug.

State of Mind

Zuvor jedoch muss Pia die zum Eintirtt notwendige Armbinde anlegen. „Nee, das will ich aber nicht“, entrüstet sie sich. Naja, ohne diese Armbinde gibt es keinen Einlass in die Show, erkläre ich ihr. Sie schmollt einen Moment, vielleicht hadert sie sogar mit sich. Dann meint sie: „Na gut, okay. Dann zieh sie mir halt an. Diese Show darf ich auf keinen Fall verpassen”, unterstellt sie und gibt sich den Teleport. Was sie dann erlebt ist in diesem Machinima von Iono Allen bestens dokumentiert:

Landmarke Four Bridges

Webseite Four Bridges

Kommentare

  1. BukTom Bloch says:

    Hallo,

    -und DANK für diesen Bericht!
    Freut mich sehr zu hören, daß es solche Initiativen gibt.
    Auch im Namen von PEGASUS wurden schon auf der bewußten Mauer friedenwünschende Grüße angebracht- durch die notwendige Gebühr werden soziale Projekte gefördert.

    Ein paar Bilder hier:

    http://www.omniavincitamor.de/mediac/450_0/media/d58f8ddda1a6b904ffff86f7ac144226.jpg

    http://www.omniavincitamor.de/mediac/450_0/media/d58f8ddda1a6b904ffff86f8ac144226.jpg

    Und nähere Infos hier:

    http://www.omniavincitamor.de/41411/42869.html

    Dank nochmals und ich freue mich schon auf den nächsten Bericht-
    Pia steht einfach für gleichbleibend hohe Qualität !!

    MfG
    BukTom Bloch
    -Freie Bibliothek Pegasus-

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