Wie real sind virtuelle Güter?

Vor einiger Zeit fragte mich eine Praktikantin in einem Beratungsgespräch bei einem Kunden: 

Wer ist denn so verrückt und bezahlt für einen virtuellen Schlitten in Second Life reales Geld und fährt dann auf einer virtuellen Piste mit diesem Schlitten herunter? Das ist doch nicht real, weil man es nicht anfassen kann!

Auf meine Frage, wie real ein Kinofilm sei und ob Sie nach dem Kinobesuch etwas Anfassbares mit aus dem Kinofilm nimmt, machte ihr die Dimension klar: Es geht um das Gefühl, dass beim Nutzer entsteht und für das er letztlich bezahlt. Wie sieht es aber mit der Virtualisierung von Gütern aus? Kann man das Ganze beziffern? Ja, man kann. Wir sehen immer wieder Zahlen, die etwas über die Monetarisierung aussagen.

In diesem Artikel auf venturebeat wird ersichtlich, dass die Einnahmen für Virtuelle Güter, die Einnahmen aus Werbung auf mobilen Endgeräten erstmals übersteigen! Ermittelt wurden die Zahlen von der Firma Flurry, die sich auf Analysen im Bereich Smartphones spezialisiert hat. Für die Analyse greift Flurry auf die täglichen Transaktionen von 2,2 Millionen iPhone-Usern zu.

Längst sind die Zeiten vorbei, dass man fragte, ob virtuelle Güter beispielsweise auf ebay.de gehandelt werden dürfen und bei basicthinking wurde das Thema bereits vor zwei Jahren durchgekaut und 2005 berichtete Spiegel Online über den Streit um ein virtuelles Schwert, dass verliehen wurde. Das Schwert war dem Eigentümer so wertvoll, dass er den Entleiher ermordete, nachdem dieser das Schwert ohne Erlaubnis für ca. 680 Euro veräußerte.

In der letzten Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen PlaySpan, ein Marktplatz für Virtuelle Güter, 18 Millionen US Dollar ein.

Wie real sind also virtuelle Güter?

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Orlando says:

    Hi,

    Interessanter Artikel. Wenn man den Gedanken weiterführt bieten sich unendlich viele Möglichkeiten, nur bis wohin ist der Durchschnitts Mensch bereit in Virtuelle Güter zu investieren und wie stark engagieren sich Leute in die entgegengesetzte Richtung? Meiner Beobachtung nach sehnen sich immer mehr Leute nach Vereinfachung (lesen keine eMails mehr, basteln wieder – DIY wie es auf Neudeutsch heisst- und lesen sites wie Zen Habits).

    Gruss,
    Orlando

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