Nächster Meilenstein für den Durchbruch des 3D-Internets in Sichtweite

Browserbasierte Viewer für 3D-Welten

Für den Durchbruch des 3D-Internet’s ist neben der Dezentralisierung, Interoperabilität, diversen Sicherheitsaspekten, ein 3D-Datenformat-Standard und ein einfacherer Zugang in Bezug auf die Usability erforderlich. Die Meilensteine der Dezentralisierung und der Interoperabilität sind mit dem HyperGRID-Konzept und Opensimulator bereits den Weg gebracht.

Bzgl. des einfachen, leicht bedienbaren Zugangs zu 3D-Welten, überschlugen sich in dieser Woche die Schlagzeilen. Zwei wichtige und bedeutende Meldungen in Bezug auf Viewer erreichten uns:

  1. Kataspace als virtuelle Welt, browserbasiert auf Basis von WebGL und HTML5
  2. Das browserbasierte PlugIn Canvas, dass als Viewer für Second Life, OpenSIM und Unity3D zur Verfügung steht

Ohne die Bedeutung von WebGL und HTML5 schmälern zu wollen, insbsondere in Bezug auf mobile Applikationen auf TabletPCs und Smartphones, sehe ich eine größere Zukunft für Canvas, da es ein Viewer ist, der Zugriff auf bereits bestehende Inhalte/Welten ermöglicht, während Kataspace zwar Collada-Files unterstützt, nicht aber auf komplett fertige Welten aufsetzen kann, die ja schon existieren und über Jahre hinweg entwickelt wurden. Kataspace benötigt den Firefox 4 beta mit WebGL und Websockets-Support und Canvas soll ab dem 6. Dezember zur Verfügung stehen. Early Adopter können sich unter folgendem Link als Tester anmelden. Zudem sieht die Grafik im Vergleich zu OpenSimulator/Second Life noch etwas dürftig aus, obschon ich der Grafikqualität viel weniger Relevanz zuspreche, als dem Content und der Interoperabilität. Ein Video zu Kataspace habe ich auf YouTube gefunden:

Canvas soll in allen drei großen Browser laufen: Firefox, Safari, Internet Explorer und Chrome. Die Webseite des Projektes deutet auch darauf hin, dass die Entwicklungsfirma von IBM unterstützt wird, zumindest ist das Logo dort gelabelt! Das Browser PlugIn soll laut GridGazette
als pro Benutzer lizensiertes Einzelprogramm und auch als komplett für eigene Anwendungen anpassbares System zur Verfügung gestellt werden. Canvas wird von der Firma Tipodean entwickelt. Tipodean hat sich unter anderem auf den Bereich E-Learning mit Virtuellen Welten spezialisiert.

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

Kommentare

  1. Nachtrag:

    Merkwürdigerweise war IBM mit dem Thema eigentlich schon im Oktober 2007 dran, mit dem damals vorgestellten „Pelican-Plugin„. Unter der alten Pelican-Crossing Website findet man aber keine relevanten Inhalte mehr! Hmmm!

    Das PlugIn hies wohl Induality und wurde von dem Startup PelicanCrossing geschrieben, der von der Oberfläche verschwunden ist.

  2. Kai Ludwig says:

    Canvas (leichtgewichtig, geringe Bandbreitenanforderungen, flachwebintegrationsfähig) ergänzt den Zirkus Second Life / OpenSimulator / diverse FatClient-Viewer um den bisher fehlenden Baustein „browserbasierter Viewer“ und legt somit die Einstiegshürde zu fertigen Welten und einer universellen Plattform für 3D-Anwendungen (OpenSimulator) endlich so niedrig, dass auch Gelegenheitsbenutzer den Zugang finden werden.

    Kataspace ist ein kompleter Neueinsteiger und hat es damit schwer, auch wenn es diesmal direkt mit Flachwebgtauglichkeit daher kommt. Es gibt schon so viele proprietäre und nicht miteinander vernetzte verschiedene 3D-VR-Systeme mit Nischendasein, da fällt eins mehr oder weniger nicht auf.

    OpenSimulator (Open Source, preiswert, offen, vernetzt, modular, Framework, erweiterbar, …) und SecondLife (teuer, langsam, veraltet, das CompuServe des 3D-Internet, …) bilden im Moment den Standard für interaktive, veränderbare, mehrbenutzerfähige Welten mit benutzergeneriertem Inhalt. Mit einem browserbasierten Zugang kommt die 3D-Internet-Kuh in 2011 endlich ans Fliegen …

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