iPhone & co. : mit Sicherheit nur ein Telefon

Iphone 5

Kennt Ihr noch die Wählscheibe?

Also nicht das App für Euer iPhone… ich meine die mechanische Wählvorrichtung von Fernsprechgeräten, die in den meisten Fällen cremefarben, orange oder grün waren.

Unverzichtbarer Partner der Wählscheibe war das Telefonbuch, das es in den Varianten „public“ und „private“ gab, und die immer im Umkreis von ca. 40 cm zur Wählscheibe positioniert waren.

Hierbei diente „private“ allerdings eher dazu, im Sinne eines alphabetisch geordneten Taggingsystemes die Zugriffszeiten zu verkürzen. So konnte man Inhalte aus dem Publiktelefonbuch in das Private kopieren, wobei als Tags in der Regel Vor- und Nachname verwendet wurden. Aber auch „Schule“, „Schwimmbad“ oder „Arzt“ waren gängig. Aufgrund einer fehlenden Suchfunktion wurden diese Tags dann hierarchisch strukturiert.

Ein Anruf wurde mit diesen Werkzeugen derart getätigt, dass der Anrufer zuerst den Addresscode des Anschlusses, mit dem er sich verbinden wollte, herausfinden musste. Diese Codierung ist in etwa vergleichbar mir einer IP-Adresse. Kannte ein Nutzer die Addresscodierung nicht, hatte er das Telefonbuch zur Hand, quasi den Domain Name Server, in dem der Name „Hans“ die Nummer „555-134-876“ zugeordnet bekommt.

Kannte der Nutzer diese Nummer auswendig, konnte er die Zahlenfolge direkt über das Userinterface „Wählscheibe“ in den Fernsprecher eingeben, der dann die gewünschte Verbindung aufbaute.

Dieser Fernsprechapparat, umgangssprachlich „Telefon“ genannt, war, aufgrund der Kabellänge, eher stationärer Natur. Er kannte keine SMS, keine Email, und postete so auch nicht ständig auf irgendwelchen social media Plattformen, dass er jetzt gerade im Wohnzimmer steht.

Was die Viren angeht, konnte man den Fernsprechapparat mittels Lappen und etwas Desinfektionsmittel schnell und zuverlässig reinigen. Was das Spielen angeht, ließ er sich prima für Anrufsimulationen verwenden, wenn man vorher keine Verbindung aufgebaut hat. Mit Verbindung ging es auch, es war halt nur teurer.

Wusstet Ihr, dass der Ausdruck „handy“ im Englischen und im Amerikanischen gar nichts mit einem Mobiltelefon zu tun hat?

„handy“ heißt einfach nur „praktisch“. Und genau so sind sie heute, die Fernsprechapparate der Neuzeit.

Es gibt nichts, was sie noch nicht können, und wenn es so etwas gibt, dann dauert es nicht lange, dann gibt es es doch! :-D

Einfach praktisch, bequem und in jeder Lage nützlich. Doch abgesehen davon, dass unser Hirn immer mehr verkümmert, weil es mehr und mehr Aufgaben abgenommen bekommt, hat die zunehmende Komplexität aus Anwendungen und sensiblen Daten noch ganz andere Schattenseiten.

Welche Apps verwenden welche Informationen auf dem Gerät? Namen, Telefonnummern und Email Adressen sind personenbezogene Daten, die unter Umständen unter das Bundesdatenschutzgesetz fallen.

Schützt ein „kommerzielles Gütesiegel“ wie der Appstore tatsächlich vor Malware in den Apps?

Wie sieht es mit den URL-Shortnern wie 3.ly oder bit.ly aus, wenn sie ein Handy auf eine Seite mit Schadenscode navigieren, obwohl man doch nur einen Twitterlink öffnen wollte?

Dass gestohlene Handys gerne verkauft werden ist ja bekannt, aber gibt es schon einen Markt, auf dem die Kontaktdaten der SIM Speicher verhökert werden?

Die Nutzung neuer Technologien ist und bleibt eine intuitive Kosten- Nutzenrechnung jedes Anwenders. Wenn ich allerdings Daten anderer Menschen auf meinem Handy gespeichert habe, halte ich es für meine Pflicht, entsprechend sorgsam damit umzugehen. Jeder (also fast jeder) hat ein tolles Passwort für seinen Mail-Account, damit dieser nicht gehackt wird, und so kein Fremder Spam an Bekannte verschicken kann.

Doch wie steht es mit diesem Bewusstsein, wenn es um unsere Handys geht? Oder geht unsere eigene Bequemlichkeit vor, wenn es um den Datenschutz meiner Freunde und Bekannten geht?

Ich wünsche Euch allen ein IT-Sicheres 2011!

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