Kinect schafft Raum für virtuelle Körpersprache

Kinect für Avatare

Mit Kinect wird Avataren künftig mehr Leben eingehaucht. Die, in virtuellen Welten lange vermisste Körpersprache, hat nun Aussicht auf eine Zukunft.

In den letzten Monaten ist mir wieder der Unterschied zwischen einem Publikum im physischen und im virtuellen Raum bewusst geworden. Ich hatte einen Schulungsvortrag vor Mitarbeitern aus dem Bereich Kriminalitätsbekämpfung und Fahndung.

Obwohl ich mir bewusst bin, dass zu den Strategien einer erfolgreichen Vernehmung gehört, dass man als Zuhörer möglichst wenig Feedback gibt, um den Erzählenden nicht zu beeinflussen, war es ein komisches Gefühl, vor einer Gruppe emotionsloser “Schaufensterpuppen“ zu referieren.

Ein ähnliches Gefühl habe ich manchmal bei Vorträgen in virtuellen Welten, wenn ich in emotionslose Avatargesicher sehe, und auch der Textchat stumm bleibt.
Doch nicht nur mir geht das so, es ist erwiesen, dass das Feedback des Publikums sich auf die Qualität des Vortragenden auswirkt.

So ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder die Körpersprache der Avatare verimsst wird, wenn es um die Kommunikation im virtuellen Raum geht.

Nun soll die Xbox 360 helfen, dem Avatar nicht nur mehr Leben einzuhauchen, sondern die Körpersprache der Person dahinter abzubilden. Nötig ist dafür der Kinect Zusatz, der nichts anderes als ein 3D Scanner ist, der Bewegungen in digitale Signale umwandelt. Im Gegensatz zur Nintendo Wii hat der Nutzer seine Hände frei.

Für Xbox 360 life Gold Mitglieder wird es dieses Frühjahr einen virtuellen Chatraum namens Avatar Kinect geben. Hier können sich Avatare treffen, und beim Voicechat auch die Kommunikation über die Körpersprache genießen.

Wie dieser Spass aussehen wird, zeigt das folgende Video, dass sogar Redner wie Steve Ballmer erträglich macht.



Interessanter Weise wurde für Microsoft Kinect eine open source Software entwickelt, mir der man auch das Rollenspiel World of Warcraft mit vollem Körpereinsatz spielen kann. (Ich persönlich freue mich schon auf die Forced Feedback Erweiterung, die das Zurückhauen der Monster erlebbar macht :-D )
So wird zum Einen die Qualität der virtuellen Kommunikation stark verbessert. Zum Anderen trägt diese Technologie dazu bei, die herkömmlichen Bedienungsgeräte wie Maus und Tastatur langsam zu verdrängen.



Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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