Pia Piaggio im Kino


Pia Piaggio im Kino

Wirklich lange habe ich nach einem schönen Kino in Second Life gesucht. Besonders mit dem verstärkten Aufkommen von Machinima-Filmen, so dachte ich, müsste doch endlich mal jemand eines eröffnen. Denn was gibt es Schöneres, als einen Film anzuschauen und dabei nicht nur eine große Leinwand geboten zu bekommen sondern auch das gemeinschaftliche Gefühl zu erleben, zum Publikum zu gehören. Von warmem Popcorn im Schoss und einer eiskalten Cola in der Hand mal ganz zu schweigen.


Pia Piaggio im Kino

Um dieses Vergnügen virtuell zu erleben, macht sich Pia Piaggio heute, an einem gähnend grauen Sonntagnachmittag, nach Sub Lupina, dem Zuhause der Phoenix Embers auf. Dass dies kein ganz ungefährliches Vorhaben ist, weiß sie schon, denn die sagenumworbenen Straßen dieser Location mit abgewracktem Industriecharakter, hat sie bereits heimlich durchstreift. Ihr Fazit damals: „Weia, Stephy, das stellen wir erst mal zurück. Ist ´ne ziemlich harte Nummer, dieses Sub Lupina“.


Pia Piaggio im Kino

Und auch nur, weil Pia dort ein Date mit Laurina Hawks, der Ownerin dieser abenteuerlichen Sim hat, gelingt es mir, sie zum Teleport zu überreden. Im Übrigen habe ich sie auf der Suche nach einem gescheiten Lichtspielhaus so oft durchs SL gejagt, dass sie jetzt natürlich ultraneugierig ist, was so ein echtes Grid-Kino zu bieten haben kann. Nebenbei bemerkt sollte man am Landepunkt den Teleport ins Kino anklicken, um dort ganz sicher anzukommen, ohne sich nicht in den düsteren Straßen zu verlaufen.


Pia Piaggio im Kino

Die beiden treffen sich direkt vor dem WHITFIELD PALACE. „Hi Pia“, raunt Laurina mit ihrer Dauerpafferzigarettenstimme. „Hey, Laurina, nett dich zu treffen“, erwidert Pia fröhlich und wirft einen verstohlenen Blick auf Laurinas extrem scharfes Oberteil, dann auf das Strumpfband, welches wie gewohnt mit einer handlichen Knarre bestückt ist.


Pia Piaggio im Kino

„Komm Pia, es geht jeden Moment los!“, wirft sie über die nackte Schulter und schreitet schon vor ins Foyer. Es mutet genau so an, wie man sich ein heimeliges Programmkino vorstellt, mit dem einzigen Unterschied, dass die Kasse fehlt. Der Eintritt ist gratis.


Pia Piaggio im Kino

Pia tippelt ihr vorfreudig hinterher, schaut sich dann suchend in dem weinrot ausgeschlagenen Vorraum um und zieht gleich darauf eine ausgiebige Schnute. „Wo gibt’s denn das Popcorn?“, platzt es aus ihr heraus. Laurina klimpert zwei, drei Mal mit den Augen und antwortet: „Die Popcornmaschine ist derzeit beschlagnahmt wegen Dioxin-Verdacht. Sobald es möglich ist, baue ich sie wieder auf.“


Pia Piaggio im Kino

Wenn diese Info Pia auch nicht befriedigt, so schluckt sie dennoch ihre Gier hinunter und öffnet ihre Wahrnehmung für das Ambiente. Das Foyer geht direkt in einen großzügigen Kinosaal über. Fläzige Sessel und kuschelige Zweiersofas stehen bereit, um sich in dieser klassischen Kinoatmosphäre dem Filmvergnügen hinzugeben.


Pia Piaggio im Kino

„Nimm doch Platz“, fordert Laurina auf. „Das Programm besteht aus zehn Filmen, die per Playlist abgespielt werden. Eigentlich müsste man sich dafür anschnallen und ich überlege tatsächlich, ob ich an den Sitzen noch Gurte anbringen soll.“ Pia schluckt und zischt mir dann zu: „ Also, wenn Laurina das schon sagt, dann können wir uns jetzt ja auf einiges gefasst machen!“


Pia Piaggio im Kino

Eingestellt auf alle Härten einer virtuellen Kinodarbietung, nimmt Pia einigermaßen gefasst Platz. „Kommen da jetzt auch deine Filme?“, fasst sie vorsichtig nach. „Ja klar! Und natürlich werden wir auch den Prolog von der Simulacron Saga sehen. Reine Action, das sage ich dir“, grinst sie vielversprechend.


Pia Piaggio im Kino

Aber bevor Pia und ich überhaupt etwas auf der Großleinwand von NAT sehen können, muss ich einige Schritte mit meinem Rechner unternehmen. Dabei folge ich den Anweisungen der Notecard von Laurina, die für die vielen Besucher, bei denen die Leinwand schwarz bleibt, sehr genaue Hinweise enthält. Nach dem Herunterladen einer bestimmten Flash-Version sowie einem Logout zur Aktivierung funktioniert dann auch alles bestens.


Pia Piaggio im Kino

Das Programm beginnt mit dem preisgekrönten Machinima „No Tombs for the Arts“ von Laurina – wirklich ein Meisterstück an Story und filmischer Umsetzung. Denn hinter der Avatarin Laurina Hawks steckt im RL ein waschechter Schriftsteller, der sich bei genauem Hinsehen als Mehrfachtalent entpuppt: als Autor, Komponist, Musiker, Regisseur und Schauspieler. Die spritzige Laurina speist sich demnach aus einem Feuerwerk an professioneller Kreativität.


Pia Piaggio im Kino

Als zweiten Film gibt es den Prolog zur Simulacron Saga, deren ersten Teil wir im Sommer erwarten dürfen, wie Laurina verrät. Pia wirkt leicht angespannt, ist sie doch bezüglich der herben Action, die sie nun erwartet, schon vorgewarnt.


Pia Piaggio im Kino

Und es geht auch gleich damit los. Per Sturmangriff bahnen sich zwei Helden, wovon einer dem nordisch-verwegenem Typ entspricht, den Weg in ein unübersichtliches Lagerhaus.


Pia Piaggio im Kino

Dort erwartet sie neben einigen verstaubten Holzkisten das Gegenteam bestehend aus zwei ziemlich schlagkräftigen Frauen.


Pia Piaggio im Kino

Mitten in einer höchst geheimen Netzoperation müssen sie sich gegen die Eindringlinge verteidigen. Das Schießeisen stellt dabei noch die unschuldigste Waffenart dar, verfügen alle diese Filmhelden doch über wahrlich wunderliche Verteidigungsmittel, die Pia in den nächsten Minuten zu sehen bekommt.


Pia Piaggio im Kino

Die etwa 15-minütige Einleitung zur Hauptstory endet in einem heruntergekommenen Waschraum und verheißt für die kommenden Folgen viel Spannung und – natürlich – Action. Produziert wird diese Reihe übrigens von Metaworlds Machinima.


Pia Piaggio im Kino

„Und Pia, wie gefällt dir mein Machinima-Kino?“, will Laurina beim Nachspann wissen. „Klasse!“, verkündet sie, tief in den Sessel gerutscht und mit erwartungsvollem Blick auf die Leinwand. „Genau das hat hier bislang gefehlt“, setzt sie noch hinterher und dann geht es auch schon weiter mit dem nächsten Machinima.Natürlich gibt es in diesem Kino nicht ausschließlich Laurina Hawks Machinimas zu sehen, sondern auch herausragende Werke bekannter Regisseure wie Chantal Harvey, Toxic Menges, Phaylen Fairchild oder Glasz de Cuir und anderer. Die Schauplätze liefern verschiedene Online-Welten oder Games. „Ich möchte auf meiner Leinwand möglichst die gesamte Bandbreite dieses jungen Genres präsentieren,“ erläutert Laurina. „Denn dafür gibt es in SL derzeit kein wirklich spezialisiertes Kino. Ich freue mich auch jederzeit über Tipps und Zusendungen, die ich dann hier auf die Playlist setzen kann.“

Landmarke Sub Lupina

Website Laurina Hawks / Phoenix Embers

YouTube-Kanal Laurina Hawks / Phoenix Embers

Interview mit Laurina Hawks (spanisch/englisch)

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