Kinder in virtuellen Welten vor Pornographie besser geschützt als im 2D-Internet

Kinder in virtuellen Welten

Könnt ihr Euch noch an die Unkenrufe der Mainstreampresse errinnern, die wetterten, Second Life bestünde zum Großteil nur aus Rotlichmilieu, Sex und Pornographie, sogar Kinderpornographie? Das war so gegen Ende 2007 als sich die kolportierende Presse über Second Life hermachte. Auf betterverse lese ich heute, ca. 2 Jahre später, dass die Accounts des Teengrids nun auf das Maingrid migriert werden.

Entgegen der Presse gab es in Second Life ein sog. Teengrid, indem sich nur unter 18-Jährige aufhalten durften. Für Erwachsene, beispielsweise Lehrer, war der Zugang verhältnissmäßig schwer. Der Entwicklung von Bildungsangeboten war das Verfahren nicht besonders dienlich, zumindest bei Angeboten, bei den auch Erwachsene für die Wissensvermittlung eine Rolle spielten. Immerhin sorgte die klare Trennung für „saubere“ Inhalte, sodass Jugendliche in einem „geschützten“ Raum unterwegs waren. Komischerweise berichtete „die Presse“ eigentlich nie darüber – zumindest sind mir keine Berichte bekannt.

Mittlerweile ist es so, dass Inhalte mit sexuellen Inhalten in Second Life klar gekennzeichnet werden müssen. Sind Sie das nicht und wird dies bekannt, fliegt der jeweilige Betreiber samt seiner Insel aus dem Grid. Damit Nutzer Zugänge zu diesen Über-18-Inhalten bekommen, ist ein Altersnachweis notwendig. Erst dann, sind die Inseln mit den Inhalten für Erwachsene sichtbar.

Überlegt man sich den Aufwand, den ein Jugendlicher betreiben muss, um „illegal“ an die Erwachsenen-Inhalte zu kommen, ist dieser verhältnissmäßig hoch, im Vergleich dazu, wie einfach diese Inhalte im flachen zweidimensionalen Web erreichbar sind. Im 2D-Internet sind es nämlich wenige Klicks. Im 3D-Internet ist die Installation eines Viewers, die Registrierung eines Accounts und die Fälschung eines Altersnachweises nötig.

Je mehr ich darüber nachdenke, 3 Jahre nach dem Second Life Hype, desto mehr und mehr wird diese damalige Berichtserstattung für mich zur Farce!

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

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