24. AK E-Learning Trainingssimulation für Rettungskräfte

„… Trainingssimulation für Rettungskräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes…“

war der genaue Titel der Veranstaltung am 12.05.2011


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Beim 24. Arbeitskreis „E-Learning in virtuellen Welten“ hatten wir Amrei Groß von der UNI Augsburg zu Gast. Für den Studiengang Medien und Kommunikation hat sie im Rahmen einer Semesterarbeit in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Augsburg ein Übungsszenario für Rettungskräfte in Second Life erschaffen.


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Ziel der Simulation:

  • Üben von Rettungsabläufen in komplexen Situationen
  • angemessene Koordination von Rettungstrupps
  • präzise Kommunikation innerhalb eines Rettungteams
  • Handeln unter äußeren Stresseinflüssen

Die Vorgaben für die Simulation waren:

  • Komplexe Umgebung (Stadtgebiet)
  • Zufälliges Ausbreiten von Brandherden
  • Realistische Rauchentwicklung
  • Einsatzkräfte mit realistisch eingeschränkten Ressourcen
  • Verletzte verschiedener Verletzungsgrade
  • Auswirkung der Umgebung auf den Handelnden


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Aufgaben der Simulation:

  • Retten und Bergen der Opfer
  • Ausbreitung des Feuers verhindern
  • Brandbekämpfung

Die Begehung

Auf den ersten Blick präsentierte sich die Simulation wie folgt:
Eine Straße mit zwei halbzerstörten Häusern, Wrackteile eines Flugzeugs, verunfallte Kraftfahrzeuge, verschiedene Verletzte am Unfallort.


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Die Verletzten, die durch Dummies dargestellt wurden, befanden sich teilweise in
Unfallfahrzeugen (KFZ), auf der Strasse und in den Gebäuden.

Die Klassifizierung der Verletzung wurde durch die grafische Darstellung der Dummies, sowie mit Hilfe einer Notecard ermöglicht. Mittels der Figur war grob erkennbar, wie es um das Opfer stand. Manche Dummies saßen herum, andere lagen auf dem Boden, und bei manchen fehlten offenbar Teile der Gliedmaße.

Durch das Anklicken eines Dummies bekam man eine Notiz (Notecard) mit genaueren Informationen.


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Start des Szenarios.

Amrei Gross startete das Szenario durch das gezielte Legen erster Brandherde. Nach kurzer Zeit entstanden selbstständig mehr und mehr Feuer, die mit zunehmender Größe auch sichtbehindernden Rauch erzeugten.

Das anfängliche Knistern der Feuer erhob sich so mehr und mehr zu einem bedrohlichen Rauschen. Neben der, durch den Rauch eingeschränkten Sicht, entstand noch ein permanenter, akustischer Stressfaktor.

Die Feuer ließen sich nur im Beisein eines Löschfahrzeuges bekämpfen, um eine eventuelle, regelwidrige Manipulation zu verhindern. Das Löschfahrzeug wiederum verfügt über eine begrenzte Wassermenge, was eine sparsame Löschstrategie oder das Aufsuchen eines Hydranten, der je nach Bedarf in die Simulation implementiert werden kann, erforderlich macht. Der entstandene Rauch konnte mit Hilfe von tragbaren Ventilatoren weggeblasen werden, um die Sichtverhältnisse in Häusern zu verbessern.


Trainingssimulation für Rettungskräfte

Diese Ventilatoren verursachen eine weitere Geräuschentwicklung, die zusätzlichen Stress auslösten. Die Avatare selbst werden bei der Brandbekämpfung mit einer Software (HUD) ausgestattet, die Werte aus der Umwelt registriert, und schließlich das Verhalten des Avatars beeinflussen kann. So kann, bei zu großer Hitzeeinwirkung, der Avatar „ohnmächtig“ werden, womit er seinen Kollegen zusätzlich als Opfer zur Last fällt.

Herausforderungen

Die selbst ausbreitenden Feuer erzeugen immer wieder neue PRIMs auf der Insel. Das bedeutet zum Einen, dass sich die Feuer irgendwann nicht mehr ausbreiten können, zum Andern, dass die Performance der Insel abnimmt, und die Rechner der Trainierenden stark gefordert werden. Da das selbstständige Ausbreiten der Feuer gewollt ist, muss es, neben der regelgerechten Löschmöglichkeit, auch die uneingeschränkte Steuerung der gesamten Simulation durch einen Simulationsleiter geben.

Chancen

Das, was an der Uni Augsburg entstanden ist, ist zweifelsfrei ein Prototyp mit großem Potential.

Die Stressfaktoren der Umgebung haben sich bemerkbar gemacht, obwohl wir keinen „Löschauftrag“ dort hatten. Ebenfalls erstaunlich war die Überraschung, als ich eben noch ein Haus betreten, mir ein paar Minuten den Vortrag von Frau Amrei Groß angehört habe, und plötzlich der Ausgang vom Feuer versperrt war!

Die Simulation hat eine große Komplexität, die spontane Reaktionen erfordert, die wiederum kommuniziert werden müssen. So etwas in der physischen Umgebung zu üben, ist schlichtweg unmöglich, da allein schon aus Sicherheitsgründen, bezüglich Gesundheit und Budget, gewisse Komfortzonen eingehalten werden müssen. Allein schon das organisieren von „Verletzten“, das Herrichten des Ortes und die Organisation des Ortes an sich, bringt vielfältige Probleme mit sich.

Somit gesellt sich Amrei Groß und die Uni Augsburg in das kleine Grüppchen derer, die heute schon machen, was sich andere nicht einmal vorstellen können.


Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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