Nintendo 3DS – 3D für die Hosentasche


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Die Vorherrschaft auf dem Markt der Spielekonsolen ist seit langem hart umkämpft. Der Augenmerk liegt auf neuen Eingabegeräten, angefangen mit der WII bis Kinect.und Move.

Auf dem Markt der mobilen Spielkonsolen hat Nintendo darüber hinaus eine Konsole auf den Markt gebracht, die einen 3D Eindruck ohne Brille vermittelt: die NINTENDO 3DS.

Doch ist das Gerät nur eine Demonstration von Know-How, Angeberei auf technisch höchstem Niveau, oder tatsächlich eine revolutionäre Spielekonsole mit völlig neuem „Look and Feel“?

Das Gerät:

Das Gerät ist schlicht, schnörkellos, und vermittelt einen soliden Eindruck. Im Gegensatz zum Optischen Eindruck ist das Gerät allerdings recht leicht! Im Gegensatz zum iPhone ist es doppelt so dick, dafür vergleichbar schwer.

Ein Bisschen verunsichert haben mich die beiden außenliegenden Knöpfe, die ich beim ersten Aufheben des Gerätes aus Versehen berührt habe. Das leise „klick“ und die Tatsache, dass sich am Gehäuse etwas bewegte veranlassten mich zur Annahme, ich hätte etwas kaputt gemacht.

War aber nicht so, alles war in Ordnung, und ich gewöhnte mich an das Vorhandensein der Knöpfe.


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Die beiden äußeren Knöpfe sind aber nicht die einzigen. Sie kommen in einem ganzen Verbund von Eingabemöglichkeiten, die für Nintendo typisch sind. Die X,Y,A und B Knöpfe, ein Slidepad, das und Steuerkreuz. Dazu gesellen sich noch 3 Knöpfe, die in das Gehäuse unter dem Display eingelassen sind, für „Select“ „Home“ und „Start“, und natürlich noch den Touchscreen in der Mitte des Konsolenunterteils.
Eher unauffällig sind dagegen der 3D Regler, und der Lautstärkeregler.


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Das Display:

Das meiner Ansicht nach wichtigste bei der NINTENDO3DS ist natürlich das Display.

Die Auflösung beträgt 800 mal 240 Pixel, wobei das Display beide Augen getrennt bedienen muss. Somit ergibt sich eine tatsächliche Auflösung von 400 mal 240. Die Technik funktioniert so, dass nur jede zweite senkrechte Pixelspalte für ein Auge ein sichtbares Bild liefert. Die anderen Spalten bedienen das andere Auge. Trotzdem liegen die Pixel so dicht an einander, dass ein dichtes Bild entsteht.

Das Display ist beim Aufklappen stufenlos verstellbar bis ca. 160°, bevor es leicht einrastet. Danach lässt es sich weiter aufklappen bis ca.180°.
Die „Unsichtbarkeit“ jeder zweiten Zeile wird dadurch erreicht, dass ein Teil eines Pixels verdeckt wird, und so das Licht von einem Auge nicht zu sehen ist.


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Dabei ist die Zone, in der sich der Nutzer aufhalten muss, recht groß. Der nötige Abstand, um den 3D Effekt zu bekommen, liegt bei mir zwischen 20 und 60 cm, was ich durchaus gut bewerte. Der Winkel in der horizontalen ist ebenfalls recht weit. Bewegt sich der Betrachter allerdings von seitlich hin- und her, so verhält sich das Bild ähnlich wie die Wackelbilder aus den 1980er Jahren.

Der Sehwinkel von unten ist vergleichsweise groß, schaut man aber von oben auf das Display, so kann man sehr schnell die „wahre“ Darstellung der 3DS sehen. Es erscheint das „Bild im Bild“, die stereoskopische Darstellung, ohne, dass nur ein Auge „befeuert“ wird.

Problematisch waren nur die AR Anwendungen, bei denen die mitgelieferten Karten Verwendung fanden. Ein vorgegebener Abstand zwischen Gerät und Karte (35 cm) ist notwendig, dass die Karte erkannt wird, und die AR-Objekte in den physischen Raum einbauen werden können. Bei einigen dieser Spiele, z.B. dem Zielschießen, entsteht eine recht große Dynamik auf der Spielerseite, d.h. der Spieler muss sich bewegen. Bei den Bewegungen die nötigen Abstände einzuhalten erfordert etwas Übung. Hat man diese Übung nicht, erscheinen häufiger Doppelbilder, oder man wird aufgefordert, den Abstand zwischen Karte und Gerät zu korrigieren.


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Die Qualität der 3DS ist anhängig vom Spiel:

Wie sieht es nun in der Praxis aus?

Die NINTENDO 3DS bietet nach meiner Einschätzung eine schöne Plattform, um 3D Anwendungen darzustellen.
Die Augmented Reality Anwendungen haben mich nicht so sehr überzeugt, wobei allerdings die Manipulation des vorhandenen, physischen Raumes auf dem Display sehr beeindruckend war.

Grundsätzlich hat der Mensch das 3D Sehen für den Nahbereich bis 30 Meter, was sich irgendwie auch in den Anwendungen bemerkbar macht.
NintenDogs spielt z.B. in einem geschlossenen Raum, in den man mit seinem Welpen spielen kann. Die größe des Raumes schätze ich auf ca 5 mal 5 Meter, und es ist ein idealer 3D Raum.


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Ebenso spielt Streeftfigter IV im Nahbereich, wovon das Spiel profitiert.

Im Gesensatz dazu steht Pilotwings Resort, ein Flugsimulator, der entsprechend in der freien Natur handelt. Die Darstellung der Fluggeräte im Nahbereich ist toll, ebenso das „Erlebnis“, unter einer Brücke durchzufliegen, allerdings wird das Bild der Landschaft in der Ferne durch Interferenzen gestört.

Ich kann nicht sagen, woraus die Störungen resultieren, ob die Software, die Grafikberechnung oder die 3D Darstellung verantwortlich ist, mir ist nur aufgefallen, dass das Interferenzproblem in kurzen Distanzen nicht besteht.

Fazit:

Während die großen Konsolen sich auf Markt der Human Interface Devices nachjagen, und ihre Kunden zu vollem Körpereinsatz animieren, entwickelt NINTENDO im Bereich der mobilen Konsolen die 3D Darstellung.

Das Versprechen „3D – Ohne Brille“ wurde gehalten, es funktioniert recht gut.
Die NINTENDO 3DS ist mit ihrer 3D Darstellung ein echter Innovator auf dem Bereich der mobilen Spielekonsolen.
Letztlich ist der Mehrwert des 3D von den Spielen, bzw. der Anwendung abhängig.

Ich selbst habe mich recht schnell an die 3D Darstellung gewöhnt. Am Anfang war es ein „WOW! Das geht?!“, nach 3 Tagen wurde es langsam zum Standard, und schließlich war es nichts besonderes mehr. Bis ich den 3D Regler auf „flat“ gestellt habe. Plötzlich fehlte etwas…

Somit gehe ich davon aus, dass es künftig mehr und mehr 3D Spiele mit spektakulären Effekten geben wird.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mehrwerte bemerkt er erst, wenn man sie ihm weg nimmt.
Wer kann sich heute noch vorstellen, vor dem Schwarz-Weiss-Fernseher zu sitzen?

Farbbild ist längst normal geworden, und nun kommt eben 3D.

Die NINTENDO 3DS ist kein finales Endprodukt auf Segment der 3D Darstellung, sondern ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des 3D Entertainments.

Ich freue mich zu sehen, wie es weitergeht.

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Kommentare

  1. twuertz says:

    UPS!
    Im Bild zur Erläuterung der Stereoskopie muss es natürlich heißen:
    „Jede zweite PixelSPALTE „befeuert“ gezielt …“
    liebe Grüße,
    Tobias

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