Pia Piaggio in Griechenland

Pia Piaggio in Griechenland

In irgendeinem der knapp 90 Streifzüge von Pia Piaggio steht, große Ereignisse würden sich im Allgemeinen auch in Second Life widerspiegeln. Im Falle von Griechenland trifft dies nicht zu. Kein Pleitegeier zieht seine Kreise über der virtuellen Insel, keine Menschenmenge demonstriert, keine Hinweise gibt es dort auf die beängstigenden Ereignisse im realen Land.

Pia Piaggio in Griechenland

„Das liegt wohl daran, dass wir Residents nicht politisch sind“, behauptet Pia und streichelt dabei wohlig über den glatten Marmor, auf dem sie sitzt. Das mag durchaus angehen. Das Fiasko der deutschen Politiklandschaft in Second Life, die übrigens gar nicht mehr erst existiert, mag dies beweisen. Hier jedenfalls, in Pillars of Hercules, beherrscht pure Romantik das gesamte Ambiente.

Romantische Orte

Über zwanzig Orte auf der Sim bilden ein Gesamtangebot, welches sich ganz und gar dem Herzschlag verschreibt. Ob beim Tanzen, beim Daten oder beim Bummel über die verträumte Insel, immer geht es ums Relaxen in einer entspannenden Atmosphäre.

Architektur Scottie Menges

Der Owner und Builder Scottie Menges hat dafür zahlreiche Gebäude aufgestellt, die im neo-klassischen griechischen oder römischen Stil gebaut sind. „Das hat er wirklich sehr geschmackvoll gemacht“, findet Pia und schlendert in den einladenden Hafenbereich.

Inselrundfahrt

Dort wartet eine Gondel, die zu einer zwölfminütigen Fahrt einlädt, bei der die Insel erklärt wird. Natürlich ist dieses Wassergefährt mit Cuple-Sitz-Animationen ausgestattet, sodass die Rundfahrt durchaus zu einem schmusigen Vergnügen werden kann. Doch dafür fehlt Pia der Partner.

Moderner Herkules

„Stimmt nicht“, flüstert sie aufgeregt und zeigt auf einen mordskörprigen Typ mit engelsblondem Haar, der hinter einer Säule steht. „Den könnte ich doch mit ins Boot nehmen“, überlegt sie forsch. Ich will ihr nicht sagen, dass so ein Pfundskerl ganz sicher nicht mit so einem uralten Skin und Shape, wie Pia es eisern trägt, in ein Boot steigen will. Noch dazu, wenn es um Romantik geht.

Unterwasserdisco

Zum Glück kommt Pia selbst davon ab, denn sie hat eine vielversprechende Bodenluke entdeckt, die sie magisch anzieht.

Poseidon Club

Tatsächlich führt sie in den Poeseidon Club, einer blubberigen Unterwasserdisco, wo jeden Montag eine Party stattfindet. Bereitgestellt sind diverse Wassertanzanimationen, die aus jeder Avin eine anmutige Meerjungfrau machen.

Dating Essentials

Aber Pia taucht schlussendlich nicht ab, sondern steuert geradewegs auf das Cafe Herkules zu. „Im ersten Stock gibt es Dating Essentials“, ruft sie mir aufgeregt zu und tippelt schon die Treppe hinauf.

Grüne Rose

Nun ja, so ein bisschen an Krise erinnert es dort dann schon. Im Angebot sind ganze drei Artikel, unter anderem eine Rose in verschiedenen Farbkombinationen. „Bisschen mau“, kommentiert Pia und tippelt hinfort.

Pillars of Hercules

Gleich nebendran lädt Tarot Readings zu einem Besuch ein. „Oh prima, da kann man Karten spielen“, ruft Pia erfreut aus. Woher soll sie auch wissen, was ich ihr dann erkläre: dass es sich dabei um Orakelkarten handelt, die mir großem Respekt zu handhaben sind.

Tarot in Second Life

„Na ja gut, dann kann man hier eben oraklen, ist ja auch klasse“, findet sie und konzentriert sich auf die drei Karten vor sich. Dabei scheint sie irgendetwas zu faseln, wohl die richtigen Fragen zu stellen, ich weiß es nicht, denn auch auf ganz laut gestellt, verstehe ich nichts von ihrem Gesäusel. Schließlich entscheidet sie sich für die mittlere Karte. Via susurra eröffnet ihr das Orakel, sie habe die Karte XV – Der Teufel aufgedeckt.

Teufel für Griechenland

„Hört sich nicht gut an“, urteilt Pia spontan und in der Tat ist die Bedeutung dieser Karte unschön. Sie steht für Verheerung, schräge oder seltsame Erfahrung, Untergang, unerwartete Ausfälle, Streit, Gewalt, Katastrophen und eine schlecht gelaunte Person. „Oh je“, seufzt sie. Natürlich will ich wissen, was sie wissen wollte. „Wie es mit diesem wunderschönen Griechenland weitergeht“, antwortet sie ziemlich desillusioniert. „Meinst du, ich kann nochmal ziehen?“ fragt sie eine wenig mehrdeutig.

Zehn Schwerter

Aber ja doch, nur zu. Und siehe da, die nächste Karte ist das Bild der zehn Schwerter. Es bedeutet, die feindlichen Kräfte sind besiegt, Courage, ein wenig Erfolg und bessere Gesundheit. „Das wär’s doch! Das wünsche ich mir für Griechenland, daran glaube ich jetzt“, ruft sie deutlich aufgeheitert.

Romantik

Während Pia sich weiter mit den Tarot-Karten beschäftigt, bricht draußen die Dämmerung hinein. Spätestens jetzt erwacht die Romantik auf dieser stilvollen Location, die zumindest virtuell den Eindruck eines wahrhaft herzigen Landes vermittelt.

  1. Landmarke Pillars of Hercules
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