In Memory of Steve Jobs – Meine ersten Berührungen mit Apple

Steve Jobs

Der heutige Tag, der Tag nach dem Tod von Steve Jobs, gab mir Anlass, darüber nachzudenken, wann, wo und wie ich das erste Mal mit einem Apple-Produkt in Berührung kam. Um es vorweg zu nehmen: Obwohl ich im Besitz eines iPhones und eines iPads bin, ich war und bin keiner dieser „religiösen“ Apple-Anhänger. Trotzdem bewegt mich der Tod eines Visionärs und Machers wie Steve Jobs! Leider kam ich nie in den Genuss, den Mann live zu erleben.

Die 80er – Apple – C64 – Amiga – Atari

Wann also Andreas, frage ich mich, bist Du das erste Mal auf einen Apple-Computer gestoßen? Nun, es muss irgendwann in den 80er Jahren gewesen sein. Eine Errinnerung kam da nämlich in mir hoch. Als „Kind des C64er’s“ gab es nur diesen einen Commodore-Computer für mich, alles andere war da ausgeblendet. Manchmal, im Karstadt-Schaufenster gab es andere häßliche graue Kästen zu betrachten. Die aber waren out, zu teuer, zu unkool, zu unkultig. Wer „Elite“ war, gehörte der Scene an und verfügte über die besten Kontakte und die neusten Computerspiele, frisch aus den USA. Das war auch so eine „Religion“, irgendwie. Ich war eben Commodore-Anhänger und nicht Apple-Anhänger :-)

Die erste serienreife Computermaus

Zu dieser Zeit waren Apple-Computer nicht erschwinglich für einen kleinen Knirps wie mich. Doch einmal, ich errinnere mich noch, blieb ich hängen an einem Schaufenster. Irgendwas war anders an diesem grauen, häßlichen Gerät im Schaufenster. Zum einen war da die Grafik. Grafik und Sound, das waren wichtige Attribute damals. Es lief ein Basketballspiel auf dem Bildschirm. Aber das war irgendwie anders. Erstens war das Betriebssystem ein „fensterhaftes“ Betriebssystem und zweitens war da ein seltsames Eingabegerät an der Seite! Ein kleinerer häßlicher Kasten mit einer Schnur dran! Es war die erste serienreife Computermaus!

Apple Macintosh Plus Computermaus

Apple Macintosh Plus Computermaus

Irgendetwas konnte man mit diesem Gerät auf dem Bildschirm bewegen. Wozu so etwas absurdes jedoch gut sein sollte, war mir damals allerdings nicht sofort eingänglich. Schließlich ist und war „das Tippen“ von Texten mit einer Computermaus nicht denkbar oder vergleichsweise langsam zur Tastatur. Tatsächlich würdigte Jobs die Erfindung von Douglas C. Engelbart, dem Erfinder der ersten Computermaus. Nur damals, 1963, erkannte man die Maus nur als XY-Anzeiger, ähnlich einem Laserpointer. Es gab ja noch keine fensterbasierten Betriebssysteme damals. Vermutlich war das, was ich in dem Karstadt-Schaufenster sah ein Apple Lisa-Computer oder ein Nachfolger.


Nun gut, das eine war die Maus! Das andere war diese komische Oberfläche. Jobs hatte die Idee der GUIs (Graphical User Interfaces) von Xerox kopiert und in Lisa eingebaut.


Wozu dieser Quatsch? Graphische Oberflächen! Wer braucht das? Schnick-Schnack und Spielkram. Computer sind Rechenmaschinen und die sollen rechnen :-) Tja, so war das damals. Irgendwie ist das schon spannend, wenn ich mich rückwirkend selbst betrachte mit meiner eigenen Skepsis von damals und der konfrontierten „Innovationsfeindlichkeit“ meiner eigenen Zuhörern, die ich als Vortragender erlebe. Immer wieder kommen mir die Blicke meiner Zuhörer vor, als sei ich ein Alien! Nur weil ich etwas über Paradigmenwechsel in der Kommunikation, von Kontrollverlust, von dem mobilen Allgegenwärtigkeits-Internet, von Erweiterter Realität und von Virtuellen Welten erzähle. Dat is doch alles gar nicht so schwer, denke ich mir! Isses aber anscheindend dann doch. Da dann, dann ist das wohl so!


Verfolgt man heute die Presse, so trauern alle großen Innovatoren der Internet- und Computer-Ära von Bill Gates (Microsoft) über Larry Page und Sergey Brin (Google) bis zu Mark Zuckerberg (Facebook) über den Verlust von Steve Jobs. Offensichtlich war Jobs des vielen „Großen“ ein Freund und Mentor.

Facebook founder Mark Zuckerberg: „Steve, thank you for being a mentor and a friend. Thanks for showing that what you build can change the world. I will miss you.“

Nur drei Geschichten aus seinem Leben – Die Stanford-Rede im Juni 2005

Die berühmte, lebensoffene Rede, die Jobs im Juni 2005 an der Stanford-Universität hielt, beeindruckte mich zugegebenermaßen. Dank des Manager-Magazins ist die deutsche Zusammenfassung des Originals verfügbar (hier eine leicht gekürzte dpa-Variante). Die dreiteilige Rede handelt von seiner Mutter, seinem abgebrochenen Studium, vom Scheitern und vom Sterben.

Connecting the Dots

In dieser ersten Geschichte spricht Jobs von der Intuition und das man ihr folgend sollte. Zudem sagt er in dieser Geschichte, dass Nichts im Leben, also keine Erfahrung, umsonst ist. Auch wenn man in dem jeweiligen Moment noch nicht weiß, wofür diese später einmal gut sein könnte:

„… Man sieht keine Verbindung zwischen den Punkten, wenn man nach vorn schaut. Man kann sie nur verbinden, wenn man zurückblickt. Man muss sich also einfach darauf verlassen, dass diese einzelnen Punkte sich in der Zukunft irgendwie verbinden werden. Man muss etwas vertrauen – das Bauchgefühl, Schicksal, Leben, Karma, was auch immer. Dieser Ansatz hat mich nie enttäuscht und er hat mein Leben geprägt. … [Steve Jobs, Übersetzung dpa]“

Liebe und Verlust

Die zweite Geschichte handelt von Liebe und Verlust, von der Enttäuschung, dass er von Apple gefeuert wurde und später wieder zu Apple kam und dass man das im Leben finden und tun sollte, was man liebt.

„… Die Arbeit wird einen großen Teil Eures Lebens ausfüllen. Und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist die Überzeugung, dass man großartige Arbeit macht. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu machen, ist, dass man liebt, was man tut. Wenn Ihr es noch nicht gefunden habt – sucht weiter. Gebt Euch nicht zufrieden. Wie mit allen Herzensangelegenheiten werdet Ihr wissen, wenn Ihr es gefunden habt. Und wie jede großartige Beziehung, wird es mit den Jahren nur besser und besser …“ [Steve Jobs, Übersetzung dpa]

Der Tod

Steve Jobs ist im „verhältnissmäßig“ (heutzutage) jungen Alter von 56 Jahren gestorben. In seiner Rede bringt er die Konfrontation mit dem Tod klar und deutlich, in einfacher Sprache auf den Punkt:

„… Eure Zeit ist beschränkt, also verschwendet sie nicht damit, dass ihr das Leben von jemand anderem lebt. Seid nicht in Dogmen gefangen – was bedeutet, den Gedanken anderer Leute zu folgen. Lasst nicht den Lärm fremder Meinungen eure eigenen inneren Stimmen ertränken. Und am allerwichtigsten: Habt den Mut, Eurem Herzen und Eurer Intuition zu folgen. Irgendwie wissen sie, was ihr wirklich werden wollt. Alles andere ist nebensächlich. …“ [Steve Jobs, Übersetzung dpa]

Schaue ich mir aus dieser Perspektive an, was Steve Jobs den Menschen gegeben hat, dann sind da natürlich die Innovationen, wie ein windowsbasiertes Betriebssystem, die Computermaus, den iPod, das iPhone und das iPad, … ja das stimmt, es hat unseren Alltag verändert, insbesondere das iPhone, der Markt für Smartphones wurde geöffnet. Ich vermute aber, dass seine Rede im Juni 2005 sein größtes Geschenk an die Menschheit war … wir müssen nur genau hinhören !

R.I.P. Steve Jobs


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