Cybergrooming in virtuellen Welten

Cybergrooming ist ein Kunstwort. Wörtlich könnte man es mit „Internetstreicheln“ übersetzen, wobei nicht unbedingt eine virtuelle Ersatzhandlung für die fehlende physische Körpersprache gemeint ist. Es geht eher um das „Verbalstreicheln“ z.B. in der Anbahnungsphase einer Beziehung, wo Komplimente noch offen ausgesprochen werden dürfen.

Wenn das Flirten als die unverbindliche Art, seine Zuneigung zu zeigen gilt, ist das Cybergrooming die schon etwas zielorientiertere Version, denn Streicheleien dringen schon in die „virtuelle Intimsphäre“ ein.

In Bezug auf virtuelle Welten hat Thomas Rüdiger-Gabriel einen Text veröffentlicht, der sich mit dem Cybergrooming als Anbahnungshinweis auf eine mögliche Straftat auseinander setzt.

Dabei werden verschiedene Themanbereiche angesprochen, wie z.B. die Altersverifikation beim Anmelden auf 3D Plattformen.
Discos und Anbieter von Erwachseneninhalten müssen sich in der physischen Welt rechtlich absichern, um die Jugendschutzbestimmungen einzuhalten. Das geschieht mit Ausweiskontrollen am Eingang. So sollte man auch von den Anbietern von virtuellen Kinderinhalten erwarten, dass sie dafür Sorge tragen, dass die Kids unter sich bleiben, und Erwachsene nur im Ausnahmefall Zugang haben können.

Lego Universe hat mit damit geworben, viel Aufmerksamkeit auf das Alter der Spieler zu richten. Dieser Sicherheitsservice ist natürlich mit Personalkosten verbunden, die wiederum zahlende Spieler benötigen. Doch scheinbar war den Spielern oder den Eltern die Sicherheit nicht viel wert, denn die Plattform wurde am 31.01.2012 aus Kostengründen eingestellt.

Ein spannendes Thema aus dem Bereich Jugendschutz, dass in den nächsten Jahren sich sicherlich vermehrter Aufmerksamkeit erfreuen wird…

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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