Warm anziehen! Die Killer-Apps kommen!

Geschäftsführer- oder Inhaber müssen sich künftig warm anziehen! Wer schläft und den digitalen Zug verpasst, weil er seine Schäfchen im Trockenen glaubt, kann schneller vom Markt sein, als ihm lieb ist. Viele Unternehmer – insbesondere aus der analogen Welt kommend – unterschätzen die Wirkungen der digitalen Möglichkeiten. Da kann sogar eine vergleichsweise einfache Smartphone-App nicht nur einen einzelnen Unternehmer erwischen, sondern einen überregionalen Teilbereich einer Branche wegfegen!

So sorgt gegenwärtig die MyTaxi-App für Aufruhr im Taxi-Gewerbe. Betroffen sind die lokalen Funkzentralen, die auf Basis des Taxifunks Fahrten vermitteln. MyTaxi vermittelt direkt zwischen Fahrgast und Taxifahrer. Das geht einfach, schnell und direkt. Ein Teil der Wertschöpfungskette entfällt komplett! Die Zentrale ist schlichtweg überflüssig. Die App wird sowohl vom Taxifahrer, als auch vom potentiellen Fahrgast auf dem Smartphone installiert. Und schon hat man ein Taxi-Radar in der Hand, dass es gestattet ein Taxi per Knopfdruck in der Nähe zu identifizieren und zu bestellen.

Eine Killer App zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch die Anwendung einer Technik zum Durchbruch verhilft und bestehende Geschäfte im wahrsten Sinne des Wortes durch Substitutionsdienste oder Subsitutionsprodukte killt.

Im Falle der MyTaxi-App hat dies Mercedes erkannt und dem App-Entwickler einen Booster verpasst. Mit 10 Mio. Euro ist Daimler eingestiegen und hat das „App-Unternehmen“ erst einmal mit ausreichend liquiden Mitteln ausgestattet, um den Markteintritt und die Verbreitung der App nach vorne zu bringen.


Im analogen Geschäft, beispielsweise bei klassischen Dienstleistungen oder im stationären Einzelhandel dürfen sich künftig Inhaber vor diesen Killerapplikationen fürchten, den sicher ist die MyTaxi-App nur der Anfang, insbesondere im Bereich des mobilen Allgegenwärtigkeits-Internets in Verbindung mit Smartphones und Augmented-Reality-Lösungen.

Für Unternehmer heißt dies, wachsam zu bleiben, um frühzeitig Gefahren zu erkennen und Potentiale zu erschließen, bevor es andere tun! Wachsame Unternehmen bzw. Unternehmer beachten folgende Punkte

  1. Sie holen sich von Experten regelmäßige Updates aus den Bereichen Internet, Smartphone-Technologien & Apps, Augmented Reality (1-2 Mal pro Jahr)
  2. Sie Durchlaufen regelmäßig kreative „Spinner-Workshops“, um potentielle Gefahren früh zu erkennen (1-2 Mal pro Jahr)
  3. Sie haben im Bereich Internet/Social-Media Frühwarnsysteme installiert, beobachten und interpretieren die Informationen regelmäßig mit professionellen Instrumentarien (monatlich)
  4. Bleiben stets wachsam, neugierig und offen gegenüber diesen neuen Technologien, anstatt diese zu verneinen (innere Haltung!)
  5. Sie sind sich der schnellen Veränderungen in der heutigen Zeit bewusst und wiegen sich nicht in einer falschen Sicherheit nur weil Ihre Umsätze/Gewinne stimmen, abgesehen von arrognaten Haltungen.

Ich bin gespannt, welche Killer-Apps wir noch erwarten dürfen? Vielleicht habt Ihr Ideen?

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

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