Pia Piaggio entdeckt japanische Kunst


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Eine kleine Insel mitten im Gridozean bildet das Kleinod japanischer Kunst in Second Life™. Die Galerie Sayopiyo präsentiert dort zeitgenössische Arbeiten und arrangiert von Zeit zu Zeit künstlerische Events oder Sonderausstellungen.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Pia Piaggio reagiert leicht befremdet, als sie nach dem Teleport knietief im Wasser steht. „Also diese Künstler muten uns Avis oft eine Menge zu!“, brüskiert sie sich. Offenbar hat sie den Grund dieser Überflutung schon völlig vergessen. „Wieso? Ist das Wasser etwa immer noch von diesem Tsunami übriggeblieben?“ Sieht ganz danach aus.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Auch die Kunstwerke sind teilweise geflutet und chaotisch durcheinandergeworfen. Wahrscheinlich hat die Ownerin Sayoko Moonwall im RL noch alle Hände voll zu tun, bevor sie sich dem angerichteten Chaos auf der Sim widmen kann. Pia nickt verständnisvoll und steigt vorsichtig über das Kunstchaos.


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Die Ausstellungsstücke erleiden jedoch keinen Abbruch durch die sie umgebenden Wassermassen. Im Gegenteil: So vermitteln sie einen wichtigen Aspekt der japanischen Kunst. „Du meinst, weil die da viel mit Wasserfarben malen?“, mischt Pia sich ein. Quatsch. Ersten heißt das Gouache und zweitens schätzt man in Japan die Vergänglichkeit von Kunst. Auf diese Weise macht das Land aus der Not eine Tugend, wird es doch immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, die verheerend sind. „Sehr interessant. Und diese Tatsache bestimmt also deren Kunstanschauung.“ Ja, so isses.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Im Übrigen existiert ein weiterer fundamentaler Unterschied zur westlichen Kunstauffassung. Während wir das Kunstwerk als solches schätzen, hat es in Japan meist einen praktischen Nutzen. Zum Beispiel bemalt man die Schatten spendenden Tücher, wodurch sie zu einem flatterhaften Gemälde avancieren. „Verstehe“, nickt Pia, „so verschönern sie sich den Alltag.“


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Es gibt allerdings auch Werke, die nicht nass werden dürfen. Der trockene Galeriekomplex nennt sich Captive Balloon und beherbergt Malereien, Illustrationen und Fotokunst.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Pia erklettert die steile Wendeltreppe, die alternativ zum Teleport in die Räumlichkeiten führt.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

In der ersten Etage dreht sich alles um den Kunstbetrachter: Die ausgestellten Werke kreisen langsam um die Besichtigungsplattform. „Cool, das ist ja mal eine ganz andere Art, Bilder anzuschauen. Sie ziehen an mir vorbei!“, freut sich Pia.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Im zweiten Stock ist das anders. Die blumigen Fotografien haben ihren festen Platz, wobei sie den Eindruck erwecken, jeden Moment herunterzufallen.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Oben in der Kuppel erweitert sich die Blickwinkel und geht sprunghaft von der Makroaufnahme zur Endlosperspektive über. Dort zeigt die Galeristin ihre eigenen Arbeiten. „Japan aus der Ferne“, murmelt Pia beeindruckt.


Pia Piaggio endeckt japanische Kunst

Ein Teleport führt zu der Installation Prayer an Strength von yoyo Quartz. „Muss ich die kennen?“, flüstert Pia Piaggio mir hinter vorgehaltener Hand zu. Aber nein doch. Eine Weile betrachtet sie den sich drehenden Helix-Fisch mit dem bunten Schweif und seinem Bohrkopfaufsatz. „Muss ich dieses Werk verstehen?“ fragt sie dann ein wenig lauter. Aber nein doch. Kunst muss man genießen, nicht verstehen. Erleichtert nimmt sie auf dem schwarzen Sessel Platz und gibt sich ganz der japanischen Ästhetik hin.

Landmarke Gallery Sayopiyo
Website Sayoko Moonwall

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