AK 33 Björn Lefers, Das Nachfolgelabor


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Die Zeiten des Wirtschaftswunders liegen mittlerweile lange zurück, und die Generation, die nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland wieder aufgebaut hat, geht nun endlich in den wohlverdienten Ruhestand.

Doch was passiert mit KMU´s und Familienbetrieben, deren Gründer sich nun zurückziehen wollen oder müssen? Die Frage einer Nachfolge muss geklärt werden, und dafür gibt es Berater.

Die HWR Berlin bildet solche Nachfolgeberater aus, spannender Weise mit Hilfe der virtuellen 3D Welt von Secondlife®.
Für den 33. AK E-Learning in virtuellen Welten hat Björn Lefers die Lernumgebung der HWR vorgestellt.

Zu beginn eröffnete er mit einer Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand im Bereich Lernen, und stellte dar, wieso sich gerade die virtuelle Welt von Second Life sehr gut zum Lernen eignet.


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Dann erklärte er den Aufbau des Studienprojektes, zeigt die Webseite der Studierenden und erklärte die konkrete Übungssituation.

Die Übung beschreibt, dass ein Nachfolgeberater zu einem virtuellen Familienunternehmen gerufen wird, dessen Patriarch mit einem Herzinfarkt daniederliegt. Der Berater findet nun auf dem Firmengelände sowie im privaten Wohnhaus Ansprechpartner, die er befragen kann, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.


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Er kann Mitarbeiter befragen, Familienangehörige, und sich so ein Bild über das Engagement, die Interessen und die Leistungen von Mitarbeitern und Familienmitgliedern verschaffen.

Das Ziel ist, dass sich der Berater mehr und mehr in die Familie einarbeitet, um zum Schluss ein schlüssiges Nachfolgekonzept zu entwerfen.
Der Gedanke, eine virtuelle Welt zu nutzen, und nicht etwa einen gedruckten Text von Aussagen ist der, dass in der Umgebung eines „Nichtspieler Characters“ schon Hinweise auf die Persönlichkeit auftauchen können.


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So hat einer der Söhne des Firmenbesitzers eine Gitarre um den Hals hängen, ein Hinweis darauf, dass er eher weniger mit Buchhaltung zu tun haben will. Ebenso können theoretisch subtilere Zeichen gesetzt werden, z.B. auffälliger Goldschmuck, eine peinlich genau durchstrukturierte Wohnung nach den Regeln des Feng Shui, Bilder von Pferderennen aus den 30er Jahren, alles, was vorstellbar ist.

Der virtuelle Besuch zu einer Erfahrung, und zu einer Möglichkeit, sich unbewusste Beobachtungen bewusst zu machen.
Eine noch weiterreichende Nutzung der Möglichkeiten in Second Life wäre, wenn die zu befragenden Personen in einer Art von Rollenspiel mir echten Menschen befragt werden müssten. Somit könnten in die Aufgabe des Erforschens gleich noch ein Erlernen von Kommunikations- und Fragetechniken integriert werden.

Alles in Allem ist der Gedanke, Second Life für die Darstellung einer komplexen Situation zu nutzen, sehr gut überlegt. Trotz der bescheidenen Manpower der Studenten ist auf der Insel der HWR Berlin ein anschaulicher Prototyp entstanden, der ein sinnvolles Konzept anbietet, und darüber hinaus die Gelegenheit bietet, über Erweiterungen und Ausbaumodule nachzudenken.

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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