Das virtuelle Präsenzseminar zum #SOMM des ILS – Social Media Manager


Einige der Teilnehmerinnen

Fernstudiengänge sind praktisch. Man bekommt die nötige Literatur zugeschickt und kann sich selbst die Zeit nehmen, die man braucht. Darüber hinaus können Hilfsmittel für mobile Endgeräte angeboten werden, wie es beim Kurs Social Media Manager mit der #SOMM App geschehen ist.
Doch trotz aller Selbstständigkeit und Freiheit, ist ein persönlicher Ansprechpartner, ein „Mentor“ dringend notwendig, um im Dialog mit den Lernenden individuelle Fragen zu beantworten.

Soziale Nähe bringt eben das Gefühl von Sicherheit.

Für den Social Media Manager des ILS gibt es dafür ein Seminar in Hamburg. Doch was ist mit all jenen Lernenden, die nicht nach Hamburg fahren können?
Für diejenigen hat SLTalk & Partner ein virtuelles Präsenzseminar in der 3D Welt von Second Life geschaffen.

Der Schwerpunkt der Veranstaltung war das Thema „Social Media Monitoring“.

Der maßgebliche Gedanke für die Nutzung von Second Life war der, dass ein virtueller Raum benötigt wurde, der ein Maximum an Kommunikationsmöglichkeiten anbietet:

  • Voice- und Textchat
  • Bewegung und Positionierung im virtuellen Raum
  • Gemeinsames Betrachten von Webseiten ,Videos und Präsentationen
  • Gemeinsames Erstellen von Textdokumenten
  • Freie Gestaltungsmöglichkeit der unmittelbaren virtuellen Umgebung

Der Nachteil war, dass die TeilnehmerInnen ca. 2 Stunden mit den SL Grundfunktionen vertraut gemacht werden mussten.

Das Seminar, das über 5 Termine à 2 Stunden verlief, war wie folgt aufgebaut:

Grundlagen von Informationsverbreitung:

  • a. Lineare- und exponentielle Ausbreitung von Informationen
  • b. Memetik nach Susan Blackmore und Einführung in Mediamon

Monitoring in der Praxis

  • c. Besprechung der Mediamon-Ergebnisse und der Suchstrategien

Verquickung Theorie und Praxis

  • d. Deutung, Bedeutung und Kontext von Informationen
  • e. Die Erfahrungen mit viraler Verbreitung in virtuellen Räumen am Beispiel Olympia Schumann

Die lineare- und die exponentielle Ausbreitung von Informationen konnten in der virtuellen 3D Welt sehr schön mit Hilfe von sich selbst reproduzierenden Objekten dargestellt werden.


Langweilige Linearität

Während sich die lineare Ausbreitung recht vorhersehbar und fast langweilig verlief, brachte uns die exponentielle Ausbreitung schon an den Rand des Chaos.
Die lineare Ausbreitung fand in einem Raum statt, der eine Relativierung der Ausbreitung ermöglichte. Die Masse und die Frequenz der exponentiellen Ausbreitung erschufen quasi einen neuen Raum, der die Aufmerksamkeit zwangsläufig auf sich zog, eine Relativierung war nur schwer möglich. Darüber hinaus purzelten die Objekte in jeden Winkel der virtuellen Umgebung, der Gedanke an Kontrolle wurde „ad absurdum“ geführt.


Exponentielles Chaos

Die Memetik wird von Susan Blackmore als äquivalent der Genetik beschrieben. Auch hier gibt es in Second Life die Möglichkeit, sich Vererbung in 3D anzusehen. Bestens geeignet ist dafür Genome Island. Die Beobachtungen der Vererbungssimulationen gaben neue Impulse für das Durchdringen der Memetik.

Das, was wir beim Social Media Monitoring im Netz beobachten, sind Informationen. Die Auswertung der Informationen entsteht allerdings erst, wenn wir sie in einem Zusammenhang sehen, im sogenannten Kontext. Dieser Kontext ist, begründet im Konstruktivismus, abhängig von der beobachtenden Person, ihrer Erfahrung, ihrem Blickwinkel und Ihres Wissenstandes. Diese Faktoren wurden deutlich, als wir mit Hilfe einer Umgebungsveränderungsmaschine eine einfache, in 3D dargestellte Information in verschiedenen Umgebungen erscheinen ließen. Hier noch mal ein ausdrücklicher Dank an Miara Lubitsch, die maßgeblich an der technischen Konstruktion der Maschine beteiligt war.
Die Information konnte so auf Knopfdruck in verschiedenen Kontexten dargestellt und interpretiert werden, wie es Monika König sehr passend beschrieben hat.


Kollaboration mit dem Pirate Pad

Das Monitoring als Beobachtungswerkzeug zur Begleitung viraler Kampagnen war der Abschluss des Seminares. Dazu wurde die Dokumentation der „Olympia Schumann Studie“ herangezogen. Die Beobachtung der Verbreitung viraler Objekte in Second Life ist aufgrund der systemimmanenten Programmierungsmöglichkeiten sehr einfach. Somit konnten verschiedene Mechanismen besprochen werden, die aus der bisherigen Monitoringerfahrung noch nicht hervorgegangen sind.

Alles in Allem war das Seminar eine Mischung aus Erlebnislernen, praktischen Anwendungen und tiefgründiger Theorie.
Zeit für uns, in die Reflexionsphase zu gehen und zu prüfen, was wir für den nächsten Kurs noch besser machen können.
Spass gemacht hat es jedenfalls, und dafür danken wir allen, die dabei waren!

Abschlusspräsentation von Lisa Häuser

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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