AK 34 – Die 3D Arbeiten der Uni Augsburg

Der gestrige Arbeitskreis war wieder unglaublich informativ, spannend, und hat das Institut für Medien und Bildungstechnologie der Uni Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Bredl zu einem der Vorreiter in Sachen 3D Lernszenarien gemacht.

Nachdem sich die Uni Augsburg aus Second Life zurückgezogen hat, wurden die Arbeiten auf einer Open Simulator Installation weiter geführt. Dort stehen derzeit 14 Prototypen für Lernszenarien verschiedenster Themenbereiche, vier weitere sind gerade in Arbeit.


management

Amrei Groß, studentische Mitarbeiterin am Institut, hat die 3D Arbeiten der Augsburger Studenten im Arbeitskreis vorgestellt. Sie hat von ihren Erfahrungen mit OpenSimulator berichtet, von den verschiedenen Arbeiten der Studenten und von den Herausforderungen bei der Umsetzung.

Die Studenten arbeiteten teilweise mit 25 bis 30 Avataren auf der Insel, wobei es nur hin und wieder Probleme gab, die zum Teil im Code von OpenSimulator begründet lagen. „Wenn in SL ein Script einen Fehler hat, dann funktioniert es einfach nicht. Bei uns in OS haben manche Scritpfehler dazu geführt, dass die Viewer abgeschmiert sind“ berichtete sie.


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Alles wichtige Erfahrungen im Umgang mit dem Medium, die die Studenten und die Mitarbeiter nebenbei machen, während sie ihre Ideen umsetzen.
„Es ist wichtig, dass die Studenten das Thema ihrer Arbeiten selbst wählen“ sagt Prof. Dr. Klaus Bredl. Zum einen bleibt so eine intrinsische Motivation erhalten, zum anderen entsteht diese unglaubliche Themenvielfalt.


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Ein begehbarer Computer ist auf dem Server der Uni Augsburg ebenso vorhanden, wie ein Alchemisten Labor für kleine Chemiker, und eine Lernumgebung für Projektmanager. Für den Fahrradführerschein der vierten Klasse kann im virtuellen Raum auch trainiert werden. Ganz ohne blaue Flecken und verbogenen Lenkern, aber mit Fahrradhelm!
Auch das von Dr. Dietrich Trapp entwickelte Konzept der Vitagrafie ist schon fast umgesetzt: ein begehbares Werk von Monet, in dem man spielerisch über das Leben und Wirken des Künstlers lernen kann. Die Vitagrafie nach Trapp soll im virtuellen 3D Raum die Möglichkeit geben, die entscheidenden Situationen im Leben einer Person nachzuerleben.


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Für kulturelle Verbindungen sorgen das Deutschland- und das Europahaus, die die Eigenarten einer Region oder eines Landes erfahrbar machen. Vom regionalen Dialekt bis zum Nationalgericht lässt sich alles erforschen und diskutieren.


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Der einzige offene Wunsch von Prof. Dr. Klaus Bredl ist nun „echte“ Schüler für eine Evaluierung der Lernszenarien zu bekommen.
Von den öffentlichen Schulen sei allerdings kein Interesse zu erwarten, weil sie aufgrund von Lehrermangel und Schulreform nicht in der Lage sind, sich noch ein weiteres Lehrfeld zu erschließen. Somit bleiben nur die Privatschulen übrig, die die Nutzung virtueller 3D Räume als Alleinstellungsmerkmal nutzen können, um sich von ihren Mitbewerbern abzugrenzen.

Im Fall 3D Förderung ist uns die USA wohl weit voraus, wie Hanno Tietgens nach seiner letzten physischen USA-Reise berichten konnte. 3D Lernen hat dort einen ganz anderen Stellenwert als bei uns und wird entsprechend vom Staat bezuschusst, während in Deutschland noch das Bild der virtuellen Kinderschänder von Second Life in den Köpfen präsent ist.

Da fällt mir nur noch das Zitat von Alvin Toffler ein:

“The iliterate of the 21st century will not be those who cannot read & write, but those who cannot learn, unlearn, & relearn.“

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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