Rezension: Mein Kind ist bei Facebook

Mein Kind ist bei Facebook

Die Autoren Thomas Pfeiffer (Link geht, aber Ihr müsst Euch bei FB einloggen) und Jöran Muuß-Merholz haben mit ihrem Buch „Mein Kind ist bei Facebook – Tipps für Eltern“ das lange vermisste Handbuch zu Facebook veröffentlicht.
Dabei widmen sie sich der gesamten Komplexität, die soziale Netzwerke mit sich bringen. Umfangreich, und doch verständlich.

Die Metaphern, die sie verwenden (Facebook ist eine Kaffeeküche)
sind im ersten Moment vielleicht verwirrend, doch das Aha-Erlebnis bei der Auflösung umso größer.

Das Buch ist übersichtlich und logisch gegliedert, und lässt es zu, einzelne, themenspezifische Kapitel zu lesen, ohne das ganze Buch gelesen haben zu müssen.

Da sich die digitale Welt, und allen voran Facebook, unglaublich schnell verändert, haben Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz viel Wert darauf gelegt, die Grundprinzipien von Facebook zu beschreiben. Trotzdem sind wichtige Vorgehensweisen wie z.B. „Wie ändere ich die Privateinstellungen?“, präzise geschildert und mit Screenshots unterstützt.

Auch die Gefahren wie Cyberbulling, „Unnüchternheit“ und Accountdiebstahl werden analytisch und wertfrei behandelt, und aus dem Verstehen die angemessenen Reaktionen oder die vorbeugenden Maßnahmen abgeleitet. Dabei gibt es auch kurze Blicke unter die Motorhaube von Facebook, z.B. wie Intern mit Spammeldungen, Pornografie und Meldungen von minderjährigen umgegangen wird, und von welchem Wertesystem Facebook geprägt ist. Dabei werden Kuriositäten des US Amerikanischen Wertesystems sichtbar, die für uns Europäer fragwürdig erscheinen. Bilder von stillenden Müttern werden von Facebook gelöscht, tiefe, blutige Fleischwunden sind in Ordnung, es sei denn, es sind innere Organe zu sehen.

Elterlicher Angst und kindlicher Naivität begegnen sie mit Verständnis und offener Aufklärung.

„Verbieten Sie Ihrem Kind Facebook! Oder lesen Sie dieses Buch“

steht gleich auf der ersten Seite, und irgendwie hat der Leser die ganze Zeit das Gefühl, immer noch selber die Wahl zu haben, was er künftig tun wird. Der erhobene Zeigefinger ist im gesamten Buch unauffindbar, dafür gibt es anschauliche vergleiche zur physischen Welt: „Geben Sie einem Fremden Ihren Wohnungsschlüssel, damit er sich dort mal umsehen kann? – Nein? Warum sollten Sie dann Facebook das Passwort zu Ihrem Emailaccount geben?“

Und so könnte man auch Fragen: „Würden Sie ein hochkomplexes Haushaltsgerät, von dem sie nicht wissen, wie es funktioniert, von dem Sie noch nicht einmal wissen, wofür es gut ist, und welche Gefahren es birgt – würden Sie ein solches Gerät ohne Anleitung in Betrieb nehmen? Würden Sie Ihren Kindern erlauben, damit zu spielen, ohne vorher die Anleitung gelesen zu haben?“
Wahrscheinlich nicht – Wissen schadet nur dem, der es nicht hat.

Meiner Meinung nach haben Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz eine Umfangreiche Anleitung geschrieben, die alles für Eltern Wichtige behandelt, und trotzdem leicht verständlich und abwechslungsreich geschrieben ist.

Die 19,80 € sind eine gute Investition in die WEB2.0 Zukunft Ihres Kindes.

Aktuelle Informationen gibt es natürlich immer wieder auf facebook.com/fuereltern

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Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

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