Linden Lab launcht dio – Second Life für Arme?

Linden Labs, Macher der 3D-Plattform Second Life, kommen mit einem neuen Produkt um die Ecke. Gelabelt wird das Produkt unter dem Thema „Social Experience„. Der Name des Produkts ist dio. Dio wurde heute von Linden Lab laut Pressemitteilung als Open Beta gelauncht. Der „Social-Experience-Space“ soll Leben, eben Erlebnisse in die Social Media bringen. Dio verknüpft Bilder im Web miteinander und setzt diese über den Raum-Gedanken in einen Kontext. Man kann durch zweidimensionale Räume gehen, die etwas mehr als nur Galerien sind. Meines Erachtens aber nur ein wenig mehr. Bilder können verknüpft und mit Aktionen belegt werden. Normalen Fotos wird damit etwas „Leben“ eingehaucht. Mittels Erweiterungen, sog. Gizmos, ist es dann beispielsweise möglich, ein Foto, auf dem ein Schlüssel abgebildet ist, als Schlüssel zu definieren. Aus einem vom User hochgeladenen Foto wird dann ein Item, dass man in seinem Inventory aufnehmen kann, in den nächsten Raum gehen kann und dann …? Ja, was denn sonst …. die Schatztruhe öffnen kann. Dio ist demnach ein Baukasten, um eigene kleine „Abenteuerspiele“ mittels Webbrowser und Klicks zusammenzubauen. Clever ist die Idee, dass man die eigenen Facebook-Galerien einbinden kann. Damit schöpft man schon einmal aus dem Social-Network-Fundus Facebook.


Wie der Hintergrund-Deal zwischen Zuckerberg und Rod Humble, CEO von Linden Labs, aussieht? Keine Ahnung!

Seitdem Rod Humble CEO bei Linden Labs ist, hat er die Bude ordentlich umgekrempelt. Linden Lab versteht sich schon lange nicht mehr als Macher von Second Life, sondern als Erzeuger kreativer kollaborativer Erlebnisräume im Internet. Die Abgrenzung zum Spiel ist im Wesentlichen, dass die Nutzer mittels „User Generated Content“, diese Social Media Erlebnisräume selbst kreieren. Linden Lab stellt dafür unterschiedliche Plattformen zur Verfügung, um die nötigen Werkzeuge bereitzustellen. Die populärste Plattform ist Second Life, die im Jahr 2012 ein Nutzer-zu-Nutzer-Transaktionsvolumen von 500 Mio USD realisierte. Wenn Facebook die Social Media-Plattform für die Vernetzung und die Basiskommunikation darstellt, so ist Linden Lab vielleicht die Company, die Plattformen wie Facebook um Erlebnisräume anreichert, indem aus Bildern „belebte“ Items werden?

Ein weiterer dreidimensionaler creative Workspace von Linden Lab ist Patterns und ein zweidimensionaler Raum ist CREATORVERSE. Humble scheint zu experimentieren, zu diversifizieren?




Zugegebenerweise hat mich Dio noch nicht wirklich vom „Hocker“ gehauen. Ich glaube nicht, dass ein immersiver Effekt bei Dio entsteht, weil es keine starke Bindung zu einem Avatar gibt, außerdem kann man keine relativen Positionen im Raum einehmen. Dennoch: Es ist sehr einfach. Dio implementiert das KISS-Prinzip (Keep it simple and stupid). Das hat man mit dem Produkt Second Life bis heute nicht geschafft, Second Life ist für viele Nutzer zu kompiliziert.

Entweder ist Dio die Brücke zwischen Facebook und Second Life oder einfach nur ein Second Life für arme zweidimensionale User. Wir werden sehen!

Über Andreas Mertens

Andreas Mertens aka Patrick Wunderland (SL) ist Initiator von avameo und schreibt seit 2006 für diesen Blog.

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