Cloudparty – neue Welt, alte Diskussion

Es rumort wieder in der 3D Szene. Ausschlag war ein Bericht im Spiegel Online, der über „die Macher“ von Berlin in 3D und deren letzte Aktivitäten in Cloudparty berichtete. Wie sehr die journalistische Darstellung der „neuen“ und der „alten Welt“ für Resonanz sorgt, zeigen die zahlreichen Kommentare namhafter SL Nutzer und derer, die unter Beweis stellen wollen, dass man auch ohne viel Wissen eine eigene Meinung haben kann.

Einen kurzen Überblick über den Status Quo in Second Life hat Torsten Küper aus der Literaturperspektive in seinem Blog gegeben, eingehendere Informationen bekommt man durch die Kulturorganisation „Brennende Buchstaben“.

Just another 3D World?

utopia_cloudparty
Bild mit freundlicher Genehmigung von Claudia Utopia

Doch was ist eigentlich passiert, tief unter der aufgewühlten Oberfläche von Eitelkeiten, Bewertungen und Emotionen?
Es gibt eine weitere 3D- Welt, die über ähnliche Eigenschaftenwie Second Life verfügt und dafür auf einen speziellen Browser verzichtet. Eine Welt, die mehr Wert auf offene Anschlußstrukturen legt, als auf restriktive Abschottung, mit der Linden Lab sein Geschäft verteidigen wollte.
Rumi, ein Philosph aus dem 13. Jahrhundert sagte:

“Out beyond ideas of wrongdoing and rightdoing, there is a field. I will meet you there.” (Hinter dem Gedanken von richtigem und falschem Handeln liegt ein Feld. Dort werde ich Dich treffen).

Die Frage ist also nicht, ob Second Life nun von Cloudparty abgelöst wird oder nicht, ob Second Life tot ist, oder nicht, ob irgendwo irgendwelche Avatare in egal welcher grafischen Qualität herumstehen und sich langweilen, oder auch nicht, oder mit welcher Intension wer was geschrieben hat.
Die meiner Ansicht nach einzige zulässige Frage sollte sein: „Wofür kann ich welche Möglichkeit nutzen?“

Jan Northoff nutzt die neue Welt, um seinen Traum eines leicht zugänglichen 3D Internets voran zu bringen. Jürgen Kappus treibt die Idee des 3D eLearning voran und hat schon eine MOODLE-Schnittstelle genutzt.
Die komfortable und komplexe Welt von Second Life mit ihrem Voicechat und der riesigen Fülle von „Inworld-Accessoirs“ und wird erfolgreich von den Brennenden Buchstaben und anderen Künstlergruppen für Lesungen, Musikevents und mehr genutzt.

Somit hat nicht nur jede Welt ihre Vor- und Nachteile, es bleibt auch noch spannend zu sehen, wie sie sich weiter entwickeln.
Ich jedenfalls bin gespannt….

Über twuertz

Tobias arbeitet seit Ende 2009 für avameo bzw. für SLTalk & Partner.

Kommentare

  1. Sehr gute Zusammenfassung einer Diskussion, die so oder sehr ähnlich seit 2006/07 immer mal wieder aufflackert, vielen Dank! Leicht kann das Déja vu den Blick nach vorn vernebeln, dabei scheint es mir inzwischen recht einfach zu sein: Wenn aus deutschen Verlagen, die sich (noch) mehrheitlich rund um das #LSR Leistungsschutzrecht einbunkern, echte Medienhäuser geworden sein werden; wenn sie souverän soziale Netzwerke nutzen und mobile Apps publizieren und transmedial ihre Stories erzählen (was ihre großen Kunden, Unternehmen zB wie Red Bull, heute schon tun); wenn also Social und Mobile Media durch jede mediale Dorfgasse getrieben und endlich verstanden worden sind — ungefähr zu dieser Zeit werden Avatare als lebendiges Interaktionsinterface in virtuellen 3D Räumen auch technologisch reif sein für den Mainstream. Und das offene, Browser-basierte Web 3D wird der logische, nächste Schritt.

  2. @Hanno LOL, nach meinen letzten „Berechnungen“ wird diese Bewegung im Jahre 2016 starten. Grundlage ist das Second-Life-Jahr 2006+10 Jahre, basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen.

    LG, Andreas

  3. @Andreas Wir zwei Optimisten:) Lass uns Facebook+10 und iPhone+10 noch in die Gleichung aufnehmen und den Durchschnitt bilden, dann landen wir — ungewichtet — sogar schon im zweiten Halbjahr 2015 ;)

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