Verwelkte Blüten im Apfelland

so tönt es aus der Kolumne von Bettina Gaus

Die Hoffnung, über neue Medien auch neue Zielgruppen zu erreichen, beruht nämlich allzu oft auf einem Missverständnis: dass es dabei vor allem um die Form der Kommunikation geht – und nicht etwa um den Inhalt. Vor zwei Jahren haben einige Bundestagsabgeordnete angekündigt, regelmäßig im „Apfelland“ des Websimulationsspiels „Second Life“ zum Meinungsaustausch mit anderen Spielern zusammentreffen zu wollen. Als ob mangelndes Interesse jüngerer Wählerinnen und Wähler an Politikern nur darauf zurückzuführen sei, dass diese die falsche Hardware benutzen. Es hat sich gezeigt: Daran lag es nicht. Die Blütenträume im Apfelland sind rasch verwelkt.

Dazu sei angemerkt, dass es auf Form und den Inhalt ankommt. Dass Problem hier ist eher, dass unsere Bundestagsabgeordnete nicht fähig sind, die Form adäquat zu bedienen. Statt dessen nutzen Sie eine 3D-Internet-Plattform wie Neanderthaler einen iPod nutzen würden. Sie würden zwei iPods solange aufeinanderschlagen, bis es Feuer gibt.

Im 3D-Internet kann dies die Community live beobachten, wie Politiker versuchen mti iPods Feuer zu machen. Kein Wunder also, dass sich dann die so begehrte Zielgruppe eher dorthin gezogen fühlt, wo Sie sich wohlfühlt und das sind ganz bestimmt nicht die Sprüche von Politikern in Second Life, die man sich auch im Fernsehen genauso anschauen kann.

Dazu ist viel mehr Kreativität notwendig :-) Und die Bereitschaft, die jeweilige Form eines Mediums tatsächlich begeifen zu wollen!

Ein Kommentar dazu, dass Second Life als „Websimulationsspiel“ bezeichnet wird, verkneife ich mir vorsichtshalber einmal ;-) Aua Aua Aua