Neues Schulfach Medienkunde

Die Autoren einer Studie des Münchner Kreises fordern das Schulfach Medienkunde. Das Fach soll Medienkompetenzen vermitteln, die unsere Gesellschaft auf den Wandel im Zuge der Internetentwicklung begleiten soll (siehe faz.net).

Dieses Fach begrüße ich und ich empfehler der Politik, dieses Fach dringend einzuführen!

Die Autoren sagen weiter voraus, dass ein Großteil der Menschen in Deutschland ab 2015 das mobile Internet nutzen werden. Allerdings ist nicht wirklich klar, wieviele Menschen den Anschluß verlieren werden und wieviel Prozent der Menschen bis 2030 tatsächlich gelernt haben, das Internet in ihrem Alltag zu integrieren.

In dem Artikel wird u.a. auch auf Augmented Reality eingegangen, nähere Konvergenzen, z.B. mit Virtuellen Welten scheinen aber doch noch in den Sternen zu stehen.

Neuer Studiengang: Cyberpsychologie

Telepolis berichtete am Montag über ein neues Fach „Cyberpsychologie“ an der Universität von Bolton in Großbritannien und der Möglichkeit, seinen „Master Degree“ zu erreichen. Dieser wird von der Nottingham Trent University verliehen.

Was für die einen eine Spinnerei ist, ist für die anderen eine toternste Forschungssache. Schlimm an kritischen Einstellungen über den Cyberspace, Cyberpsychologie und virtuelle Welten ist nur, dass sich eine digitale Elite abspaltet und dadurch eine weitere Kluft entsteht.

Selbst in akademischen Kreisen gibt es zunehmend Studierende, die nicht in der Lage sind, über einen zweiten und dritten assoziativen Suchbegriff in Google die Ergebnissmenge weiter einzuschränken bzw. die Qualität der Suchergebnisse zu steigern. Auch die Auswirkungen auf die Suchergebnissemenge bei der Benutzung von Query-Strings mit und ohne Anführungszeichen ist bei weiten nicht jedem klar.

Es entsteht also ein gewaltiger Abrund zwischen Menschen, die hilflos vor einer Suchmaschine stehen und Zeit in Diskussionen über den Sinn von Blogs verschwenden und denen, die Begriffe wie „Web 2.0“, „Blogs“, „3D-Internet“, „virtuelle Welten“ und „Cyberpsychologie“ scheinbar spielerisch durchdringen.

Und dabei ist das Ganze vermutlich selbst ein tragisches, psychologisches Drama. Nämlich die tiefe innere Angst vor dem Neuen und der Angst vor Veränderung …

Identität, Macht und Ohnmacht

Nach einem Artikel von heute auf heise, sei der Einfluss von Computerspielen besser als der Ruf.

Der Medienpädagoge Ralf Vollbrecht betont, dass heranwachsende Jugendliche durch Spiele im Identfindungsprozeß den Umgang mit Macht und Ohnmacht erlernen.

Obwohl ja Second Life® in herkommlichen Sinne, wie wir bereits wissen, kein Spiel ist, greife ich das Thema hier auf, da Second Life® nach wie vor oft als Spiel von Beobachtern erkannt wird, da es ja auf dem ersten Blick aussieht, wie ein Spiel. Hinzu kommt der irreührende Name der Web.3D-Plattform, Reaktionen wie: „Ich brauch kein zweites Leben, mein erstes ist intakt, ….“, kennen Insider zu genüge.

Insgesamt stelle ich fest, das die Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien und dazu zähle ich jetzt insebsondere das Web.3D, sehr schnell voranschreiten. Ein großer Teil der negativen, verteufelnden Berichtserstattung über das Web.3D oder sogenannte „Killerspiele“ ist von daher auch ein selbstregulierender Prozess, der eine Entschleunigung verursacht, sodaß die Gesellschaft vielleicht mehr Zeit gewinnt, um sich auf die neuen Formen der Kommunikation vorzubereiten. Vieles geht einfach zu schnell.

Das legitimiert allerdings nicht die Falschaussagen, wie sie Matthias Dittmayer in seinem sehr bekannten Video offengelegt hat, im Bezug auf die Berichtserstattung der Öffentlich-Rechtlichen über sog. Killerspiele:

Die weitere negative Verteufelung führt höchstens dazu, dass wir die bereits bestehende Digitale Kluft vergrößern, als ihr entgegenzuwirken. Dies würde bedeuten, dass wir künftig zwischen einer digitalen Elite und Menchen unterscheiden, die mit den Neuen Medien nicht umgehen können, gar Angst davor haben.

Von daher denke ich, dass der richtige Weg, die offene Berührung und Auseinandersetzung mit den Neuen Medien ist, mit der Darlegung der Chancen, aber auch der Risiken, damit der gesellschaftlich verantwortungsvolle Umgang mit dem Web.3D erlernt werden kann. Sicherlich ist das ein langjähriger Prozess, indem wir gerade JETZT befinden.