Energiekrise, Generalstreik, Ölpest – von Bildung und Fröschen

Streiks in Griechenland, Ärger um den Atomstrom, das leidige BP Thema, alles Überschriften, wie sie in letzter Zeit geläufig sind. Dabei sind diese Probleme toll, beherbergen sie doch ein unglaubliches Verbesserungspotential. Wir haben hier Herausforderungen, die ihre Meister suchen! Aus welchem Grund sehen wir aber nicht vermehrte Überschriften, die gefundene Lösungen verkünden?

Ich denke es liegt an der Weise, wie wir unsere Probleme einschätzen, und wie offen wir für Lösungsvorschläge sind.

Kurz was zur Einschätzung von Problemen:

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Linden Lab Preispolitik in der Krise

Nach Anhebung der Preise für OpenSpace-Simulatoren im letzten Jahr verabschiedeten sich zahlreiche Landbesitzer von Linden Lab. Viele ehemalige Second Life Residents schwenkten auf die einizige wirkliche Alternative zu Second Life um, auf OpenSimulator. OpenSimulator ist eine zu Second Life kompatible Lösung auf Basis von OpenSource, die wir auf unserem Technologie-Konvergenz-Radar mit aufgenommen haben. Zahlreiche GRIDs, wie das OSGRID oder das OpenLife-Grid bieten kostengünstigere Alternativen zu Second Life. Zwar kommen die auf OpenSimulator basierenden GRIDs derzeit an die Stabilität und Performance des Second Life-GRIDs nicht heran, es ist aber zu erwarten, dass dieses vielversprechende OpenSource-Projekt, den Grundstein für ein echtes 3D-Internet legt. Insofern könnte OpenSimulator das Pendant zum bekanntesten Webserver des 2D-Internets werden. OpenSimulator wird in Insiderkreisen als der Apache des 3D-Internets gehandelt.

Auf die Abwanderung scheint Linden Lab nun mit einer Preiskorrektzur zu reagieren. Via Pallo Petrov sind wir heute auf den Blogeintrag bei Linden Lab bzgl. der OpenSpace (Homestead)-Simulatoren aufmerksam geworden.

Am 28.10.2008 berichteten wir über die Anhebung der Preise von 75 USD auf 125 USD pro OpenSpace-Simulator und Monat. In der bisherigen Preis- und Produktstrukturstruktur unterscheidet Linden Lab zwischen drei Stufen für Simulatoren:

  1. OpenSpace / Homestead Simulationen/Regionen
  2. FullPrim-Simulationen/Regionen
  3. Preisreduzierte FullPrim-Simulationen für Bildungszwecke

Zu den hochpreisigen FullPrim-Simulatoren für 295 USD pro Monat, die für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen, sind die OpenSpace/Homestead-Simulatoren, eine von den Residents (Community) beliebte Alternative für kleinere Projekte.

Alle ehemaligen (abgesprungenen) OpenSpace-Simulator-Landbesitzer, die ihren OpenSpace- bzw. Homestead-Simulator vor dem 01. Juli 2009 erwerben gilt ein reduzierter Preis von 95 USD.

Von daher bleibt abzuwarten, ob Linden Lab in Zeiten der Krise, die enttäuschte Community wieder froh stimmt?

Aktuell ist die Ökonomie in Second Life vergleichsweise stabil zur Ökonomie der physischen Welt. Bzgl. der Bedeutung des OpenSimulator-Projektes werden wir in der Zukunft allerdings interessante Zeiten erwarten dürfen. :-)

Staatsangst 2.0




Grafik, Quelle: www.scope09.de

… Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! …

so lautet ein altes Sprichwort. Um Kontrolle ausüben zu können, sind Regeln und Macht erforderlich. Beides hat der Staat. Er hat sogar Regeln für Regeln und Regeln, um neue Regeln aufzustellen. Die Frage ist, ob dieses Paradigma, ein 1.0-Paradigma ist? Denn die Einführung der Kinderporno- und Internetsperren stößt auf die 2.0-Community auf starke Abneigung. Die aktuelle E-Petition gegen das neue Gesetz verzeichnet mittlerweile über 80.000 Unterschriften. Damit übertrifft die E-Petition gegen die Internetzensur, die bisher erfolgreichste E-Petition mit über 50.000 Stimmen, die damals für ein Grundeinkommen stimmte.

Unter dem Hashtag #zensursula in Twitter wird heftig diskutiert.

Ob auf DNAdigital oder Scope09, an vielen Orten wird sich gegen die Internetzensur ausgesprochen.

Befürworter glauben, dass man mit dem neuen Gesetz die Kinderpornographie im Internet dadurch bekämpft werden kann. Die Kritiker des Gesetzes vermuten, dass sich der Staat eine Hintertür für eine Internetzensur und weitere Zensuren schaffen will.

In der Tat stellt sich die Frage, ob die Anzahl Pädophiler durch Internetstoppschilder reduziert werden kann? Wir glauben das nicht. Das glauben wir ebensowenig, wie die Idee, das durch das Verbot von Egoshooter-Computerspielen die Anzahl der Amokläufer reduziert werden könnte. Das Problem ist, dass der Staat versucht, dass Übel durch Regeln (Gesetze) in den Griff zu bekommen und nicht durch konkrete Maßnahmen, um die Ursachen zu beseitigen. Es stellt sich auch die Frage, ob wir komplexe Probleme der Gesellschaft durch 1.0-Menchanismen wir, Macht, Kontrolle und Regeln in den Griff bekommen? Möglicherweise ist auf die aktuelle Krise ein Symptom des 1.0-Paradigmas? Vielleicht ist es auch nur die Angst des Staates, Macht und Kontrolle zu verlieren? So ging Dieter Reichert in seinem Vortrag auf dem Medien Meeting Mannheim davon aus, dass wir bis 2030 wieder den Tribalismus haben werden, da die Gesellschaft zunehmend das Vertrauen in den Staat und die Politik verliert.

Immerhin gibt es Erfolgsbeispiele wie Wikipedia, die zeigen, dass es auch anders geht, durch gleichberechtigte Selbstkontrolle.

Vielleicht wird die Zeit kommen inder meine Ur-Urenkel folgenden Satz sagen:

Selbstkontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Weiterführende Links:

  1. http://www.zensursula.net/
  2. Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009
  3. #Zensursula auf Twitter

Die Realität folgt der Virtualität

In diesem Artikel auf www.monitor.co.at bin ich auf folgende interessante Passage gestoßen:

Die reale Wirtschaft folgt der virtuellen: im Second Life (SL) fand die aktuelle „reale “ Finanzkrise schon vor über einem Jahr statt. Ende 2007 brach der Kapitalmarkt im SL völlig zusammen, ausgelöst vor allem durch den Zusammenbruch des damals größten Kreditinstitutes der Ginko Financial Bank.

Wau dachte ich mir, nicht schlecht recherchiert. Von der Ginko-Bank berichteten wir ja auch am 20. August 2007.

Interessant auch der Aspekt, dass bereits 50% der Orders an der Deutschen Börse von dem Handelssystem Xetra realisiert wird. In dem Artikel geht es hier, um „Algorithmischen Handel“. Dass heißt, dass hochkomplexe Entscheidungen, wie zum Beispiel der Handel an der Börse von TradeRoboter durchgeführt wird. Insofern ich das verstehe, ist Xetra aber nur wieder der automatisierte verlängerte Arm von Menschen. Trotz allem lässt sich berechtigterweise die Frage stellen, wie viel Unfug hier vielleicht im Trading-Geschäft durch TradeRoboter passiert?

Auch von den Aktivitäten von Beko wird berichtet, welche die First National Second Life Bank (FNSL) gegründet haben.

Dass die Realität der Virtualität folgt, ist ein spannendes Gebiet. Schon seit längerem bin ich der Überzeugung, dass sich reale Handlungsmuster in Virtuellen Welten repräsentieren und abbilden. Das Spannende ist, dass man hier keine Simulationen wie im herkömmlichen Sinne fahren kann, da Avatare keineswegs algorithmengesteuert sind. Und an diesem Punkt macht der Journalist auf Monitor einen entscheidenden Fehler, wenn er schreibt:

„Auch werden die Handelsentscheidungen nicht mehr von Menschen sondern von Algorithmen, wie es auch Avatare sind, gefällt …

Das ist schlichweg falsch. Korrekterweise muss man hier unterscheiden:

  1. Die grafische Repräsentanz des Menschen, der Avatar, ist algorithmengesteuert!
  2. Die Entscheidungen und Handlungen werden jedoch nach wie vor von Menschen durchgeführt und das virtuelle Erscheinungsbild, der Avatar, repräsentiert die Handlungen, die vom Menschen durchgeführt werden!

Es ist unglaublich und hanebüchen, welche Kardinalfehler in der Berichtserstattung in den klassischen Medien gemacht werden!

Es ist daher kein Wunder, wenn mich in meinen Präsentationen immer wieder die Leute fragen:

Und wer programmiert die Intelligenz der Avatare?

Traurig aber wahr, der Artikel fing so gut an und dann sowas …

CeBIT 2009 – ein Flop?

egal wie positiv man sich nach dem CeBIT-Spektakel darstellen wird, ist die Frage, inwiefern die größte Deutsche IT-Messe im Zuge der fortschreitenden Virtualisierung der Wirtschaft in Zukunft dasteht?

Ihren Zenit hatte die CeBIT mit 6100 Ausstellern und 510.00 Besuchern in 2004. Im letzten Jahr aufgerappelt auf 495.000 Besucher im Vergleich zum Vorjahr (2007, 480.000 Besucher), verringert sich in diesem Jahr die Anzahl der Aussteller um etwas 1500 auf 4300 Aussteller.

Für den Besucher wird es insgesamt teuerer und die rückläufige Zahl der Aussteller deutet darauf hin, das die Virtualisierung auch hier greift. Firmen haben verstanden, dass die hohen Ausstellerkosten in keiner Relation zu den tatsächlich generierten Leads stehen.

Es scheint auch, dass die Veranstalter Angst bekommen, ihre Hallen mit Besuchern voll zu bekommen. Via E-Mail und Nachrichten in einschlägigen Business-Netzwerken, bekommt man den kostenlosen Eintritt nachgeworfen.

Bereits im Juli 2007 haben wir gezeigt, wie man virtuelle 3D-Messen im Internet realisiert.

Die Wirtschaftlichkeit und das Kostensenkungspotential durch den Einsatz Virtueller Welten ist ohne Frage:

  1. Keine hohen Kosten für die Erstellung eines Messestandes
  2. Niedrige Ausstellungskosten
  3. Internationale Reichweite, 24h-Besuch möglich!
  4. Geringere Personalkosten für die Standbetreuung
  5. Reisekostensenkung auf beiden Seiten: Besucher und Aussteller
  6. Besuch eines Messestandes zu beliebigen, frei vereinbarten Zeiten möglich (mehr Flexibilität)

Kostensenkungspotentiale zeigt hier auch Gaby Benkwitz in diesem aktuellen Artikel.

So könnte die Zukunft im Bereich virtueller Messen liegen. Und wenn tatsächlich Interesse an einem Produkt besteht, gehen dann die Pre-Sales-Prozesse im Vertrieb los …. wie gehabt. Vielleicht spart man aber auch hier in der Zukunft Kosten ein, was sich auf günstigere Produktpreise auswirken könnte.

Neben der Messebranche sind natürlich alle Banchen betroffen, in den man drastisch Reisekosten senken kann. So natürlich auch die Automobilbranche, wie wir es gerade in der Krise beobachten können. Aber auch bei den Airlines ist das Potential von 3,6 Milliarden USD enorm!

Wer die Möglichkeiten des 2D-Internet und des 3D-Internets verschläft oder unterschätzt, wird schwere Verletzungen davontragen!