Auch Spiegel recherchiert mangelhaft

ebenso wie Gaby Benkwitz, freute ich mich zunächst über den Artikel

„Kinderreiche – Virtuelle Welten für die Kleinen im Test“

bei Spiegel Online. Die Headline klang vielversprechend, da ausnahmsweise nicht die Schwerpunkthemen Sex, Gewalt und Kinderpornographie im Visier waren.

Also endlich mal wieder ein Artikel über Virtuelle Welten, der nicht dem systematischen Bashing der klassischen Medien folgt. Mit dem bekannten Sponto aka Christian Stöcker erwartete ich hier Qualität. Der allerdings von Tim Tittmann stammende Artikel entäuschte leiderund der Anspruch auf einen aktuellen und sauber recherchierten Artikel verflog schnell. Gaby Benkwitz nimmt hier in ihrem offenen Brief Stellung gegenüber Spiegel.

Schnell offenbart sich, dass der Artikel eine Wiederverwertung eines Artikels aus dem Gee-Magazin (Games) ist, wie das in 1.0-Medien üblich ist.

Insgesamt wundert es allerdings nicht, dass die vorgestellten fünf Welten scheinbar willkürlich ausgesucht wurden, abgesehen davon, dass ein Betreiber längst Pleite ist.

Der Übersicht wegen, hier das KZero-Radar (Q1/2009). Die Arbeit von KZero bietet meiner Meinung nach einen guten Einstieg, um von hier aus eine saubere Recherche zu starten. Die Map verwende ich auch immer wieder in meinen Vorträgen, um das Potential Virtueller Welten zu verdeutlichen.


KZero Map

Es bleibt allerdings positiv zu erwähnen, dass es im Bereich der klassischen 1-0-Medien, ja sogar der Print-Medien, Ausnahmen gibt, wie der aktuelle Artikel mit dem Titel „Second Life lebt“ in der Juni-Ausgabe der Bild der Wissenschaft.