Facebook 2.0 und der Sturz der Old Economy

Wenn es um Geld geht, geht es um Macht. Wenn es um die Zahlungsmittel geht, dann ist Krieg! Denn wer die Zahlungsmittel kontrolliert, der hat Macht. Bisher verteidigte die Old-Economy die physischen Reviere des stationären Einzelhandels vor der New-Economy erfolgreich.

New-Economy Protagonist und Facebook-Chef Mark Zuckerberg baut sich gegenwärtig eine Struktur auf, mit der er einen erneuten Angriff wagen könnte, um einen Dolch in das „Zahlungsmittel-Herz“ der Old Ecomomy zu stoßen. Es geht darum, den stationären Einzelhandel der alten Welt durch die New Economy zu übernehmen!

Dabei ist das nicht der erste Versuch. Das 1999 gegründete Unternehmen PayBox versuchte schon damals das Handy als elektronische Geldbörse für den Einsatz im stationären Einzelhandel in den Markt zu bringen. Mathias Entenmann, damaliger Founder und CEO von der Paybox musste seinen Bezahldienst via Handy in 2003 wieder einstellen, übriggeblieben ist die PayBox in Österrreich. Obwohl er die Deutsche Bank mit im Boot hatte, sprangen wichtige strategische Partner wie die Telekom plötzlich ab. [Weiterlesen…]

Virtuelle Güter auch im flachen (2D-)Internet erfolgreich

Tatsächlich wird die Monetarisierung virtueller Güter im flachen (2D-)Internet, wie auf Facebook, nach wie vor in Frage gestellt. Auch Internet-Unternehmer Matthias Ehrlich von United Internet kann mit diesem virtuellen Business nicht wirklich etwas anfangen, wie auf BasicThinking angedeutet. Am Beispiel von FarmVille (Facebook) wird allerdings klar, dass Geschäfte mit virtuellen Gütern nicht nur in virtuellen Welten wie Second Life „rocken“. Hier wird ja schon länger bis zu 1 Mio USD pro Tag gedreht. In immersiven Umgebungen, insbesondere in kollaborativen 3D-Umgebungen, ist der Handel virtueller Gütern alltäglich.

Steigt man mit Kritikern in den Dialog ein, steht ganz vorne folgendes Argument an:

Was habe ich von Dingen, die ich nicht anfassen kann?

Meist enttarnen sich hier stark materiell orientierte Personen. Auf die Gegenfrage, ob Sie Software anfassen können, folgt das zweite Argument meist diesem Muster:

Software kann ich zwar nicht anfassen, aber ich habe durch die Produktivitätssteigerung einen Mehrwert (z.B. Office-Produkte).

Den Ratio-Panzer dieses Typus lässt sich im Nachgang oftmals durch die Frage knacken, ob Sie schon einmal dafür bezahlt haben, sich Gefühle machen zu lassen und ob Sie darin einen Mehrwert sehen. Und plötzlich wird die Sicht klar auf die Virtualität. Z.B., wenn ich virtuose Kinofilme- oder Theaterstücke anspreche, die nachhaltig wirken und in Errinnerung bleiben (Virtualität, abstammend von lat. virtus).

Und so überrascht es nicht wirklich, dass „Der entspannte Mr. Zuckerberg“ in diesem Jahr Erlöse von 1,1 Mrd. US-Dollar erwartet.